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Sport

NBA

Nowitzki zurück auf Finalbühne - Ein "Haufen von Veteranen"

Nach dem 100:96 gegen Oklahoma steht der deutsche Basketball-Star Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks im Finale der NBA. "Dirkules'" Statements nach dem Spiel.

Most valued Player: Basketball-Star Dirk Nowitzki (M.) war beim Sieg gegen Oklahoma mit 26 Punkten bester Werfer der Dallas Mavericks
Foto: WITTERS/Witters/US Presswire

Dallas. Der Titel ist zum Greifen nah - NBA-Superstar Dirk Nowitzki steht kurz vor der Erfüllung seines größten Traums. Nach dem 100:96-Sieg gegen Oklahoma City hat der Würzburger mit den Dallas Mavericks den Einzug ins Finale um die Meisterschaft geschafft. Dort will er sich nun den seinen ersten Titel sichern.

Frage: Können Sie Ihre Gefühlslage beschreiben, nach 2006 wieder die Chance auf die Meisterschaft zu haben?

Dirk Nowitzki: Es ist ein gutes Gefühl, wieder im Finale zu stehen. Es war ein langer Weg dahin. Nachdem wir 2006 verloren hatten, haben wir eine tolle Saison mit 70 Siegen gespielt und sind in der ersten Play-off-Runde rausgeflogen. Das war ein Hammer. Seitdem wollte ich zurück auf die Finalbühne. Oft hat es nicht gereicht, aber jetzt sind wir wieder da. Wir sind ein Haufen von Veteranen, die spielen wollen und die nicht egoistisch sind. Ich glaube, das zeichnet diese Truppe aus. Wir stehen füreinander ein und es hat einfach Spaß gemacht, mit allen zusammenzuspielen. Hoffentlich können wir auch in der nächsten Serie so gut spielen.

Wie ist es gelungen, das Spiel nach acht Punkten Rückstand noch zu drehen?

Nowitzki: Wir haben gute Rebounds geholt, aber auch das nötige Glück gehabt. Der Ball kam vom Korb zurück und ist glücklich in unsere Hände gefallen. Es war gute Verteidigungsarbeit, aber eben auch ein Quäntchen Glück. Wir haben uns immer gegenseitig geholfen, wie auch während der Saison. Wenn unsere Verteidigung steht, dann resultieren daraus Punkte am anderen Ende des Feldes für uns.

Erzählen Sie uns vom Dreier in der Schlussphase.

Nowitzki: Ich hatte ein gutes Gefühl beim ersten Versuch. Dank meiner Mitspieler, die den Ball zurückerkämpften, hatte ich einen zweiten Versuch, da hab ich gedacht jetzt oder nie und ich konnte den Wurf dann verwandeln.

Sie haben Oklahoma mit 4:1 geschlagen. Hatten Sie die Serie so leicht erwartet?

Nowitzki: Oklahoma hat eine tolle Saison gespielt. Sie haben uns alles abverlangt, sie haben uns mit ihrem schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff Schwierigkeiten gemacht. Aber dann haben wir sie am Ende doch stoppen können.

Im Finale winkt wie schon 2006 ein Duell mit den Miami Heat. Was für eine Serie erwarten Sie?

Nowitzki: Vor fünf Jahren hatten wir eine großartige Chance, konnten die Serie aber nicht erfolgreich zuende bringen. Miami spielte damals eine tolle Finalserie. Jetzt sind wir wieder da - hoffentlich mit einem besseren Ergebnis als beim letzten Mal.

aufgezeichnet von Matthias Schlingmann bei der PK


Lesen Sie auch den Spielbericht:

Dirk Nowitzki reckte die Trophäe der Western Conference in die Höhe, doch der Superstar hat nur den Meisterring im Visier. Fünf Jahre nach der schmerzhaften Finalpleite gegen Miami führte Deutschlands bester Basketballer seine Dallas Mavericks am Mittwochabend (Ortszeit) durch das 100:96 gegen die Oklahoma City Thunder zurück in die Endspiele der nordamerikanischen Profiliga NBA und hat nun seine zweite Chance auf den ersten Titel. „Es ist ein großartiger Erfolg, endlich wieder im Finale zu stehen. Ich hoffe nur, dass wir diesmal das Ding gewinnen, denn die Niederlage 2006 tat einfach sehr weh“, sagte Nowitzki.

Die Texaner gewannen die „Best-of-Seven“-Finalserie der Western Conference mit 4:1 und treffen jetzt auf den Sieger des Duells zwischen den Miami Heat und den Chicago Bulls. Die Heat führen in der Serie mit 3:1-Siegen, das erste Finalspiel ist am kommenden Dienstag oder Donnerstag. Mit 26 Punkten war Nowitzki zusammen mit Shawn Marion einmal mehr bester Werfer der Mavericks.

Der Würzburger Kapitän brachte sein Team 74 Sekunden vor dem Ende unter dem Jubel der 20 051 Fans im ausverkauften American Airlines-Center mit einem Drei-Punkte-Wurf erstmals in der zweiten Halbzeit in Führung (95:94) und somit auf die Siegerstraße. Die 31 Zähler von Thunder-Ass Russell Westbrook blieben wertlos, Superstar Kevin Durant kam beim Aus seines Teams auf 23.

„Langsam, langsam. Wir sind noch nicht am Ende“, tönte der milliardenschwere Klub-Eigentümer Mark Cuban, der die Mehrheitsanteile der „Mavs“ am 4. Januar 2000 für 285 Millionen Dollar gekauft hatte. Die Halle tobte, aber die Konfettikanonen wurden nicht eingeschaltet. „Beat the Heat“, skandierten die Fans, „besiegt die Heat“ – in der Erwartung, dass der Meister von 2006 erneut der Finalgegner sein wird. Vor fünf Jahren hatte sich das Starensemble aus Südflorida mit 4:2-Siegen durchgesetzt.

„Willkommen zurück im Finale“, titelte die Tageszeitung „Dallas Morning News“ und kommentierte: „Irgendwie wird Dirk Nowitzki immer noch besser und besser.“ In zahlreichen US-Medien wird der Deutsche bereits mit dem legendären Larry Bird von den Boston Celtics verglichen. Die Zeitung „Fort Worth Star Telegram“ nannte die Mavericks sogar das „beliebteste Basketball-Team der Welt“ und „Amerika’s neuen Liebling“.

Mavericks-Coach Rick Carlisle warnte vor allzu großer Euphorie: „Es ist aufregend, aber meine Truppe hebt nicht ab. Wir genießen den Moment, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Mit seinem Trainerteam wolle er am Donnerstagabend in aller Ruhe die fünfte Partie der Serie Miami gegen Chicago anschauen und an der Strategie fürs Finale feilen. Für Shawn Marion ist die Devise jetzt schon klar: „Es geht um alles. Jetzt oder nie!“In der „Best-of-Seven“-Finalserie beginnen die Mavs auf jeden Fall mit zwei Auswärtsauftritten, ehe sie drei Heimspiele in Serie haben. Spiel sechs und sieben der Serie würden wieder auswärts stattfinden. Das NBA-Finale beginnt am 31. Mai oder 2. Juni.

„Mittlerweile fiebert ja nicht nur Basketball-Deutschland, sondern ganz Sport-Deutschland mit Dirk“, schwärmte Bundestrainer Dirk Bauermann am Donnerstag von Nowitzki. „Er ist einfach ein toller Junge und absoluter Vorzeigeprofi. Er vertritt unser Land überragend. Alle drücken ihm die Daumen, dass er in dieser Saison seinen Traum wahr machen und mit den Mavs die NBA-Meisterschaft holen kann.“

Mit Material von sid und dpa

 

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