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Sport

Olympia 2010 - Langlauf

Olympia-Fluch hält weiter an: Pleite für Teichmann

Nach den Olympischen Spielen in Salt Lake City und Turin enttäuscht Axel Teichmann auch in Vancouver mit dem 44. Platz über 15. Kilometer.

Hat erneut das Nachsehen. Axel Teichmann erreicht nur den 44. Platz im 15-Kilometer-Freistilrennen.
Foto: dpa/DPA

Whistler/Vancouver. Gedankenverloren stapfte Axel Teichmann zum Athleten-Bus, um ins olympische Dorf zurückzufahren. Die tolle Stimmung, die er tagelang verbreitet hatte, war mit einem Schlag verschwunden. Der 44. Platz des als Mitfavorit gehandelten Thüringers im 15-Kilometer-Freistilrennen hatte sichtlich Wirkung hinterlassen. Und auch wenn er es nicht zugeben wollte: Die Gedanken an einen Olympia-Fluch, der über ihm geistert, waren wohl wieder da.

„Fragt mich nicht, was passiert ist, ich weiß es nicht“, sagte der Bad Lobensteiner ratlos. Zumindest für kurze Zeit flüchtete er sich in Galgenhumor: „Das ist mir auch noch nie passiert, dass ich mit Startnummer 30 ins Rennen gehe und als 31. die Ziellinie überquere.“ Der Italiener Giorgio di Centa hatte ihn schon nach wenigen Kilometern überholt. Als dann auch der spätere Olympiasieger Dario Cologna noch an ihm vorbeilief, erwachte Teichmanns Kampfgeist. Er hängte sich an und war kurz vor dem Schweizer im Ziel.

Ähnlich schlecht hatten die ersten Winterspiele für Teichmann begonnen. In Salt Lake City kam er in seiner Paradedisziplin 15 Kilometer nur auf Platz 14, im Massenstart wurde er gar nur 20. und deshalb von Bundestrainer Jochen Behle nicht für die spätere Bronze- Staffel nominiert. Turin erlebte er wegen einer Haarwurzelentzündung nur aus der Zuschauerperspektive, obwohl er dort zumindest in zwei Rennen für den Olympiasieg infrage gekommen war und auch die entsprechende Form hatte. „Axel ist erfahren genug, um mit der Sache selbst klarzukommen. Wir reden einmal ernsthaft darüber, auch mit den Technikern, und dann ist es erledigt“, meinte Behle. Er glaubt weiter an Teichmanns Stärken: „Er wird kein zweites Mal so schlecht sein und in den nächsten Rennen sein wahres Potenzial zeigen.“

Auch Teichmann selbst ist überzeugt von der Wende. „Ich werde mich nicht lange darüber ärgern. Morgen früh ist ein neuer Tag und dann heißt es wieder nach vorn zu schauen“, sagte der 30-Jährige, der nun seine Chance in der Verfolgung sucht. Dafür sparte er auch ein paar Kräfte. „Wenn man merkt, dass es keinen Sinn hat, holt man nicht mehr das Letzte aus dem Körper heraus. Aber es ist Olympia, da gibt man nicht auf und will ein qualitativ ansprechendes Ergebnis ins Ziel bringen“, meinte der Hauptfeldwebel der Bundeswehr.

Gemeinsam mit den Oberwiesenthalern René Sommerfeldt (36.) und Tom Reichelt (46.) muss er die nächsten Tage für Skitests nutzen. Denn alle drei nutzen die gleiche Skimarke und kamen mit den Bedingungen nicht klar. „Sie hatten einen zu groben Schliff“, sagte Behle und Sommerfeldt ergänzte: „Wir sind ziemlich wachgerüttelt worden. Es ist eben nicht alles eitel Sonnenschein und zeigt, dass wir noch mehr testen müssen.“

Nur äußerlich entspannt konnte Tobias Angerer nach seinem siebten Platz sein. Denn das Ergebnis der Kollegen ließ auch ihn nicht kalt. Besonders im Hinblick auf die Staffel macht er sich Sorgen. „Die Jungs bekommen das schon hin und werden noch ihre Leistungen bringen. Wir schaffen das als Team. Schließlich sind wir hier, um Medaillen zu holen“, sagte der Vachendorfer nach einem besten Freistil- Einzelrennen seit drei Jahren. „Mein Formaufbau stimmt jedenfalls, das macht mich optimistisch.“

(dpa/abendblatt.de)

 

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