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"Es geht um Existenzen" – Hoeneß ledert gegen DFB-Tests

Der Präsident des FC Bayern wirft dem DFB Geldmacherei mit unnötigen Spielen vor und kritisiert den Transfer von Christoph Daum.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß kritisiert den DFB für die Ansetzung von Testländerspielen
Foto: dapd/DAPD

Düsseldorf. Präsident Uli Hoeneß vom Rekordmeister Bayern München hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Zusammenhang mit der Ansetzung von Länderspielen zu Testzwecken wie am Dienstagabend in Mönchengladbach gegen Australien Geldmacherei vorgeworfen. „Das Spiel kann man sich schenken. Das wird ja auch nicht gemacht, um zu testen. Sondern da gibt es fünf Millionen Euro für den DFB. Die bauen dann den siebten Silo (hier: Geldspeicher, d.Red.), laden uns aber nicht mal zur Grundsteinlegung ein“, sagte Hoeneß am Montagabend bei einem Gespräch im Rahmen des Kulturforums der Düsseldorfer Stadtsparkasse.

In der entscheidenden Phase der Bundesliga-Saison müsse ein Testspiel gegen Australien nicht sein, schließlich gehe es in der Liga „um Meisterschaft und Existenzen“, sagte Hoeneß. Außerdem bezweifelte er den Wert solcher Spiele generell. „Da kann man überhaupt nichts testen. Die Bundesliga ist auf dem Weg, die beste Liga der Welt zu werden. Die Spiele dort sind besser als jeder Test. Ein Trainingsspiel bei Bayern, Team A gegen Team B, ist besser bestückt als das Spiel gegen Australien“, sagte er.

Beim DFB stießen die Aussagen auf Unverständnis. „Ich darf Uli Hoeneß in aller Sachlichkeit daran erinnern, dass die Nationalmannschaft zweimal für den FC Bayern in München angetreten ist: einmal zur Eröffnung der Allianz-Arena und beim Abschiedsspiel für Oliver Kahn“, sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff betonte, dass „solche Spiele für die Entwicklung der Mannschaft und vor allem der jungen Spieler“ wichtig seien: „Wir brauchen diese Begegnungen, um den jungen Spielern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Und von einer starken Nationalmannschaft profitiert auch die Bundesliga und damit auch die Vereine.“

Grundsätzlich hält Hoeneß jedoch viel von der deutschen Nationalmannschaft. Neben Titelverteidiger und Weltmeister Spanien sieht er den DFB bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine als Favoriten auf den EM-Pokal. „Ich denke, dass Deutschland und Spanien das Nonplusultra in Europa sind und nächstes Jahr den Titel unter sich ausmachen werden“, sagte er.

Weniger positiv sieht Hoeneß die jüngsten Trainerwechsel in der Liga. Vor allem die Verpflichtung seines Intimfeindes Christoph Daum durch Vorstandschef Heribert Bruchhagen von Eintracht Frankfurt missfällt ihm. „Ich habe mich schon gewundert, dass Heribert, den ich als sehr behutsamen und bedächtigen Mann konservativer Neigung und nachhaltigen Manager kennengelernt habe, so eine Aktion startet. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Da muss irgendwie ein Pulver im Kaffe der Bundesliga gewesen sein, allgemein. Und er hat vielleicht auch etwas da drin gehabt“, sagte Hoeneß.

Bruchhagen reagierte mit Unverständnis auf die Attacke: „Der Uli sitzt in seinem wunderschönen Haus am Tegernsee und kennt die Nöten und Sorgen der Bundesliga nicht mehr“, sagte Bruchhagen am Dienstag. Die Freundschaft will er dem Bayern-Präsidenten trotz der Äußerungen nicht kündigen. Bruchhagen: „Quatsch. Wir hatten 15 Jahre ein schlechtes Verhältnis und seit fünf Jahren ein gutes. Und das wird auch so bleiben.“

 

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