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Sport

Bundesliga-Countdown: Noch vier Tage

1. FC Köln: "König Artur" dringt nicht in "Prinz Poldis" Reich

Am Freitag rollt der Ball wieder: Transfers, Theater und Tore vor dem Startschuss – abendblatt.de stimmt Sie auf die Rückrunde ein.

Absage an den "FC": Artur Wichniarek hat sich für die Zweite Liga und den FC Ingolstadt entschieden.
Foto: dpa/DPA

Montag, 10. Januar 2011:

1. FC Köln: Die Rheinländer werden weiter von ihrem Prinzen regiert, der König hat sich gegen den Klub aus der Domstadt entschieden: "König" Artur Wichniarek wechselt zum Zweitligisten FC Ingolstadt, "Prinz Poldi" erhält also keinen neuen Sturmpartner aus seinem Geburtsland. Der 33-jährige Pole Wichniarek soll Ingolstadt in der Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga zum Klassenerhalt verhelfen. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Trainer Benno Möhlmann und möchte das mir entgegengebrachte Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen“, zitiert eine Pressemitteilung des Tabellen-Vorletzten den am Montag verpflichteten Offensivspieler.

Zuvor war Wichniarek auch beim 1. FC Köln im Gespräch. Der Stürmer spielte zuletzt für Lech Posen und war während seiner Zeit in Deutschland für Arminia Bielefeld und Hertha BSC aktiv. Von 1999 bis 2009 absolvierte er insgesamt 215 Spiele (49 Tore) in der Bundesliga sowie 54 Partien (37 Tore) in der 2. Liga.

Borussia Dortmund: Der BVB kann langfristig mit Torhüter Roman Weidenfeller planen. Der 30-Jährige verlängerte beim Tabellenführer kurz vor dem Rückrundenstart in der Bundesliga seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag um drei Jahre bis zum 30. Juni 2014.

1899 Hoffenheim: Das Tischtuch zwischen dem abwanderungswilligen Stürmer Demba Ba und Hoffenheim ist endgültig zerschnitten. „Ich habe keine Lust, ein erneutes Resozialisierungsprogramm für Demba aufzulegen. Eine Trainingsmöglichkeit wird er aber bekommen“, sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner dem Internetportal "fußball.de" und erklärte: „Der Weg, den er gewählt hat, ist absolut nicht aktzeptabel.“ Man werde hart bleiben. Eine Versöhnung erscheint kurz vor dem Rückrundenstart am Wochenende unmöglich. Laut Tanner kann Ba auch nicht mit Sympathisanten im eigenen Team rechnen: „Die Stimmung in der Mannschaft ist gegen ihn. Da gibt es keine Zweifel.“ Der 25-jägrige Ba, der in Hoffenheim noch einen Vertrag bis 2013 besitzt, hatte bereits in der vergangenen Woche einen Transfer erzwingen wollen und die Reise ins Trainingslager nach La Manga/Spanien verweigert. Ba möchte unbedingt nach England in die Premier League wechseln. Das erste Angebot von West Ham United hatte Tanner jedoch abgelehnt. Der Tabellenletzte soll angeblich sieben Millionen Euro geboten haben. Hoffenheim fordert aber anscheinend einen zweistelligen Millionenbetrag für den Senegalesen.

FC Schalke 04: Der abstiegsgefährdete Zweitligist Arminia Bielefeld hat Bundesligist Schalke 04 um Hilfe gebeten. Arminias Aufsichtsratsmitglied Gerry Weber fragte beim Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wegen eines möglichen Wechsels der Reservisten Erik Jendrisek und Alexander Baumjohann auf die Alm an. „Die Bereitschaft, der Arminia zu helfen, ist da, aber dabei müssten auch die Spieler mitmachen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Spieler, die bei Schalke 04 einen Vertrag unterschrieben haben, um in der Champions League zu spielen, in die zweite Liga wechseln wollen“, sagte Schalkes Trainer Felix Magath am Montag im Rahmen des Trainingslagers des Vizemeisters im türkischen Belek. Der slowakische WM-Teilnehmer Jendrisek war vor Saisonbeginn vom Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern ablösefrei nach Gelsenkirchen gewechselt. Das Eigengewächs Baumjohann war vor einem Jahr als Ersatzmann von Bayern München zu den Königsblauen zurückgekehrt, hatte aber auch im zweiten Anlauf nicht den Durchbruch auf Schalke geschafft.

Werder Bremen: Klubchef Klaus Allofs hat ein Interesse an der Rückkehr von Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose dementiert. „Das ist vollkommener Blödsinn“, sagte Allofs am Montag am Rande des Trainingslagers in Belek. „Das gehört zu den Dingen, die nicht möglich sind. Damit haben wir uns nicht beschäftigt.“ Klose hatte von 2004 bis 2007 drei Spielzeiten für Werder gespielt, ehe er zu Bayern München wechselte. Auch ein Transfer des Nürnbergers Ilkay Gündogan ist aus finanziellen Gründen derzeit keine Option, auch wenn Werder Interesse an dem Mittelfeldspieler signalisiert hat. „Nürnberg möchte ein Menge Geld, und das steht uns nicht zur Verfügung“, sagte Allofs:„Ein Transfer ist daher sehr unwahrscheinlich.“ (dpa)

Bundesliga-Ranking: Shinji Kagawa ist nach Meinung der Bundesliga-Spieler der Aufsteiger der Saison. In einer Umfrage des „Kicker“ votierten 29,3 Prozent der Fußball-Profis für den Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund. Knapp hinter dem im Sommer für nur 350.000 Euro verpflichteten Japaner rangiert dessen Vereinskollege Mario Götze. Der Jung-Nationalspieler erhielt 26,5 Prozent der Stimmen. Gleichwohl muss sich der Herbstmeister (24,8 Prozent) in der Kategorie „Überraschungsmannschaft der Saison“ mit Rang drei hinter Mainz 05 (33,6 Prozent) und Hannover 96 (26,9 Prozent) begnügen. Bei den „Absteigern der Saison“ liegen zwei Bayern-Stars vorn. Der mittlerweile nach Malaga gewechselte Martin Demichelis (10,1 Prozent) wurde am häufigsten genannt, dicht gefolgt von seinem einstigen Abwehrkollegen Daniel van Buyten (8,9 Prozent). Als größte negative Überraschungen gelten der VfB Stuttgart (33,2 Prozent) und der FC Schalke (29 Prozent). Mit einem eindeutigen Votum bekundeten die Bundesliga-Profis ihre ablehnende Haltung zur Entscheidung der Fifa, die WM 2022 an Katar zu vergeben. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) halten diesen Beschluss für falsch. Mehr Zustimmung findet dagegen die Wahl für die WM 2018. Immerhin 48,9 Prozent der Profis begrüßen, dass die Endrunde in Russland ausgetragen wird.

Werder Bremen: Sportdirektor Klaus Allofs hat eine Rückkehr von Bayern Münchens Nationalstürmer Miroslav Klose zu Werder nicht ausgeschlossen. „Von vornherein werde ich nicht sagen: Das geht nicht. Ich schließe nichts aus, solange eine Verpflichtung finanziell realisierbar ist und sportlich Sinn macht. Aber immer unter der Prämisse, dass wir kein unverantwortliches Risiko eingehen“, sagte der Werder-Manager dem Internetportal "Spox.com". Klose spielte bereits vor seinem Wechsel nach München von 2004 bis 2007 für die Bremer und erzielte in 89 Bundesligaspielen 53 Tore für die Hanseaten. Der Vertrag des 32-Jährigen bei Bayern läuft am 30. Juni 2011 aus. (sid)

FSV Mainz 05: Achtung, die Mainzer kommen! Nach monatelangem Understatement peilt der FSV jetzt offen eine Teilnahme am Europapokal an. „Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Mannschaft hat eine hervorragende Vorrunde gespielt. Diese Saison ist fantastisch“, sagte Präsident Harald Strutz in einem „Kicker“-Interview vor dem Rückrundenauftakt des Tabellenzweiten am Sonnabend beim VfB Stuttgart. „Wir wollen ein fester Bestandteil der Bundesliga werden, unser Image beibehalten und uns wirklich ein bisschen zum Kultclub entwickeln“, erklärte Strutz. „Und sportlich, das sage ich ganz offen, uns irgendwann mal für die Europa League qualifizieren.“

VfL Wolfsburg: Nach dem Rekordwechsel von Edin Dzeko zu Manchester City in die englische Premier League sucht der VfL einen neuen Kapitän. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, sagte Trainer Steve McClaren im Anschluss an das Traininsglager in Marbella. In den Testspielen gegen den HSC Montpellier (4:0) und Borussia Mönchengladbach (0:0) trugen Marcel Schäfer und Torwart Diego Benaglio die Binde. „Beide haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht“, betonte McClaren. Eigentlich, so der Engländer, sollte jeder Profi ein Führungsspieler sein, „aber Marcel und Diego sind mit am längsten hier im Verein." Keinen großen Wert auf das Amt des Mannschaftsführers legt Arne Friedrich. Der Nationalspieler rückt nach seiner halbjährigen Pause wegen eines Bandscheibenvorfalls wieder ins Team. „Ich werde auch ohne Kapitänsamt meinen Mund aufmachen“, kündigte der Abwehrspieler an, der mit dem Dänen Simon Kjaer in der Innenverteidigung spielen soll. (sid)

1899 Hoffenheim: Mäzen Dietmar Hopp vom Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim hat sich erneut vehement gegen den Vorwurf gewehrt, am Transfer von Luiz Gustavo zu Rekordmeister Bayern München ohne operatives Mandat entscheidend mitgewirkt zu haben. „Ich habe doch gar nicht in das Tagesgeschäft eingegriffen. Der Gustavo-Transfer ist genau so über die Bühne gegangen, wie es die DFL-Statuten vorschreiben“, sagte Hopp dem Nachrichtenmagazin Focus. Derzeit überprüft die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Rolle des SAP-Mitbegründers beim Transfer des Brasilianers Gustavo. Hopp war gemeinsam mit 1899-Manager Ernst Tanner zu den Vertragsverhandlungen nach München gereist und hatte den Wechsel von Gustavo zu den Bayern für 17 Millionen Euro perfekt gemacht. „Ernst Tanner hat den Verkauf in Abstimmung mit der Geschäftsführung und den Gesellschaftern abgewickelt. Das hatte alles seine Ordnung“, meinte Hopp. (sid)

Werder Bremen: Per Mertesacker in die englische Premier League? Dieses Gerücht gab es schon häufiger, angesichts der Formschwäche in der Hinrunde kommt es diesmal jedoch recht überraschend. Die englische Tageszeitung "Daily Mirror" berichtet heute von einem Interesse Arsenal Londons am Innenverteidiger von Werder Bremen. Grund dafür: Mit Sebastian Squillaci und Thomas Vermaelen sind zwei Kräfte der "Gunners" verletzt, Coach Arsene Wenger möchte noch einen Ersatz verpflichten.

Bayern München: Wieder einmal gibt es Krach beim FC Bayern: Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat Trainer Louis van Gaal wegen des Torwarttausches attackiert. „Klüger wäre es gewesen, wenn sich Louis van Gaal bei einer so wichtigen Frage vorher mit den Verantwortlichen des FC Bayern besprochen hätte. Uli Hoeneß hatte im Fernsehen mangelnde Kommunikationsfähigkeit von van Gaal kritisiert. Das scheint hier der Fall zu sein“, schrieb Beckenbauer in seiner Kolumne für die "Bild"-Zeitung über den Wechsel von Jörg Butt zu Thomas Kraft. Van Gaal gehe mit dem für den Rückrundenstart am Sonnabend beim VfL Wolfsburg erwarteten Tausch „das Risiko ein, seine Maßnahme ohne Rückendeckung durchzuziehen“, monierte Beckenbauer: „Zumindest Sportdirektor Christian Nerlinger als seinen engsten Vertrauten müsste er vorab informieren. Besser noch wäre es, auch Karl-Heinz Rummenigge mit einzubeziehen.“ (dpa)

Borussia Dortmund: Das letzte bundesligafreie Wochenende ist Geschichte! Ab dem kommenden Freitag rollt der Ball im Fußball-Oberhaus wieder. Eröffnen werden dann Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund und Verfolger Bayer Leverkusen (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de). Die Dortmunder sind dann in der BayArena zu Gast. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp zeigt sich übrigens gut gerüstet für die "Mission Meisterschaft". Am Sonntag gab es beim Champions-League-Teilnehmer FC Basel einen 4:0-Sieg. Nicht mit dabei war da noch Torjäger Lucas Barrios, der nach überstandener Virus-Infektion heute wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Shooting-Star Shinji Kagawa fehlt den Dortmundern auf jeden Fall zum Start, denn er weilt mit Japan bei den Asien-Meisterschaften. Dort gab es gestern zum Auftakt ein bescheidenes 1:1-Remis gegen Jordanien. Bei Bayer Leverkusen wird Michael Ballack auch noch Geduld haben müssen. Trotz seines Comebacks letzte Woche kommt das Spiel gegen den BVB noch zu früh.

 

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