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Sport

Endlich tobt Leben in "Rockys" Oase

Wer an der Kneipe "Oase" im Stadtteil Neudorf von der Hauptstraße abbiegt, der kommt auf einen Hinterhof, wie es viele gibt in Duisburg. Die wahre...

Duisburg. Wer an der Kneipe "Oase" im Stadtteil Neudorf von der Hauptstraße abbiegt, der kommt auf einen Hinterhof, wie es viele gibt in Duisburg. Die wahre Oase versteckt sich in einem unscheinbaren Fabrikgebäude. Auf rund 500 Quadratmetern hat sich Graciano Rocchigiani, 1988 Weltmeister im Supermittel- und zehn Jahre später auch Champion im Halbschwergewicht, seinen Traum vom eigenen Boxgym erfüllt. Hell und freundlich sind die Räume gestaltet, der Fußboden frisch mit Parkett ausgelegt, an den weiß getünchten Steinwänden erinnern großflächige Fotos und Plakate an die Glanzzeit des heute 45-Jährigen.

Im November 2008 hat der Deutschitaliener, an dessen südeuropäische Wurzeln diverse im ganzen Gym verteilte Devotionalien der "Squadra Azzurra" erinnern, sein Gym eröffnet, ein paar Wochen später hätte er es wegen Sportlermangels fast wieder geschlossen. Erst die Offerte von Arena-Chef Ahmet Öner, seinen Deutschland-Standort von Hamburg nach Duisburg zu verlegen, rettete Rocchigiani.

"Das war für ihn wie eine Wiedergeburt", sagt Juana Sonia Petuchov. Die ausgebildete Erzieherin, eine resolute und umtriebige Berlinerin, ist mit Rocchigiani seit vier Jahren liiert. Sie kümmert sich rührend um das Gym und den früheren Skandal-Boxer, der wegen diverser Delikte (Körperverletzung, Sachbeschädigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis) mehrfach zu Haftstrafen verurteilt und zuletzt im November 2007 vorzeitig entlassen worden war. Immerhin kann sie im Frühjahr den Fahrdienst für "Rocky" einstellen, wenn er nach vier Jahren seinen Führerschein zurückerhält.

"Ich bin sehr froh über die Chance, die Arena uns gibt", sagt sie, "Graciano braucht eine Aufgabe." Die erste wartet am 6. März in Cuxhaven, wo sein neuer Schützling Herbie Hide zur WM-Ausscheidung im Cruisergewicht antritt. Mit der Ruhe ist es in der Oase vorbei.bj

 

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