Preisverleihung
Trainerlegenden und Superstars bei den "Sport Bild"-Awards
Dirk Nowitzki wurde von den Lesern der "Sport Bild" zum "Star des Jahres" gewählt. Wladimir Klitschko flirtete mit Moderatorin Andrea Kaiser.
Preisträger des "Sport Bild"-Award 2011 v. l.: Edwin Moses von Laureus Sport for Good, Trainer Jürgen Klopp, Trainerin Maria Zöllner, Box-Champion Wladimir Klitschko, Trainerlegende Udo Lattek, Manager Bernd Bönte, Fußballerin Doris Fitschen, RTL-Sportchef Manfred Loppe, die Fussballerinnen Bianca Schmidt und Babett Peter
Foto: WITTERS
Hamburg. Basketball-Superstar Dirk Nowitzki ist von den Lesern der "Sport Bild" zum „Star des Jahres“ gewählt worden. Am Montagabend wurde der 33-Jährige, der die Dallas Mavericks 2011 als überragender Akteur zum Titel in der nordamerikanischen Profiliga NBA geführt hatte, bei der Preisverleihung in der Hamburger Fischauktionshalle mit dem "Sport Bild"-Award ausgezeichnet. Neben Nowitzki durften sich unter anderem auch Box-Weltmeister Wladimir Klitschko, Borussia Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp und Trainerlegende Udo Lattek über eine Auszeichnung freuen. Sportmoderatorin Andrea Kaiser führte durch die Veranstaltung.
„Von Dirk Nowitzki beim NBA-Sieg bis zu den Meistertränen der Dortmund-Fans - im vergangenen Sportjahr haben uns viele starke Menschen und starke Auftritte beeindruckt“, sagte Sport Bild-Chefredakteur Matthias Brügelmann im Vorfeld: „Diese wollen wir beim Sport Bild-Award in besonderer Weise ehren. Gemeinsam mit dem 'Who's Who' des Sports feiern wir die Preisträger.“ Zum neunten Mal hatte Europas größte Sportzeitschrift mehr als 700 Gäste aus Sport, Medien, Wirtschaft, Politik und Kultur geladen, um die Preisträger in neun Kategorien feierlich zu ehren.
Dirk Nowitzki erhielt zusätzlich zum Award einen "Sport Bild"-Ring - in Anlehnung an den traditionellen Championship-Ring in der NBA. Nowitzki bedankte sich per Video-Botschaft: "Der Ring ist fast ein bisschen groß." Lacher im Publikum. Nowitzki weiter: "Danke an die Leser, Danke an die Sport Bild. Es ist ein gutes Gefühl, dass sich so Viele für uns gefreut haben. Bei der EM wollen wir mindestens Fünfter oder Sechster werden. Mal sehen, was wir erreichen."
HSV-Trainer Michael Oenning sprach im Vorfeld den Geehrten Nowitzki und Klopp sein Lob aus. Für ihn war der Sieg des NBA-Finales der Dallas Mavericks einer der wichtigsten Sport-Momente des Jahres. "Nowitzki hätte einen Preis verdient. Beim Finale war ich gerade in den USA, habe das alles sehr nah mitbekommen. Es war einfach eine ganz große Leistung", sagt Oenning dem Abendblatt. "Zum Glück muss ich die Preise nicht vergeben. Aber ich denke, dass auch Jürgen Klopp einen verdient hätte. Er hat beim BVB wirklich beeindruckendes geschafft."
Unter den Besuchern waren neben den Preisträgern unter anderem Ex-Fußballprofi Lars Ricken, Ex-Handball-Nationaltrainer Heiner Brand, Hannover 96-Manager Jörg Schmadtke und Box-Profi Ina Menzer vertreten. Die löste mit ihrem weinroten Kleid ein stürmisches Blitzlichtgewitter auf dem Roten Teppich aus.
Klitschko: Medien sind die Botschafter des Sports
Für die erfolgreiche Vermarktung des WM-Kampfs von Wladimir Klitschko gegen den Briten David Haye wurde die Klitschko Management Group (KMG) in der Kategorie „Beste Sportvermarktung“ ausgezeichnet. Den WM-Boxkampf sahen über 16 Millionen Zuschauer bei RTL, die Einschaltquote lag bei 75 Prozent in den letzten Runden. In insgesamt 155 Ländern schauten Zuschauer dem Triumph von Klitschko zu.
"Ich bin wahnsinnig froh, beim Award dabei zu sein" sagte Klitschko, nachdem er den Preis in Empfang genommen hatte. Die Medien seien die Botschafter des Sports. "Ohne sie geht es auch bei uns Sportlern nicht. Sie schaffen es, die Fans zu begeistern", so Klitschko. Lacher erntet der Box-Champion als er Scherze zu seinem Liebesleben macht. Es gehe ihm sehr gut im "Single-Club". Andrea Kaiser sei ja leider schon vergeben.
Der frühere Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl erhielt für seine TV-Auftritte als ARD-Experte den Leserpreis „TV-Liebling des Jahres“. Scholl könne aufgrund einer Erkältung nicht persönlich erscheinen, sagte er per Telefon. Sein Kollege Gerhard Delling nahm den Preis für ihn entgegen.
Den Preis für die „Beste TV-Sportredaktion“ sicherte sich dagegen der private Fernsehsender RTL. Sportchef Manfred Loppe nahm den Preis in Empfang. "Wir leben von der Spontaneität und der Aktualität, haben tolle Mitarbeiter und sind sehr glücklich", sagte er.
BVB-Meistercoach Klopp freute sich über den „Sonderpreis der Chefredaktion“. "Den Preis nehme ich sehr gerne an", so Klopp, "Ich habe das große Glück, bei einem Verein zu arbeiten, bei dem ich das Trainierteam zusammenstellen kann und hervorragende Arbeitsbedingungen habe. Aber ich muss auch sagen, ich kann reden wie ich will: wenn das Team es nicht umsetzt, kann ich nichts machen." Er freue sich "total" über den Preis.
Die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Sportidee“ ging an die Laureus Sport for Good Foundation Deutschland. Vorsitzender Edwin Moses sagte bei der Preisvergabe: "Es ist eine Ehre, den Award zu bekommen. Wir nehmen unsere Aufgabe sehr ernst." Die gemeinnützige Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, mit Sport einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben zu leisten und unterstützt dabei insbesondere Kinder aus sozialen Brennpunkten.
"Ohne mich wäre der Fußball in Deutschland gar nichts"
Auch die deutsche Frauenfußball-Nationalelf konnte sich über einen Award freuen. Sie erhielt den Preis in der Kategorie "Geste des Jahres" für ihr Fairplay-Verhalten bei der WM 2011 in Deutschland. Sie waren vertreten durch Babett Peter, Bianca Schmidt und Doris Fitschen. Peter betonte: "Wir hatten tolle Fans, einen tollen Sommer."Fitschen erklärte, Trainerin Silvia Neid sei im Urlaub und deshalb nicht zur Veranstaltung gekommen. "Wir haben uns alle riesig über die Resonanz der Menschen im Land gefreut. Darauf können wir aufbauen", fügte sie hinzu.
Der Sonderpreis "Ehrenamt des Jahres" ging an Marina Zöllner, Mitbegründerin des TUS Lichterfelde Basketball Berlin. Die Jury lobte ihren Einsatz für den Sportnachwuchs. "Ich bin sehr überrascht und bedanke mich herzlich. Es macht großen Spaß, Kindern den Sport beizubringen", sagte Zöllner.
Den letzten Preis des Abends erhielt Trainerlegende Udo Lattek. Der Fußballer nahm den Ehrenpreis für sein Lebenswerk entgegen. Laudator Matthias Sammer umarmte Lattek und sagte: "Mit 30 Jahren hatte ich eine Infektion im Knie und dachte, Ich könnte nie wieder spielen. Udo und meine Familie haben mir sehr geholfen. Er ist eine legende." Lattek bedankt sich mit den Worten: "Ohne mich wäre der Fußball in Deutschland gar nichts." Lacher und Applaus im Publikum. "Aber ich will nicht mehr viel sagen. Ich bedanke mich. Vielen dank."
Nach der Verleihung feierten viele Gäste und Geehrte noch auf der After-Show-Party - und natürlich ihren Sieg.
Janina Darm/br/abendblatt.de








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