FC Bayern München
Nerlinger schließt Winterverkäufe nicht aus
Ausverkauf zum Fest? Bayern Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger will mit unzufriedenen Spielern sprechen.
Der ehemalige Bayern-Kicker Christian Nerlinger ist inzwischen Sportdirektor des Münchener Klubs.
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
München. Bayern München wird in der Winterpause womöglich personell abspecken. Im Bayerischen Fernsehen schloss Sportdirektor Christian Nerlinger den Verkauf des einen oder anderen Profis des deutschen Fußball-Rekordmeisters nicht aus. „Wir haben einen Kader, der quantitativ hoch bestückt ist. Wir sind immer bereit, mit unzufriedenen Spielern zu reden. Die Tür für diejenigen, die gar nicht stattgefunden haben, die überhaupt keine Einsätze hatten, ist immer offen“, sagte Nerlinger am Montagabend in der Sendung Blickpunkt Sport.
Zu den Abwanderungsgedanken von Weltmeister Luca Toni, der angeblich mit AS Rom in Verbindung steht, nehmen die Bayern keine Stellung. „Wir sind jetzt in einer sehr wichtigen Phase und äußern uns überhaupt nicht zu Gerüchten. Wir werden nur noch etwas sagen, wenn es konkrete Zu- oder Abgänge gibt“, betonte Nerlinger. Er zeigte aber Verständnis für den Frust des Italieners: „Natürlich ist Toni enttäuscht. Es fällt ihm schwer, auf der Bank zu sitzen. Toni und van Gaal, das wird nie eine Liebesbeziehung, aber sie gehen professionell miteinander um.“ Nach seiner Kritik an Coach Louis van Gaal saß Toni im Bundesliga-Spiel am Sonntag in Hannover nur auf der Ersatzbank.
Als Nachfolger von Uli Hoeneß, der inzwischen vom Managerstuhl auf den Präsidententhron beim FC Bayern gewechselt ist, plant Nerlinger künftig mit einem „Zwei-Säulen-System“. Dabei setzt er auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs und international erfahrene Spieler. „Wir wollen unseren jungen Spielern vertrauen. In Bälde werden Spieler hochkommen, die kennen Sie noch gar nicht. Dennoch müssen wir aber auch gestandene und erfahrene Spieler holen“, sagte der 36-Jährige.
Das Ausleihen des eigenen Nachwuchses an andere Vereine sieht der Ex-Profi als Modell der Zukunft. „Spieler, die keine Spielpraxis bekommen, verlieren an Perspektive und Einsatzfreude“, so Nerlinger, „gibt man einem großen Talent wie Toni Kroos die Chance zu einen Wechsel zu einem Verein, wo er spielen und sich weiterentwickeln kann, ist das doch ein sehr gutes Modell. Denn so wird er ein interessanter Spieler für den FC Bayern“.
Nach dem 3:0 bei Hannover 96 herrscht beim Rekordmeister und auch beim Sportdirektor wieder Zuversicht. „Wir sind auf einem sehr guten Wege, die Philosophie van Gaal und die Philosophie des FC Bayern zusammenzuführen. Wir können bis zur Winterpause noch Tuchfühlung mit der Spitze erreichen und die Gruppenphase in der Champions League überstehen“, sagte Nerlinger. Er räumte aber Anlaufprobleme ein. „Wir haben unattraktiven Fußball gespielt, sagte er.
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