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Sport

Hamburger Galopp-Derby

Das Galopp-Derby hofft für 2011 auf neuen Investor

Der mehrheitlich dem Hamburger Dr. Andreas Jacobs gehörende Vermarkter Infront engagiert sich allerdings bereits in Baden-Baden.

Die Zukunft der Galopp-Rennbahn in Hamburg-Horn ist nicht gesichert. Für 2011 wird ein neuer Derby-Investor gesucht.
Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos

Bisweilen liegt das Glück so nahe: Während der Hamburger Renn-Club nach dem Aus für die Doppelrennbahn und gestrichenen Stadtzuschüssen um das finanzielle Überleben kämpft, wohnt und arbeitet einer der größten Turfprofis praktisch nebenan. Doch hat sich Dr. Andreas Jacobs, langjähriger Vizepräsident in Horn, aktuell anderen Aufgaben verschrieben. Mit dem mehrheitlich in seinem Besitz stehenden Sportrechtevermarkter Infront ist der Vollblutunternehmer auf gutem Wege, dem insolventen Hippodrom in Baden-Baden neues Leben einzuhauchen.

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"Man sollte nur auf einem Pferd an den Start gehen", entgegnet der gebürtige Bremer Jacobs auf Nachfrage, warum er nicht auch an seinem Wohnort aktiv wird. Doch folgt ein deutliches Signal: "Wenn wir in Baden-Baden erfolgreich sind, wollen wir uns auch in anderen Turfstädten engagieren - von Longchamp in Frankreich bis Epsom in England." Baden-Baden ist das Pionierprojekt: Nirgendwo sonst wird der Rennbetrieb von einem professionellen Vermarkter gemanagt. 2011 soll Klarheit bestehen, ob Infront umsattelt und neben Fußball und Eishockey auch Pferdesport in sein Portefeuille aufnimmt.

"Die Doppelrennbahn wäre eine famose Sache gewesen", kommentiert Andreas Jacobs die politische Grundsatzentscheidung dieses Frühjahrs. Nach der Einstellung des Projekts und der Ankündigung der Stadt, ihre finanzielle Unterstützung zurückzufahren, stellt sich mehr denn je die Frage, ob das Deutsche Derby in Hamburg überhaupt noch zu retten ist. "Es handelt sich um eines der bedeutendsten Ereignisse des deutschen Sportkalenders", entgegnet Jacobs. Zwar wollte sich der Züchter zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Renn-Clubs nicht äußern, doch sagte er: "Die Derbybahn hat nur eine Zukunft im Schulterschluss mit der Stadt. Und mit neuen Konzepten." Bereits während seiner Vorstandszeit in Hamburg hatte er angeregt, die verlustreichen Renntage in der Woche zu streichen und ausschließlich an den beiden Wochenenden zu starten.

Jacobs weiß, wovon er spricht. Als Präsident des Bremer Rennvereins ist es ihm vor einigen Jahren gelungen, die dortige Bahn zu beleben. Im Deutschen Vollblut-Direktorium in Köln sitzt der Erbe der früheren Kaffeedynastie im Vorstand, zudem ist er Präsident von Baden Racing. Erst vorgestern landete der Unternehmer wieder in Hamburg - nach intensivem Einsatz bei der Fußball-WM. In der Bundesliga ist Infront Partner von Schalke 04 und Bremen. Werder-Manager Klaus Allofs und Jacobs gehört der dreijährige Hengst Codoor. Nachdem der Galopper sich nicht im Derbystarterfeld platzieren konnte, rückt er in einem hoch dotierten Ausgleich 1 am Sonntag in die Box.

Jacobs, dem neben dem Gestüt Fährhof in Sottrum bei Bremen mit 60 Mutterstuten, 40 Fohlen und 40 Jährlingen auch Zuchtstätten in England und Südafrika gehören, ist im Wettstreit um das Blaue Band dennoch prominent präsent. Der auf dem Fährhof geborene Zazou gehört zum Favoritenkreis. Und der gleichfalls in Sottrum gezogene Supersonic Flight geht mit Außenseiterchancen über die 2400 Meter lange Distanz. Beide Pferde wurden früh verkauft und gehören jetzt anderen Besitzern.

Das Hauptrennen am Mittwoch gewann Andrasch Starke auf Aslana. Heute ist in Horn Ruhetag.

 

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