Deutsches Derby in Hamburg-Horn
Fußballstar Owen: "Pferde sind Teil meines Lebens"
Europas Fußballer des Jahres von 2001 kommt mit Hengst Brown Panther zum Derby nach Hamburg. Das Abendblatt sprach mit dem 31-Jährigen.
Fußballstar Michael Owen mit seinem Pferd "Brown Panther"
Foto: picture-alliance
Hamburg. Am Ende flossen sogar Tränen der Rührung. Mit Zylinder und in feinstem Zwirn posierten Fußballstar Michael Owen und Jockey Richard Kingscote neben einem der großen Sieger von Ascot: Brown Panther. Das Pferd aus der Zucht des 89-fachen englischen Nationalspielers triumphierte Mitte Juni beim berühmtesten Galopp-Spektakel der Welt. Jetzt – einen Tag vor dem offiziellen Saisonauftakt bei seinem Klub Manchester United – ist Owen mit Brown Panther beim 142. Deutschen Derby am Start.
Hamburger Abendblatt: Mister Owen, wann und wie haben Sie Ihre Leidenschaft für Rennpferde entdeckt?
Michael Owen: Ich habe mich immer für Pferde interessiert. Aber natürlich hat sich mein Engagement in dem Moment verstärkt, als ich mein erstes Pferd erworben habe. Da war ich 18 Jahre alt. Heute züchte ich meine eigenen Pferde, sie nehmen an vielen Rennen teil und ich besitze ein eigenes Gestüt. In Manor House (in der Grafschaft Cheshire, d. Red.) trainieren wir aktuell rund 100 Pferde.
Was macht aus Ihrer persönlichen Sicht die Faszination dieses Sports aus?
Es gibt viele Faktoren, die aus einem Pferd ein Rennpferd machen – von der Zucht über das Training bis hin zum Rennen. Der ganze Prozess fasziniert mich. Wenn man dann letztlich, nach Jahren harter Arbeit, sein eigenes Pferd als Erstes über die Ziellinie galoppieren sieht, gibt einem das eine ganz besondere Befriedigung.
Haben Sie sich je träumen lassen, dass Brown Panther mal eine solche Karriere machen würde?
Man träumt immer davon, ein besonderes Pferd zu besitzen. Brown Panther ist ein besonderes Pferd. Ihn selbst aufgezogen haben – nach seiner Mutter, die ebenfalls eines meiner Rennpferde war – macht mich und meine Familie sehr stolz.
Wie oft verbringen Sie Zeit auf Ihrem Gestüt?
Neben der Familie ist der Fußball meine große Liebe. Während der Saison kann ich ehrlich gesagt nicht sehr oft in Manor House vorbei schauen. Dann liegt der Fokus auf Manchester United und auf meinem Training. Aber an freien Tagen versuche ich, so oft wie möglich dort zu sein.
Nehmen Sie dann auch Ihre Kinder mit?
Ja. Meine älteste Tochter ist ganz verrückt nach ihrem Pony und Pferde sind ein Teil unseres Lebens. Gut möglich, dass auch meine anderen drei Kinder diese Leidenschaft bald teilen.
Würden Sie gerne mal als Jockey an einem Pferderennen teilnehmen?
Vielleicht. Aber sicher erst, wenn meine Fußballkarriere vorbei ist…
Wer von Ihren Kollegen bei Manchester United interessiert sich noch für den Galopp-Sport?
Es ist bekannt, dass unser Trainer Sir Alex Ferguson ein begeisterter Fan ist! Er besitzt ebenfalls mehrere Pferde. Außerdem sind bei United auch Paul Scholes und John O‘Shea von diesem Sport begeistert. Beide haben ebenfalls eigene Pferde.
Lassen Sie uns über Brown Panther sprechen. Was hat Ihnen der Triumph bei den King George Stakes in Ascot bedeutet?
Als Brown Panther in Ascot lief, war ich am Ende heiser, weil ich den Jockey dermaßen lautstark angefeuert habe! Wissen Sie – es ist unheimlich schwierig, ein Pferd zu züchten, dass in Ascot gewinnen kann. Die Familie von Brown Panther gehört bei uns jetzt quasi zur Familie (lacht). Dass er so ein prestigeträchtiges Rennen gewonnen hat, macht uns alle sehr stolz.
Was glauben Sie – wer sind die größten Rivalen von Brown Panther im Deutschen Derby?
Ich weiß nur wenig über seine deutschen Gegner, aber wenn ich von meinen Erfahrungen im Fußball ausgehe, ist eines klar: Die Deutschen sind immer schwer zu schlagen!
Wünschen Sie sich regnerisches Wetter für Hamburg? Brown Panther liebt angeblich weichen Untergrund…
Brown Panther hat sowohl auf festem Untergrund gewonnen, als auch auf weichem Geläuf. Aber es stimmt schon: Seine Mutter und sein Vater Shirocco mochten eher weichen Grund. Von daher hätte ich nichts gegen Regen.
Sind Sie in Horn eigentlich live dabei?
Ja, wir werden mit 25 Familienmitgliedern und Freunden anreisen. Die Leute in Hamburg waren bislang sehr entgegenkommend. Es sieht aus, als wären sie genauso aufgeregt wie wir.
Sie haben schon exzellente Erfahrungen mit deutschem Rasen gemacht. Am 1. September 2001 trafen Sie bei Englands legendärem 5:1-Erfolg gegen Deutschland in der WM-Qualifikation in München gleich dreimal. Eines Ihrer größten Spiele?
Es war ein großartiger und unvergesslicher Moment in meiner Karriere. Obwohl es genau genommen eigentlich nur eine Retourkutsche für meinen Freund Dietmar Hamann war. Der hatte ein paar Monate vorher (im Oktober 2000, beim 1:0 der DFB-Auswahl, d. Red.) gegen England das letzte Tor im Wembley Stadion erzielt...
Sehen wir in Hamburg jetzt den nächsten Triumph von Michael Owen in Deutschland?
Nun, wir hoffen auf ein schönes und erfolgreiches Rennen, aber es macht auch Spaß, bei einem so großen Ereignis wie dem Deutschen Derby einfach nur dabei zu sein.
Eine letzte Frage noch: Wo und wie haben Sie Englands 1:4-Niederlage gegen Deutschland im WM-Achtelfinale in Südafrika verfolgt?
Ich habe es zu Hause gesehen. Ich war vom Ergebnis natürlich sehr enttäuscht, aber ich muss zugeben, dass Deutschland sehr gut gespielt hat.








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