Handball: Kretzschmar und Magdeburg getrennt
Getrennt: Kretzschmar nicht mehr Sportdirektor
Die angekündigte Trennung ist vollzogen: Stefan Kretzschmar ist nicht mehr Sportdirektor des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg.
Magdeburg. Der frühere Nationalspieler und die Handball Magdeburg GmbH (HMD) einigten sich auf eine Auflösung des Vertrages zum 31. August. Das teilte Kretzschmars Anwalt Simon Bergmann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Über eine eventuelle Abfindung wurde nichts bekannt. "Über die Konditionen kann ich nichts sagen. Darüber haben wir Stillschweigen vereinbart", sagte Bergmann.
Der 36-jährige Kretzschmar war nach dem Ende seiner Spielerkarriere seit dem 1. Juli 2007 Sportdirektor und hatte noch einen Vertrag bis 30. Juni 2010. Die Initiative für das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem streitbaren Handball-Idol und seinem erklärten Lieblings-Club war von ihm ausgegangen. Der frühere Linksaußen hatte dafür "ausschließlich persönliche Gründe" angeführt. Am Freitag wollte er keinen Kommentar zu seiner Trennung vom SC Magdeburg abgeben.
Zwei Wochen lang hatten Kretzschmars Rechtsbeistand und die Anwälte des SC Magdeburg über die Vertragsauflösung verhandelt. Das Ergebnis sei einvernehmlich erzielt worden, hieß es in einer schriftlichen Erklärung beider Parteien. "Die Verhandlungen waren weniger schwierig. Wäre nicht ein Urlaub dazwischen gekommen, hätten wir das auch schneller abschließen können", berichtete Anwalt Bergmann und ergänzte: "Es ging auch nicht darum, dass Stefan unsinnige Forderungen stellt." Kretzschmar hatte schon zu Beginn der Verhandlungen Spekulationen über eine angebliche Abfindung von 200000 Euro dementieren lassen.
Trotz der Betonung von persönlichen Gründen scheint die Demission im Zusammenhang mit Kompetenzen innerhalb der Führung des Bundesligisten zu stehen. Offenbar bestehen Differenzen zwischen dem 36-Jährigen und der Chefetage über das Vorgehen bei der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Michael Biegler, der in der nächsten Saison zum TV Großwallstadt wechselt. Während Kretzschmar als Sportdirektor Biegler noch bis Vertragsende 2010 halten wollte, will Lesse so schnell wie möglich einen neuen Trainer verpflichten.
Inzwischen aber betonte auch Lesse, der zugleich Präsident des Gesamtvereins SC Magdeburg ist, dass Biegler Trainer in der bevorstehenden Saison bleibt. "Ich habe nie etwas anderes gesagt. Er hat gesagt, er erfüllt seinen Vertrag bis 30. Juni 2010. Ich werde jetzt versuchen, einen Trainer für die Saison 2010/2011 zu finden. Deswegen ist die Trainer-Frage Chefsache", erklärte der Geschäftsführer.
Offen ist derzeit noch die berufliche Zukunft von Stefan Kretzschmar. Gerüchte, er könnte beim Liga-Rivalen HSV Hamburg anheuern, wies er vehement zurück. Vielmehr wird der 218-malige Nationalspieler mit einer Tätigkeit als Co-Kommentator beim Deutschen Sportfernsehen (DSF) in Verbindung gebracht. Erfahrungen als TV- Experte hatte er unter anderem während der Heim-WM 2007 an der Seite von Gerhard Delling in der ARD gesammelt. "Über seine beruflichen Pläne wird er separat informieren", sagte sein Anwalt Simon Bergmann.
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