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Sport

Ruder-WM

Deutschland-Achter wird zum Partyboot

Der Deutschland-Achter krönt das beste Abschneiden seit sechs Jahren. Hamburgerinnen Kröger und Nieschlag triumphieren.

Der Deutschland-Achter hat den WM-Titel geholt.
Foto: dpa/DPA

Poznan. Die Modellathleten tanzten wie kleine Kinder über den Steg, Kristof Wilke kopierte die Jubelgeste von Usain Bolt, und Steuermann Martin Sauer flog in hohem Bogen in den See: Der Deutschland-Achter wurde nach dem WM-Triumph in Poznan zum Partyboot. Das Flaggschiff krönte mit dem beeindruckenden Sieg das beste WM-Ergebnis der deutschen Ruderer seit sechs Jahren.

Sie tilgten mit drei Gold- und zwei Bronzemedaillen in den 14 olympischen Klassen die Schmach von Peking und haben als beste Nation der WM wieder Oberwasser. Neben dem Paradeboot holten der Leichtgewichtsvierer ohne Steuermann und der Doppelzweier mit Stephan Krüger (Rostock)/Eric Knittel (Berlin) WM-Gold. Bronze gab es für den Doppelvierer der Männer um Marcel Hacker (Frankfurt am Main) und den der Frauen. "Uns ist ein überzeugendes Comeback gelungen", sagte Cheftrainer Hartmut Buschbacher. In Peking hatte die deutsche Flotte mit Silber und Bronze das schlechteste Olympia-Resultat seit 52 Jahren eingefahren, der Achter war als Letzter förmlich abgesoffen.

Ein vollkommen anderes Bild bot sich bei Schiebewind auf dem Malta-Regattakurs. Der Achter fuhr mit mehr als drei Sekunden und einer Länge Vorsprung auf Olympiasieger und Titelverteidiger Kanada zum Start-Ziel-Sieg. "Wir hoffen, dass dies der Beginn einer neuen Ära ist. Das Rennen war phänomenal", sagte Schlagmann Sebastian Schmidt (Mainz). Es war der achte WM-Erfolg in der Geschichte des Großbootes. Zuletzt hatte der Achter 2006 in Eton triumphiert. "Diese Mannschaft wird das Niveau in den nächsten Jahren mitbestimmen. Eine Länge Vorsprung ist eine Hausnummer", sagte Achter-Trainer Ralf Holtmeyer.

Auch die Hamburger WM-Delegation hatte Anlass zum Jubeln. Julia Kröger (RC Bergedorf) und Helke Nieschlag (RG Hansa) gewannen im (nicht olympischen) leichten Doppelvierer eine Goldmedaille, an die nach Platz drei im Bahnverteilungsrennen am Mittwoch niemand geglaubt hätte - außer den Ruderinnen selbst: "Wir wussten alle, dass wir es können", jubelte Kröger. Nach 1000 Metern lag das deutsche Boot noch knapp hinter den favorisierten Britinnen. "Dann sind wir noch mal losgefahren und wussten: Das wird unser Ding." Zweieinhalb Sekunden betrug im Ziel der Vorsprung.

Lars Wichert (RC Allemannia) konnte in der gleichen Bootsklasse bis zur Hälfte des Rennens auf Gold hoffen, dann setzte sich der Abonnementweltmeister aus Italien ab. Doch auch die Silbermedaille ließ bei Wichert nur zwei Wünsche offen: "Essen und dann Spaß haben." Einen versöhnlichen Abschluss gab es für Martin Rückbrodt (Hamburger und Germania RC). Ein Magen-Darm-Virus hatte ihn unter der Woche zweieinhalb Kilogramm und die Halbfinalteilnahme gekostet. Der souveräne Sieg im B-Finale war immerhin ein kleiner Trost.sid/HA

 

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