Mischas Tagebuch
Grand-Slam-Saison ist Geschichte
Nun ist auch die Grand-Slam-Saison 2009 für mich endgültig Geschichte. An der Seite des Serben Dusan Vemic bin ich in der zweiten Runde der Doppelkonkurrenz bei den US Open in New York ausgeschieden. Wir haben gegen den Weißrussen Max Mirnyi und seinen israelischen Partner Andy Ram 5:7, 6:3 und 1:6 verloren. Schlecht gespielt haben wir nicht, die anderen waren in den entscheidenden Ballwechseln einfach besser. In der ersten Runde hatten wir uns am späten Mittwochabend mit 7:6 (8:6) und 7:5 gegen Brendan Evans uns Alex Kuznetsov aus den USA durchgesetzt. Das Spiel war auch okay, kein großartiges Erlebnis, aber immerhin ein Sieg nach meinen sechs Erstrundenpleiten im Einzel in Serie.
Mein Resumee der Hartplatzsaison in den USA fällt angesichts der Negativserie natürlich nicht gerade positiv aus. Ich hatte selbstverständlich mehr erwartet, dennoch will ich auch festhalten, dass viele Niederlagen eng waren. Deshalb sehe ich mich auch nicht in der Krise, wie einige Medien in Deutschland, darunter auch das Abendblatt, geschrieben haben. Ich habe ja kein Spiel 1:6, 1:6 verloren, sondern war oft gleichwertig. Ich weiß aber, dass ich daran arbeiten muss, in den entscheidenden Momenten mental voll da zu sein. Für mich waren die vergangenen Wochen deshalb eine sehr lehrreiche Zeit, weil ich spüre, dass ich mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehe und deshalb auch lernen muss, mit negativen Schlagzeilen umzugehen und diese auszublenden. Insofern versuche ich einfach, so viel wie möglich aus den vergangenen Wochen mitzunehmen, um gestärkt daraus hervorzugehen.
Heute fliege ich um 18 Uhr mit Air Berlin über Düsseldorf nach Hamburg, wo ich gegen Sonntagmittag ankommen werde. Natürlich freue ich mich darauf, meinen Bruder Sascha und meine Eltern wiederzusehen, allerdings werde ich wahrscheinlich nicht lange in Hamburg bleiben, sondern bald nach Monte Carlo fliegen, um dort zu trainieren. Bis zum nächsten Turnier in Metz habe ich zum Glück 14 Tage Zeit, weil nach den US Open noch das Daviscup-Halbfinale ansteht, das ich mit der deutschen Auswahl ja verpasst habe. Diese Tage werde ich nutzen, um mich für den Rest der Saison in Topform zu bringen, und dann starte ich in Metz mit neuer Kraft und neuem Mut hoffentlich eine Positivserie. Viele Grüße aus den USA, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (22), derzeit an Position 53 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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