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Sport

Tennis: US Open

Kohlschreiber siegt gegen Lübecker Kamke

Philipp Kohlschreiber ist auf der Suche nach einem Coach. Sein Auftaktmatch bei den US Open gewann der Augsburger auch ohne Trainer.

Philipp Kohlschreiber startete gut in die US Open.
Foto: dpa/DPA

New York. Der Auftakt bei den US Open war erfolgreich, die Trainersuche geht für Philipp Kohlschreiber indes weiter. Nach einem 6:2, 4:6, 6:2, 6:4-Auftaktsieg am Mittwochabend (Ortszeit) gegen den Lübecker Tobias Kamke steht Deutschlands bester Tennisspieler in New York in der zweite Runde – und ist in Sachen Coach ebenfalls einen Schritt vorangekommen. „Es gibt einiges Neues, das ich aber noch für mich behalten werde“, meinte Kohlschreiber und lächelte verschmitzt. Er habe bereits Gespräche mit einigen Kandidaten geführt und werde auch in Flushing Meadows „schon noch mit zwei, drei Leuten sprechen“.

Auf keinen Fall, so der Augsburger, werde der ehemalige Trainer von Andre Agassi, Brad Gilbert, darunter sein, dessen Name kürzlich im Zusammenhang mit ihm erwähnt wurde. „Der liegt nicht im Erschwinglichen für mich“, meinte Kohlschreiber süffisant. Ein deutscher Trainer käme ebenfalls nicht infrage. Bei seinem Comeback gegen Kamke konnte der 26-Jährige nach knapp einwöchiger Pause wegen einer Entzündung in der rechten Schulter nicht überzeugen, musste aber auch nie um den Einzug in die zweite Runde bangen. „Ich habe sicher nicht geglänzt, aber es war einfach nur wichtig, durchzukommen. Ich muss mich auf jeden Fall steigern.“

Kohlschreiber spielt jetzt gegen Gilles Simon aus Frankreich. Vielleicht zeigt er im Duell mit der Nummer 42 der Weltrangliste ja einen spektakulären Schlag rückwärts durch die Beine. Diese Showeinlage hatte Kohlschreiber Anfang August mehrfach ausprobiert, als Roger Federer ihn für ein gemeinsames Training zehn Tage nach Zürich eingeladen hatte. Der Schweizer Weltranglisten-Zweite beherrscht diese artistische Variante nahezu perfekt und zeigte dies bereits in seinem Erstrunden-Match gegen den Argentinier Brian Dabul.

BERDYCH BLAMIERT SICH

„Ich hab's auch mal mit dem Ball durch die Beine probiert, aber der ist nicht so mit Schmackes wie bei ihm ins andere Feld gekommen“, meinte Kohlschreiber, der auf der Pressekonferenz sieben Minuten lang von seinem Training mit Federer und dessen Coach Paul Annacone schwärmte. „Für mich war's einfach die beste Einheit, die man haben kann. Mit ihm zu reden und das Niveau des Trainings, der Druck, den er sofort aufbaut, waren hervorragend für mich.“

Bei den ATP-Masters-Turnieren in Toronto und Cincinnati habe er im vergangenen Monat bereits versucht, die Trainingsinhalte umzusetzen, betonte „Kohli“ und hob zugleich hervor, dass er keineswegs der „Sparringspartner“ von Federer war. „Ich musste alle seine Übungen auch machen und einige konnte ich sogar besser umsetzen, andere wiederum nicht. Ich stand da nicht in einer Ecke und habe ihm nur die Bälle zugespielt. Es war wirklich so ausgelegt, dass ich nicht nur der Kasper war.“

Warum Federer gerade ihn per SMS kontaktiert und letztlich als Trainingspartner auserkoren hat, weiß Kohlschreiber bis heute nicht. Vielleicht läge es ja daran, dass er ein „Trainingstier“ sei. Nach seinen positiven Erfahrungen hofft Kohlschreiber, dass ihn der Superstar noch einmal einlädt. „Wenn er hier gewinnt, steigen vielleicht meine Chancen, erneut mit ihm zu trainieren.“

 

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