HSV: Zusammen mit Ivica Olic erzielte Petric alle neun Tore im Uefa-Cup
Mladen Petric - Mister Europapokal
In der ersten K.-o.-Runde gegen NEC Nijmegen rückt der in der Liga gesperrte Stürmer in die Startelf.
Foto: Witters
Nijmegen. Ihre überhaupt erst dritte Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb zelebrieren die Verantwortlichen des NEC Nijmegen. An der Ortseinfahrt grüßt ein Schild mit dem Stadtnamen und dem deutlich größer verfassten Hinweis auf die Partie gegen den HSV (heute, 20.45 Uhr), die Fenster der Häuser sind dekoriert mit NEC-Fahnen, und über die Spiele in der niederländischen Liga - NEC ist Tabellenneunter der niederländischen Ehrendivision - wird gar nicht erst gesprochen. Schließlich ist der HSV da. Der große HSV. Zwei Spieler des übermächtigen Gegners werden als erstes genannt: "Ivica Olic und Mladen Petric", so Nijmegens Trainer Mario Been auf die Frage nach den auffälligsten Stärken des HSV.
Und Been hat damit Recht. Von den neun Toren im Uefa-Cup in der laufenden Spielzeit erzielte Petric fünf - und die restlichen vier steuerte Olic bei. Umso erfreuter dürfte der Coach der Niederländer vernommen haben, dass einer der beiden Torgaranten aller Voraussicht nach vorerst auf der Bank Platz nehmen wird. Im Abschlusstraining ließ Jol alle Variationen üben, zumeist aber mit Olic im B-Team. "Ich kann auch nicht alle drei Tage spielen", sagt Olic mit Blick auf die Bundesligapartie am Sonntag bei Bayer Leverkusen und die bevorstehenden englischen Wochen, "wir haben in diesem Monat so viele Spiele, dass wir uns abwechseln sollten. Ich wäre zwar nicht glücklich, aber ich habe auch kein Problem damit, auf die Bank zu gehen."
Und das wird er wohl auch. Obwohl Trainer Jol sich alles offen hält, hat Paolo Guerrero nach seinen beiden Toren in den letzten beiden Bundesligapartien gute Karten, während Mladen Petric, der zuletzt ob seiner Rotsperre in der Bundesliga zwangspausierte und ausgeruht ist, als gesetzt gilt. "Der Trainer hat eine sehr schwierige Entscheidung zu treffen. Aber ich gehe doch fest davon aus, dass ich spiele", sagt Petric. Ob er am liebsten mit seinem Landsmann Olic spielen würde? "Ich kenne die Torbilanz von uns im Uefa-Cup. Aber es gibt für jede Konstellation ein Argument. Mir wäre es eigentlich am liebsten, wir würden alle drei von Beginn an spielen. Aber das wäre für ein Auswärtsspiel zu offensiv."
Das hofft auch Nijmegens "Kronprinz" Been, wie Jol seinen Kollegen betitelt, der angespannt wirkt. "Die ganze Stadt ist das", relativiert der 45-Jährige. Im Zentrum der 160 000 Einwohner-Stadt wurde extra ein Partyzelt aufgebaut, in dem die Fans heute ab 14 Uhr feiern können. Höhepunkt der Party wird ein Auftritt von Erik Langedijk. Der NEC-Manager und Sänger in Personalunion hat extra für das "historischste Spiel der Vereinsgeschichte" (O-Ton Been) den Song "Mit Daan neur der Reeperbahn" aufgenommen (zu sehen und zu hören hier.
| Nijmegen-Song zum HSV-Spiel |
. Darin enthalten ist auch die weniger provokativ denn lustig gemeinte Textzeile "Schade ist es ja für Martin Jol... wir sind die Sieger auf dem Feld, wir sind die besten auf der Welt."
Weniger lustig dürften Jol und seine Spieler die Worte von NEC-Kapitän Youssef El-Akchaoui aufnehmen. Angesprochen auf den wirklich tiefen und matschigen Untergrund im Goffertstadion, sieht der den HSV dadurch im Vorteil. "Der HSV spielt immer sehr schnell und direkt auf seine Spitzen, während wir mehr versuchen, die Sachen von hinten heraus fußballerisch zu lösen. Ich glaube, da spielt so ein schlechter Rasen eher dem deutschen Fußball in die Karten."
Selbstbewusste Worte, die Trainer Been umgehend zu relativieren versucht: "Er meint, dass wir immer spielen wollen. Aber wir sind ganz sicher nicht besser als der HSV. Im Gegenteil: Wir werden schon zwei nahezu perfekte Spiele brauchen, um noch eine Runde weiterzukommen."








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