04.07.10Fussball-WM in Südafrika
"Die beste Mannschaft seit Netzer und Beckenbauer 1972"
Die internationale Presse lobt die deutsche Mannschaft für das 4:0 gegen Argentinien. Kapitän Philipp Lahm: "Haben das Zeug, den Titel zu holen."
Foto: Getty Images/Getty
Hansi Flick (l.) und Jogi Löw waren trotz der frühen Führung angespannt.
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Hamburg.
Die Reise zum vierten Stern geht für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika weiter, doch Jogi Löws Jungspunde blieben nach der erneuten Demontage eines WM-Favoriten erstaunlich gelassen. Kein ausgelassener Jubel, nur einige herzliche Umarmungen und eine ganz unaufgeregte, entspannte Ehrenrunde - mehr wollte sich das Team nach dem unglaublichen
4:0
(1:0) gegen die völlig fassungslosen Argentinier von Diego Maradona und Lionel Messi nicht gönnen.
Die Mission, so das Signal der Spieler, ist mit dem Einzug ins Halbfinale, in dem es am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf abendblatt.de) in Durban gegen Europameister Spanien (
1:0 gegen Paraguay
) geht, noch lange nicht beendet. Es ist die brisante Neuauflage des EM-Finals von 2008, als in Wien die Furia Roja durch einen Treffer von Fernando Torres 1:0 gewann. Die DFB-Elf brennt also auf Revanche. "Jeder, der im Halbfinale steht, hat auch das Zeug, den Titel zu holen", sagte Mannschaftskapitän Philipp Lahm.
Dass Deutschland der vierte WM-Titel zuzutrauen ist, wurde spätestens im Viertelfinale gegen Argentinien klar. Es war eine Demonstration der eigenen Stärke. Schweinsteiger und Co. begeistern die Fußball-Welt - und bekommen Lob von allen Seiten. "Fyens Stiftstidende" aus Dänemark schreibt: "Deutschlands multiethnische Elf ist jetzt der absolute Titelfavorit. Seit Netzer und Beckenbauer 1972 hat es keine bessere Mannschaft gegeben." "Die deutsche Vorführung!", kommentiert L'Equipe aus Frankreich. Terra aus Brasilien titelt: "Deutschland hat sich mit einem Massaker von 4:0 das Halbfinale gesichert." Und die Spanier von AS schwärmen: "Deutschland bringt Maradona und ganz Argentinien zum Schweigen."
"Jetzt sind wir unter den besten Vier der Welt, aber da gehört diese Mannschaft auch hin", sagte Bundestrainer Löw nach dem höchsten deutschen Sieg in einem WM-Viertelfinale seit 1966 (4:0 gegen Uruguay). Und fügte hinzu: "Was die Mannschaft an Willen abgeliefert hat, das war Champions-Niveau." Selbst Tribünengast Angela Merkel geriet ins Schwärmen. "Es war einfach überwältigend. Das ist ein Traum", sagte die Kanzlerin, die der Mannschaft noch in der Kabine gratuliert hatte.
Pressestimmen zu Deutschlands Super-Sieg
THE SUN (England): "Deutschland vernichtet Diegos Star-Ensemble und marschiert ins WM-Halbfinale."
Marca (Spanien): "Deutschland hat Maradonas Argentinien gedemütigt!"
AS (Spanien): "Deutschland bringt Maradona und ganz Argentinien zum Schweigen."
Gazzetta dello Sport (Italien): "Spektakuläres Deutschland demütigt Argentinien!"
L'Equipe (Frankreich): "Die deutsche Vorführung!"
Clarin (Argentinien): "Die Selección verabschiedet sich gedemütigt von der WM."
Olé (Argentinien): "Diego, der Junge heißt Müller..."
Terra (Brasilien): "Deutschland hat sich mit einem Massaker von 4:0 das Halbfinale gesichert."
Kronen Zeitung (Österreich): "DFB-Express überrollt Diegos Argentinien 4:0."
Politiken (Dänemark): "Joachim Löw hat erneut bewiesen, dass er ein Klassetrainer ist und in einer Woche die Nr. 1 auf der Welt sein kann. Die Deutschen zogen Maradonas Männer einfach aus."
Fyens Stiftstidende (Dänemark): "Deutschlands multiethnische Elf ist jetzt der absolute Titelfavorit. Seit Netzer und Beckenbauer 1972 hat es keine bessere Mannschaft gegeben."
Expressen (Schweden): "Man kann das einfach nur genießen. Diese herrliche deutsche Mannschaft lässt das Schwere kinderleicht aussehen."
Dagbladet (Norwegen): "Die ersten sechs Minuten der deutschen Elf rund um das 1:0 waren vielleicht der beste Fußball, der jemals gespielt wurde. Der Hunger in der Löw-Mannschaft macht sie jetzt zum klaren WM-Favoriten."
The Sunday Times (Indien): "Argentinien auf allen Vieren - Maradonas Traum zerplatzt, als seine Mannschaft von den Deutschen verprügelt wird."
The Hindu (Indien): "Deutschland vernichtet Argentinien - Präziser, flüssiger Angriff und unüberwindliche Abwehr zerschmettern Maradonas Traum."
Dawn (Pakistan): "Deutschland verprügelt Messis Argentinien mit 4:0."
The Daily Star (Bangladesch): "Adios Argentina - Diegos Männer von skrupellosen Deutschen demontiert."
The Kathmandu Post (Nepal): "Blendend aufgelegte Deutsche spazieren ins Halbfinale."
Straits Times (Singapur): "Cry for me Argentina. Maradonas Team wurde - obwohl es angeblich mit Messi den besten Spieler der Welt in seinen Reihen hat - von einer jungen Mannschaft bloß gestellt, die mehr Disziplin zeigte und bessere Tricks drauf hatte."
Haaretz (Israel): "Joachim Löw war sicherlich nie ein Fußballer wie Maradona, aber als Coach hat er ihn spektakulär übertroffen. Wenn alles darauf aufgebaut ist, alle fünf Minuten zu beten und sich bei Messi einzuschleimen, wie Maradona es während des Turniers getan hat, dann können die Dinge nur in Tränen enden."
Sonntag (Schweiz): "Das Bild vom deutschen Panzer ist längst vergilbt. Deutschland ist jung, dynamisch, offensiv und vor allem sympathisch. Dafür brauchte es einen positiv verrückten Trainer wie Löw."
NZZ am Sonntag (Schweiz): "Die Mannschaft von Trainer Joachim Löw hat mit einer eindrücklichen Vorstellung ein Kapitel WM-Geschichte geschrieben, an dessen Ende die Titel-Hoffnung in Erfüllung gehen könnte. Für Argentinien und Diego Maradona ist dieses Kapitel Geschichte geschlossen."
(abendblatt.de/sid/dpa)