Rennpferde und ihre Namen
Hamburg. Die Derbystarter 2003 haben durchweg "anständige" Namen wie Silver Spur, Storm Trooper oder Nukleon und Lago Ladon. Umstritten ist, woher der Name des Derbyfavoriten Dai Jin kommt. Sein Besitzer, der Sportpromoter Werner Heinz, glaubt, der Name bedeute chinesisch "und tschüs." Bildungsbürger nehmen eher an, dass ein 1388 geborener chinesischer Maler aus der Ming-Dynastie Pate gestanden hat. Akihito, die Nummer 17 im Derbyfeld, trägt den Namen des japanischen Kaisers. Besitzer Franz-Günther von Gaertner hofft, dass der Hengst schneller laufen kann als das Staatsoberhaupt Nippons. Cherub ist nach den Cherubinen, einer Engelart benannt. Mitfavorit North Lodge trägt den Namen eines schottischen Jagdhauses. Die Nummer eins im Rennen, Ransom O'War, wurde nach dem "Kriegslösegeld" benannt, das in der Historie für in Kriegszeiten gefangengenommene Fürsten oder politische Hochkaräter gefordert wurde. 1400 Vollblutfohlen werden hierzulande jedes Jahr geboren. Da fällt es schwer, einen passenden, schönen Namen zu finden, der auch den Erfordernissen der Rennordnung entspricht. Nach dieser nämlich muss der Fohlenname denselben Anfangsbuchstaben haben wie der der Mutter. Er darf nicht mehr als 18 Anschläge haben, nicht gegen den guten Geschmack verstoßen, nicht bloß aus aneinandergereihten Großbuchstaben - etwa BMW - bestehen. Er muss gut auszusprechen sein, unverwechselbar und geschlechtstypisch. Und aus züchterischen Erwägungen kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Der Name darf nicht in den letzten 15 Jahren für andere, noch lebende Pferde registriert worden sein und auch nicht für Pferde, die im laufenden Gestütsbuch als Mütter oder Großmütter aufgeführt sind. Schließlich und endlich darf es nicht der Name eines in oder ausländischen Pferdes sein, das so bedeutend war oder ist, dass der Name für die Zukunft gesperrt wurde. So wird verhindert, dass bei der Ahnenforschung Verwechslungen auftreten. Darüber, dass die Grenzen des Geschmacks nicht allzu weit überschritten werden, wacht die Gestütsbuchabteilung des Dachverbandes. Namen wie "Jagdbomber" werden nicht genehmigt. Und aus dem beantragten Namen "Panzer" wurde ein friedlicher "Pan". Listig war dagegen ein Besitzer, dessen Wunschname "Make love to me" war. In der Annahme, diesen nicht durchzubekommen, schrieb er ihn: "Ma Kelo Vetome". So wurde es ein genehmigungsfähiger Name . . .






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