Die ersten offenen Hamburger Stadtmeisterschaften lockten interessierte Zuschauer ins Wandsbek Quarree

Turniersieger Igor Figueirado im Einsatz.
Foto: Privat
Hamburg. Es ist Sonntag. Die Geschäfte haben geschlossen. Doch im Wandsbek Quarree tummeln sich zahlreiche interessierte Zuschauer. Ein 3,60 Meter langer und 1,78 Meter breiter, mit grünem Filz bedeckter Tisch steht mitten im Einkaufszentrum. Drum herum stehen fein gekleidete Spieler in schwarzen Hosen, einfarbigen langen Hemden und einer Weste. Der edle Sport, um den es sich hier handelt, ist Snooker – aber hier spielen nicht die Ronnie O'Sullivans und Shaun Murphys, sondern Sascha Lippe (7. Platz des German Snooker Ranking) aus Mainz und weitere Amateur- und Hobbyspieler.
Dass in Wandsbek öffentlich ein Turnier ausgetragen wird, ist ein Novum – es laufen die ersten offenen Hamburger Stadtmeisterschaften im Snooker. Der Snookerclub Hamburg hat mit dem einzigen weiteren reinen Snookerverein der Hansestadt, den Hamburg Flames, dieses Turnier ins Leben gerufen.
Klaus Ebel, Mitbegründer der Veranstaltung und erster Vorsitzender des Snookerclubs Hamburg, zeigt sich begeistert von der großen Teilnehmernachfrage. „Keine fünf Tage war unsere Turnier-Homepage online, da war das Teilnehmerfeld, das auf 64 Teilnehmer begrenzt war, auch schon ausgebucht. Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagt Ebel.
Das Turnier ist nur ein erster Schritt. Denn obwohl Hamburg als Snooker-Hochburg des Nordens bekannt ist, mangelt es dem Sport noch an ausreichend Mitgliedern - der Snookerclub Hamburg hat gerade einmal 80. Zwar stellt der Klub neben zwei Landesligateams und einem Oberligateam sogar ein Bundesligateam, aber um auch international konkurrenzfähiger zu werden, versucht die Snookerszene in Hamburg und über die Stadtgrenzen hinaus zu wachsen. Durch die offenen Stadtmeisterschaften in Wandsbek bekommen die Amateurspieler die Spielpraxis für große Turniere und können ein Preisgeld in Höhe von 2400 Euro erspielen.
Die Verantwortlichen des Hamburger Einkaufszentrums waren im Vorfeld begeistert von der Turnier-Idee und stellten die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Auch die Stadt zeigte sich sehr kooperativ. Die Behörde Sport & Kultur hat das Aufhängen der 170 Werbeplakate finanziert. Einzig die Sponsorensuche verlief schwierig.
Dennoch war der Snooker-Sonntag im Wandsbek Quarree ein Erfolg. Rund 300 Interessierte verfolgten das Geschehen. Ebel hofft, dass der Sport künftig mehr Aufmerksamkeit erfährt und weitere Spieler die Snookervereine aufsuchen. „Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen uns, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagt er. Daher soll im nächsten Jahr auch eine „2“ vor den offenen Hamburger Stadtmeisterschaften stehen. „Wir wollen das Turnier unbedingt fortsetzen“, so Ebel.
Im nächsten Jahr sollen zudem das Teilnehmerfeld vergrößert und eine Setzliste eingeführt werden. Die ersten 16 Teilnehmer der diesjährigen Stadtmeisterschaften haben für das nächste Jahr ihr Ticket sicher – Turniersieger Igor Figueirado durfte sich dieses Jahr über eine Siegprämie von 700 Euro freuen.
Weitere Informationen zum Snooker und kostenlose Schnupperangebote finden sie unter http://www.snookerclub-hamburg.de/.



