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Sport

Tennis

Vor Start der US Open: Haas kritisiert den Verband

Die US Open machen ihrem Ruf als schrillstes der vier Grand-Slam-Turniere schon vor dem ersten Ballwechsel alle Ehre.

Thomas Haas startet bei den US Open.
Foto: DPA

New York. Wenn die Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) und Serena Williams (USA) heute die größte und lauteste Tennis-Veranstaltung im Arthur-Ashe-Stadium eröffnen, wollen sich auf den Nebenplätzen zehn der neunzehn qualifizierten deutschen Profis in die zweite Runde schlagen. Mit dabei sind auch die beiden einzigen gesetzten Deutschen, Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber, aber auch Angelique Kerber und Dieter Kindlmann, die wie Michael Berrer die Qualifikation überstanden.

Für den an Nummer 20 gesetzten Haas war der Blick auf die verregnete Quali besonders interessant. Zwei Tage musste der Hamburger warten, ehe sein Erstrundengegner Alejandro Falla aus Kolumbien feststand. Der Weltranglisten-158. zählt nicht zu den Namhaften, doch auf die leichte Schulter wird Haas den 25-Jährigen nicht nehmen. Die beiden letzten Vergleiche hat er gewonnen - zuletzt vor ein paar Tagen im Viertelfinale von Washington mit 7:5, 6:1, aber die Niederlage in Miami vor einem Jahr ist nicht vergessen.

Deutliche Worte schickte der 31-Jährige via "Focus"-Interview in Richtung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB). "Der Verband ist leider tief gesunken und findet kaum Sponsoren. Dort arbeiten zu viele falsche Leute. Traurig", sagte Haas dem Nachrichtenmagazin. Ansonsten hieß "Relaxen" sein Zauberwort - was es gebracht hat, muss das Auftaktmatch in der Nacht zum Dienstag zeigen. Dann will auch Philipp Kohlschreiber auftrumpfen. "Auf jeden Fall bin ich richtig heiß auf mein erstes Match", sagte der an Position 23 gesetzte Augsburger, der es zum ersten Mal mit dem unbequemen Andreas Seppi aus Südtirol zu tun bekommt. Noch später am Abend als Kohlschreiber muss Björn Phau auf den Hartplatz. Der Weilerswister hat es überdies gegen Andy Roddick ungleich schwerer - nicht nur, weil der Wimbledon-Finalist in Flushing Meadows Publikumsliebling ist.

Zu den sechs deutschen Damen gesellte sich Angelique Kerber. Passend zum Auslosungspech der Fed-Cup-Spielerinnen bekam die Kielerin aber ihre Teamgefährtin Andrea Petkovic (Darmstadt) als Gegnerin. Kindlmann erwischte im Russen Nikolai Dawidenko ein schweres Los. Der Hamburger Profi Mischa Zverev muss sich mit dem Spanier Marcel Granollers auseinandersetzen.

Eine zunächst belächelte Twitter-Warnung wurde derweil bei den US Open erlassen. Die Spieler werden aufgefordert, via Mobiltelefon keine Interna oder gar Geheimnisse in die Welt zu zwitschern. Schließlich kämpfen die Tennis-Verantwortlichen seit Monaten gegen den Verdacht von Wettmanipulationen an.

 

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