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Sport

Formel 1

Vettel-Jubel nach Pole in Malaysia: „Huhu, huhu"

Sebastian Vettel hat sich mit der Pole Position glänzende Voraussetzungen für seinen zweiten Sieg beim Großen Preis von Malaysia geschaffen.

Die deutschen Formel-1-Piloten in der Saison 2011 (von links oben nach rechts unten): Sebastian Vettel, Nick Heidfeld, Adrian Sutil, Michael Schumacher, Nico Rosberg und Timo Glock
Foto: dpa

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Sepang . Weltmeister Sebastian Vettel freute sich wie ein kleines Kind: „Huhu, huhu!!!“, feierte der Formel-1-Weltmeister überschäumend bereits per Boxenfunk seine in allerletzter Sekunde erkämpfte Pole Position für den Großen Preis von Malaysia. „Yeah! So muss man es machen.“ Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim unterstrich damit seine Favoritenrolle für das Hitzerennen in Sepang, wo er schon im Vorjahr triumphiert hatte. „Ich bin sehr, sehr glücklich“, betonte er.

Michael Schumacher musste hingegen erneut eine herbe Enttäuschung verkraften: Wegen eines technischen Problems schaffte der Mercedes-Pilot aus Kerpen wie schon beim Auftakt in Australien als Elfter nicht den Sprung in die Top Ten. „Der Heckflügel ist nicht in die gewünschte Position zurückgegangen“, erklärte er die Ursache.

Nick Heidfeld war als Sechster etwas überraschend Zweitbester des deutschen Sextetts. Das Podium „ist 'ne Option“, sagte der Lotus-Renault-Pilot aus Mönchengladbach zufrieden. Dass er seinen russischen Teamkollegen Witali Petrow geschlagen habe, sei „nicht unwichtig“, aber er konzentriere sich nicht darauf. Nico Rosberg (Wiesbaden) entschied im zweiten Silberpfeil erneut das teaminterne Duell mit Schumacher zu seinen Gunsten. „Der neunte Platz ist natürlich nicht gut“, sagte er dennoch unzufrieden.

Am Sonntag (Start: 10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) spricht alles für einen Teamzweikampf zwischen Red Bull und McLaren. Der Brite Lewis Hamilton belegte mit 0,104 Sekunden Rückstand auf Vettel den zweiten Platz. „Position 1 wäre mir natürlich lieber gewesen, aber ich kann nicht enttäuscht sein“, fand sich der Ex-Champion mit seiner Niederlage ab.

In der zweiten Startreihe stehen in dem drittplatzierten Mark Webber (Australien) und in Jenson Button (Großbritannien) ebenfalls ein Red-Bull- und ein McLaren-Konkurrent. Dieses Quartett setzte sich deutlich von den die nächsten vier Ränge belegenden Ferrari- und Lotus-Renault-Kombinationen ab. „Ich glaube, es wird ein tolles Rennen“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner angesichts der „guten Ausgangslage“.

Bei Mercedes GP war dagegen Frustbewältigung angesagt. „Die Plätze neun und elf für Nico und Michael sind nicht das von uns angestrebte Qualifying-Ergebnis“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Dass Schumacher wie schon vor zwei Wochen in Melbourne Opfer eines technischen Problems war, bedeutete keinen Trost.

„Es ist ziemlich offensichtlich, dass was schief gelaufen ist. Ich war das ganze Wochenende von uns beiden klar vorneweg“, wies Schumacher darauf hin, dass die erneute Niederlage gegen Rosberg aus seiner Sicht nur dem streikenden Heckflügel geschuldet war. Fakt sei aber, dass „wir generell nicht so stark sind, wie wir sein wollen“. Rosberg, der ebenfalls über den Heckflügel klagte, assistierte: „Das Problem ist, dass wir im Rennen auch nicht so stark sind.“

Vettel benötigte auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit 1:34,870 Minuten bei seinem besten Versuch. „Ohne KERS stünden wir heute nicht hier“, strich der 23 Jahre alte Vorjahressieger nach seiner insgesamt 17. Pole-Position den Anteil des von Red Bull erstmals eingesetzten Energierückgewinnungssystems heraus. KERS bringt per Runde 6,7 Sekunden lang 82 PS zusätzlich. Ohne diesen Power-Schub hätte Vettel Hamilton wohl kaum schlagen können.

Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force India Platz 17: „Technische Probleme ohne Ende. Es ist einfach keine Konstanz da.“ Timo Glock war als 22. bereits in der ersten K.o.-Runde klar gescheitert. „Unser Auto ist einfach zu langsam“, klagte der Virgin-Pilot aus Wersau. „Im Regen sind wir genauso langsam. Höchstens bei den anderen KERS-Autos schlägt der Blitz ein und wir fahren weiter.“

Vor dem Großen Preis von Malaysia führt Titelverteidiger Vettel die WM mit 25 Punkten an. Hamilton (18 Punkte) ist Gesamtzweiter vor dem Russen Witali Petrow im Lotus Renault (15.)

So lief das freie Training

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat sich im freien Training zum Großen Preis von Malaysia wie schon beim Saisonauftakt in Melbourne mit Rang vier zufriedengegeben. In Australien hatte Vettel erst im Qualifying die Karten aufgedeckt und die Konkurrenz deklassiert. Gut möglich, dass Red Bull auch in Kuala Lumpur noch nicht sein wahres Potenzial gezeigt hat. Derweil ließ Mercedes mit den Plätzen fünf und sieben für Michael Schumacher und Nico Rosberg deutlichen Aufwärtstrend erkennen, auch wenn Schumacher noch rund eine Sekunde auf die Zeit von Vettel fehlte.

Nach seinem enttäuschenden fünften Rang beim Auftakt in Australien will Webber nicht mehr auf sein misslungenes Heimrennen angesprochen werden. „Melbourne ist vorbei, jetzt steht Malaysia an“, blockte der Red-Bull-Pilot die hartnäckigen Nachfragen zu diesem Reizthema mehrfach missmutig ab. „Sebastian war in einem anderen Rennen als ich. Wir haben die Probleme lokalisiert, aber ich möchte nicht mehr über den Großen Preis von Australien sprechen.“

Offensichtlich hochmotiviert und mit viel Wut im Bauch revanchierte sich Webber zumindest symbolisch. Am Freitag verpasste Vettel bei großer Hitze zweimal eine kalte Dusche und fuhr jeweils die schnellste Runde. „Im letzten Sektor habe ich ein bisschen Zeit auf die drei Jungs vor mir verloren, aber alles in allem ist das kein Grund zur Panik“, sagte Vettel mit einem sehr entspannten Lächeln: „Ich denke, wir können uns am Sonnabend noch einen Schritt verbessern.“

Dass er vielleicht ganz bewusst ein bisschen Tempo rausgenommen hat, darauf wollte sich der Weltmeister nicht festnageln lassen. „Ich denke, man will immer schnell fahren. Es ist nicht ratsam, am Freitag nur ein bisschen rumzueiern und nicht die Hosen runterzulassen. Wir haben schon versucht, das rauszuholen, was rauszuholen geht“, sagte er, fügte aber hinzu: „Ich denke aber trotzdem, dass da noch mehr zu holen ist.“

Etwas mehr als zwei Zehntelsekunden fehlten Vettel auf seinen australischen Teamkollegen Mark Webber. Zwischen die beiden „Bullen“ schoben sich die britischen Ex-Weltmeister und McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton, in Melbourne Zweiter hinter Vettel.

„Es war ein guter und produktiver Tag für uns“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der auch keine Probleme mit dem Energierückgewinnungssystem KERS vermeldete. „In Melbourne hatten wir noch das Gefühl, es könnte ein Risiko sein. Heute hat das System gut und offenbar zuverlässig gearbeitet“, sagte Horner. Vettel freut sich schon auf die 82 Zusatz-PS, die das System für 6, 7 Sekunden pro Runde bringt. „Wir haben es an Bord, in Melbourne hatten wir nur das Gewicht dabei“, sagte er: „Hier funktioniert es, es bringt Rundenzeit, also versuchen wir, es auch zu nutzen.“

Für den Wettanbieter bwin ist Vettel mit einer Quote von 1,90 für Sonntag (10.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) klarer Favorit, ein Sieg von Webber würde den fünffachen, einer von Hamilton den sechsfachen Einsatz bringen. Schumacher, Rosberg und Renault-Pilot Nick Heidfeld, der trotz technischer Probleme am Vormittag auf Platz acht landete, werden mit einer Quote von 41,00 geführt.

Bei Mercedes war man viel entspannter als noch vor zwei Wochen. „Wir hatten einen viel besseren Tag als in Melbourne. Das Auto war nicht so schlecht“, sagte Teamchef Ross Brawn. Mercedes-Sportchef Norbert Haug sprach von einem produktiven Tag „mit vielen Runden und wenig Problemen“, auch wenn man das Ziel noch nicht ganz erreicht habe. „Wir haben definitiv einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, und ich hoffe, dass da noch mehr kommt. Es sieht so aus, als ob noch weitere Verbesserungen möglich sind“, sagte Schumacher.

Heidfelds Tag begann mit einer Schrecksekunde, als bei ihm schon in der sechsten Runde die rechte Vorderradaufhängung brach und die Bremse blockierte. Das gleiche Problem hatte später auch Teamkollege Witali Petrow. Bis das Team einen Materialfehler als Ursache ausgemacht und ein Teil aus einer anderen Fertigungsserie eingesetzt hatte, verlor Heidfeld viel Zeit. „Ich konnte fast gar nicht an der Abstimmung arbeiten. Von der Platzierung her ist das noch gut, vom Abstand zur Spitze aber nicht“, sagte er.

Adrian Sutil platzierte sich im Force-India-Mercedes auf Position 17, zwei Ränge vor Force-India-Testfahrer Nico Hülkenberg, der am Vormittag im Einsatz war. Timo Glock belegte im Virgin-Cosworth Position 21.

2. Freies Training in Sepang

1. Mark Webber (Australien) Red-Bull-Renault 1:36,876 Minuten, 2. Jenson Button (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:36,881, 3. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:37,010, 4. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 1:37,090, 5. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:38,088, 6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:38,089, 7. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:38,565, 8. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) Renault 1:38,570, 9. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:38,583, 10. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro-Rosso-Ferrari 1:38,846, 11. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams-Cosworth 1:38,968. 12. Rubens Barrichello (Brasilien) Williams-Cosworth 1:39,187, 13. Witali Petrow (Russland) Renault 1: 39,267, 14. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber-Ferrari 1:39,398, 15. Sergio Perez (Mexiko) Sauber-Ferrari 1:39,603, 16. Paul di Resta (Großbritannien) Force-India-Mercedes 1:39,625, 17. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force-India-Mercedes 1:39,809, 18. Sebastien Buemi (Schweiz) Toro-Rosso-Ferrari 1:40,115, 19. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes 1:40,377, 20. Daniel Ricciardo (Australien) Toro-Rosso-Ferrari 1:40,748, 21. Timo Glock (Wersau) Virgin-Cosworth 1:40,866, 22. Jarno Trulli (Italien) Lotus-Renault 1:41,620, 23. Jerome d'Ambrosio (Brasilien) Virgin-Cosworth 1:42, 540, 24. Narain Karthikeyan (Indien) Hispania-Cosworth 1:43,197, 25. Vitantonio Liuzzi (Italien) Hispania-Cosworth 1:43,991, 26. Davide Valsecchi (Italien) Lotus-Renault 1:44,054, 27. Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus-Renault 1:44,886 (Nico Hülkenberg fuhr im 1. freien Training anstelle von Stammpilot Paul di Resta, Daniel Ricciardo fuhr im 1. freien Training anstelle von Stammpilot Sebastien Buemi, Davide Valsecchi fuhr im 1. freien Training anstelle von Stammpilot Heikki Kovalainen)

(dpa/sid/abendblatt.de)

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