Ganze 22 Jahre nach ihrem letztmaligen Triumph haben die deutschen Volleyball-Frauen den Einzug ins EM-Finale am Ende verpasst.

Francesca Piccinini,Jenny Barazza, Kozuch Margareta Anna

Gekämpft und verloren - die deutschen Volleyball-Damen mussten gegen Italien eine Niederlage hinnehmen.
Foto: AP

Lodz/München. Die Auswahl von Bundestrainer Giovanni Guidetti war am Samstagabend im Halbfinale der Europameisterschaft in Lodz gegen Titelverteidiger und Turnierfavorit Italien erneut chancenlos und musste durch das 1:3 (10:25, 25:22, 12:25, 22:25) ausgerechnet am Tag der deutschen Einheit ihren Traum vom ersten gesamtdeutschen EM- Gold begraben. Zuletzt hatte die DDR 1987 den EM-Titel geholt.

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Die Frauen des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) dürfen aber weiter auf die erste Medaille seit sechs Jahren hoffen: Am Sonntag ist Gastgeber Polen der Gegner im kleinen Finale. Italien, das die deutschen Frauen bereits in der Vorrunde klar in Schach gehalten hatte, trifft im Endspiel auf die Niederlande.

„Wir müssen daran glauben, dass jede Mannschaft der Welt verlieren kann. Wir müssen nur unser bestes Volleyball spielen“, hatte Bundestrainer Guidetti seinen Frauen nach fünf EM-Siegen in Serie Mut für die Partie gegen den großen Favoriten gemacht. Doch anders als in den Spielen zuvor verschliefen die deutschen Frauen, bei denen mit Sarah Petrausch, Lenka Dürr und Lena Möllers gleich dreiU20- Weltmeisterinnen im Team stehen, den Start. Wie schon beim klaren 0:3 in der Vorrunde fanden die deutschen Frauen gegen die Italienerinnen von Beginn an kein Mittel und gerieten rasch ins Hintertreffen.

Vor allem die Angriffswucht der gebürtigen Kubanerin Taismary Aguero stürzte die in dem EM-Turnier bislang so überzeugende Block- und Feldabwehr des jungen deutschen Teams von einer Verlegenheit in die andere. Folgerichtig ging der erste Satz gegen die routiniert aufspielenden Favoritinnen schon nach 18 Minuten verloren.

Im zweiten Durchgang hielten die deutschen Frauen stärker dagegen. Italien blieb zwar immer in Schlagweite, doch mit zunehmender Satzdauer gewannen die DVV-Schützlinge an Sicherheit und kamen auch in der Blockabwehr immer besser ins Spiel. Mit dem zweiten Satzball wurde der Ausgleich hergestellt. Im dritten Satz machte der Favorit wieder Ernst: Schnell lagen die Italienerinnen wieder mit fünf Punkten allzu deutlich in Front und brachten den Vorsprung sicher ins Ziel. „Wir sind alle zu langsam“, klagte Bundestrainer Guidetti in einer Auszeit.

Im vierten Durchgang hielten die deutschen Frauen, die bei ihren zuletzt fünf EM-Siegen in Serie in zwei Spielen über fünf Sätze gehen mussten, noch einmal dagegen. Als die Italienerinnen aber kurz vor Satzende in Führung gehen konnten, war der Widerstand der DVV- Schützlinge endgültig gebrochen. (dpa)