29.06.13

Wimbledon

Tommy Haas und Sabine Lisicki erreichen das Achtelfinale

Sowohl der Hamburger als auch die Berlinerin mussten am Sonnabend in ihren Drittrunden-Partien den ersten Satz abgeben, drehten dann aber auf und stehen nun in der Runde der letzten 16 Spieler.

Foto: PA/DC
Tommy Haas und Sabine Lisicki sind die letzten Deutschen in Wimbledon
Tommy Haas und Sabine Lisicki sind die letzten Deutschen in Wimbledon

London. Die letzten deutschen Hoffnungsträger Tommy Haas und Sabine Lisicki stehen in Wimbledon im Achtelfinale. Der 35 Jahre alte Tennis-Routinier setzte sich am Samstag gegen den Spanier Feliciano López 4:6, 6:2, 7:5, 6:4 durch und erreichte bei seiner 14. Wimbledon-Teilnahme zum dritten Mal die Runde der besten 16. Lisicki gewann nach nervösem Beginn und ebenfalls Satzverlust noch 4:6, 6:2, 6:1 gegen die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur. Die 23 Jahre alte Berlinerin feierte auf dem Centre Court nach 100 Minuten im sechsten Duell mit der Australierin den zweiten Sieg.

Im Kampf um den Einzug in das Viertelfinale könnten nun Duelle mit den Besten der Branche winken. Haas trifft am Montag auf den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien oder den Franzosen Jeremy Chardy. Lisicki spielt am gleichen Tag bei ihrem Lieblings-Grand-Slam gegen die amerikanische Nummer eins Serena Williams oder die Japanerin Kimiko Date-Krumm.

"Ich habe um jeden einzelnen Punkt gekämpft. Ich habe immer daran geglaubt. Es ist mein absoluter Lieblingscourt hier, und das Publikum war fantastisch", sagte Lisicki unmittelbar nach dem Match. Sie stand bei dem Rasenklassiker in London 2011 im Halbfinale sowie 2009 und 2012 jeweils im Viertelfinale.

Gegen die sechs Jahre ältere US-Open-Siegerin von 2011 drohte die Erfolgsbilanz der Fed-Cup-Spielerin aber zunächst getrübt zu werden. Auf dem anfangs nur spärlich gefüllten Centre Court agierte Lisicki überhastet, nervös und zu ungeduldig. Zwar begann sie das Match mit einem Ass, doch anschließend unterliefen ihr zu viele Fehler. Nach 28 Minuten hatte die Australierin den ersten Satz entschieden.

Lisicki motivierte sich immer wieder selbst

Doch je voller die berühmteste Tennisbühne der Welt wurde, desto besser spielte Lisicki auf. Plötzlich kamen ihre ersten Aufschläge mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern. Als ihr im dritten Satz bei 1:0-Führung der Punkt zum 15:0 mit einem gefühlvollen Stoppball gelang, sprang sogar Bundestrainerin Barbara Rittner von ihrem Platz auf und ballte die Finger zur Faust.

Mit "Come on" und "Komm jetzt"-Rufen motivierte sich die Nummer 24 der Rangliste immer wieder selber. Bei 5:2-Führung im zweiten Satz musste sie sich wegen einer Schnittwunde am Finger behandeln lassen. Ihre spielerische Linie verlor sie dadurch nicht – im Gegenteil. Im dritten Durchgang schaffte Lisicki sofort das Break zum 2:0 und nutzte nach 1:40 Stunden ihren ersten Matchball zum Sieg.

Haas nutzte nach 2:22 Stunden seinen ersten Matchball

Auch Haas steigerte sich auf dem sogenannten Show Court 2 beachtlich. Sein Gegner war immerhin mit der Empfehlung des Turniersiegs in Eastbourne angereist. Der Linkshänder gilt als einer der gefährlichsten spanischen Profis auf Rasen – und demonstrierte das zunächst auch gegen den Weltranglisten-13. Haas. Doch der Wahl-Amerikaner behielt die Ruhe und die Nerven und nutzte nach 2:22 Stunden seinen ersten Matchball zum hochverdienten Erfolg.

Wenige Stunden zuvor hatte Laura Robson als erste britische Tennisspielerin seit 15 Jahren das Achtelfinale beim Heim-Grand-Slam erreicht. Die 19-Jährige setzte sich gegen Marina Erakovic aus Neuseeland 1:6, 7:5, 6:3 durch. Letzte Britin in der Runde der besten 16 an der Church Road war Sam Smith im Jahr 1998. Auch die Amerikanerin Sloane Stephens, die in der zweiten Runde Andrea Petkovic aus dem Turnier geworfen hatte, und die frühere Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien stehen im Achtelfinale.

(dpa)
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