Super-Einheit in Bangkok
Ein harter Tag liegt hinter mir. 10:40 Stunden dauerte der Flug mit Air Berlin, der mich in der vergangenen Nacht von Düsseldorf nach Bangkok brachte. Um 9.20 Uhr Ortszeit (fünf Stunden weiter als Hamburg) bin ich in Thailands Hauptstadt gelandet, geschlafen hatte ich nur wenige Stunden. Auf der einstündigen Fahrt vom Flughafen zum Hotel Intercontinental im Zentrum der wuseligen und völlig unübersichtlichen Metropole habe ich nur geschlafen. Ich bin dann nach dem Einchecken gemeinsam mit Rainer Schüttler, der überraschend doch den Sprung ins Hauptfeld geschafft hat, zum Trainieren auf die Anlage gefahren. Die Fahrt hat wieder fast eine Stunde gedauert, weil der Verkehr hier gewöhnungsbedürftig ist. Man hat schon das Gefühl, dass der eine oder andere seinen Führerschein bei Ebay ersteigert hat.
Egal, gegen 12 Uhr waren wir auf der Anlage. Gespielt wird in der Halle auf Greenset-Belag. Draußen wäre es nicht auszuhalten, denn es sind 30 Grad, allerdings bei einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 100 Prozent. Luft holen ist eine Qual! Man schwitzt schon vom bloßen Herumstehen. Jeden Nachmittag gibt es hier die typischen tropischen Regengüsse, und der Starkregen, der gerade Manila überflutet, soll in den kommenden Tagen auch hier ankommen. Leider waren, als wir ankamen, keine Plätze frei, so dass wir erst um 17 Uhr anfangen konnten. Bis 18.45 Uhr haben wir trainiert, und es war eine Super-Einheit. Es hat Spaß gemacht wie lange nicht.
Morgen habe ich einen freien Tag, denn ich muss sowohl im Einzel als auch im Doppel erst am Mittwoch antreten. Mein Gegner im Einzel ist der Argentinier Leonardo Mayer (22), die Nummer 62 der Weltrangliste. Gegen ihn habe ich noch eine Rechnung offen. Unser erstes und bislang auch einziges Aufeinandertreffen habe ich beim Masters in Montreal im August dieses Jahres in zwei Sätzen verloren. Im Doppel spiele ich an der Seite des Spaniers Guillermo Garcia-Lopez gegen meine Landsleute Andreas Beck und Philipp Petzschner.
Im Internet habe ich auch gelesen, dass die Bundestagswahl ergeben hat, dass Deutschland wieder von einer schwarz-gelben Regierung geführt wird. Ob das gut ist, werden wir sehen. Ich habe in diesem Jahr nicht gewählt. Ich habe mich einfach zu wenig mit den Programmen der Parteien beschäftigen können und fühlte mich deshalb nicht in der Lage, eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen. Und nur auf die Zurufe von Freunden und Bekannten wollte ich mich nicht verlassen. Viele Grüße aus Thailand, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (22), derzeit an Position 49 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook
100. Geburtstag
Axel Springer







