Rätselraten um die Zukunft
Las Vegas. Nach seinem überzeugenden Sieg wollte Wladimir Klitschko vom Boxen zunächst nichts mehr wissen. Am Sonntag flog er mit seinem Bruder Witali nach New York, wo beide heute ein Boxturnier eröffnen und sich morgen mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan treffen. Am Mittwoch reisen die Ukrainer dann in ihrer Eigenschaft als Unicef-Botschafter nach Brasilien, wo sie Geld für ein Schulprojekt sammeln.
Dennoch stand die Frage nach dem nächsten Gegner für den WBO-Champion im Raum. Gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis ist zuerst sein Bruder dran, mit einem Sieg wäre der historische Erfolg - zwei Brüder gleichzeitig Weltmeister - geschafft. "Ich glaube nicht, dass ich gegen Lewis boxen werde", sagt Wladimir, "weil er gegen Witali verliert."
Chris Byrd hat seine Lektion schon bekommen, Francois Botha und Ray Mercer wurden dieses Jahr schon genauso verprügelt wie jetzt McCline. Kämpfe gegen die US-Senioren Mike Tyson oder Evander Holyfield wären verantwortungslos und könnten vermutlich als vorsätzliche Körperverletzung ausgelegt werden. Bleiben der Samoaner David Tua oder WBA-Champion John Ruiz, die sicherlich keine schlechten Boxer sind, aber nicht annähernd die Klasse der Klitschko-Brüder und von Lennox Lewis haben.
Wladimir Klitschko hat angeblich keine Ahnung, gegen wen er als Nächstes im Ring stehen wird. Universum-Chef Klaus-Peter Kohl erklärte nach dem Sieg seines Schützlings: "Wir werden nächste Woche über seinen nächsten Kampf reden." Für ihn steht zunächst der endgültige Abschluss des Kampfes von Witali gegen Lewis ganz oben auf der Prioritätenliste. Der für den 8. März geplante Kampf ist noch immer nicht definitiv abgeschlossen. Die Fernsehsender HBO und ZDF müssen sich noch auf das Datum einigen. "In jedem Fall wird der Abschluss der größte in meiner bisherigen Karriere sein", frohlockte Kohl bereits.
Falls sich zunächst kein geeigneter Gegner für Wladimir findet, bräuchte der Turm aus Kiew auch nicht in Traurigkeit und Lethargie verfallen, sondern könnte sich in Ruhe einem anderen großen Ziel widmen - der Gründung einer eigenen Familie.







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