18.05.13

Bundesliga-Abstieg Wahnsinns-Finale: Fortuna steigt ab, 1899 in der Relegation


Fassungslos: Die Düsseldorfer Jens Langeneke (l.) und Andreas Lambertz

Foto: Peter Steffen / dpa

Fassungslos: Die Düsseldorfer Jens Langeneke (l.) und Andreas Lambertz

Düsseldorf nach 0:3 in Hannover direkt wieder abgestiegen. Salihovic rettet Hoffenheim mit zwei verwandelten Elfmetern in die Relegation. Augsburg nach schwacher Hinrunde doch noch gerettet.

Hannover. Fortuna Düsseldorf steigt nach nur einem Jahr in der Fußball-Bundesliga wieder ab. Am letzten Saisonspieltag unterlagen die Rheinländer trotz einer lange Zeit beherzten Leistung deutlich mit 0:3 (0:1) bei Hannover 96. Durch die gleichzeitigen Siege der Konkurrenten Hoffenheim (2:1 in Dortmund) und Augsburg (3:1 gegen Fürth) rutschte das Team von Trainer Norbert Meier am 34. Spieltag erstmals auf einen direkten Abstiegsplatz. Mame Diouf (39. Minute) und Didier Ya Konan (61./76.) besiegelten vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena den Abstieg der glücklosen Gäste.

Vor allem in Sachen Effektivität erhielten die lediglich kampfstarken Düsseldorfer eine Lektion. Trotz teils bester Möglichkeiten waren die Gäste vor dem Tor viel zu harmlos. Hannover schlug dagegen eiskalt zu. Fortuna-Coach Meier hatte sein Team auf das entscheidende Spiel in einem Kurztrainingslager in Ostwestfalen vorbereitet. Die Maßnahme schien auch zunächst zu greifen. Angepeitscht von rund 5000 Düsseldorfer Anhängern, unter ihnen auch Edel-Fan Campino von der Rockband "Die Toten Hosen", zeigten die Rheinländer zu Beginn die engagierteste Leistung seit langem.

Dabei musste Meier eine Not-Abwehr aufbieten: Ohne die beiden einzigen Rechtsverteidiger im Kader, Leon Balogun (verletzt) und Tobias Levels (gesperrt), kam der Kapitän des Regionalligateams, Christian Weber, notgedrungen zu seinem zwölften Bundesligaspiel. Mittelfeldspieler Adam Bodzek rückte in die Innenverteidigung, weil die verletzten Stammkräfte Martin Latka und Stelios Malezas fehlten.

Dennoch übernahm die Fortuna kampfstark und entschlossen die Spielgestaltung, überließ Hannover dadurch aber Räume zum Kontern. Dem zum VfB Stuttgart wechselnde Konstantin Rausch brachte dies zwei Möglichkeiten ein (9./21.), beide Male verfehlte er das Tor. Kurz darauf vergab der gewohnt emsige Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz per Kopf die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels (25.). Wie schon in der gesamten Rückrunde war die Harmlosigkeit im Angriff auch diesmal wieder das größte Problem der Meier-Elf. Vor der Pause vergab noch Matthis Bolly alleine aufs Tor zulaufend (40.).

Desillusioniert ergaben sich die Gäste

Wesentlich effektiver zeigten sich die Niedersachsen. Auf Vorarbeit von Hannovers Rekordspieler Steven Cherundolo in dessen 300. Bundesligaspiel für 96 traf Diouf zehn Minuten vor der Pause zur Führung der Gastgeber. Möglicherweise war es das letzte Tor für Diouf im 96-Trikot. Der Senegalese dürfte Hannover nach der Saison verlassen. Unter anderem der VfL Wolfsburg bekundete sein Interesse.

Nach der Pause unternahmen die Gäste noch einmal alles. Meier schickte seine personell arg gebeutelte Elf rund fünf Minuten eher als Hannover zurück aufs Feld und brachte bereits in der 52. Minute in Stefan Reisinger einen weiteren Stürmer. Auch der konnte die eklatante Abschlussschwäche aber nicht beheben. Während sich die Gäste-Angreifer vor dem Tor teilweise selbst behinderten, schob Ya Konan eine halbe Stunde vor dem Ende zur Vorentscheidung ein und legte 15 Minuten später noch einmal nach. Sowohl bei den Spielern als auch den Fans auf den Rängen schwand danach die Hoffnung auf die Rettung. Desillusioniert ergaben sich die Gäste.