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Sport

Mischas Tagebuch

Langsam aber sicher nervt es

Ich gebe es zu: Gestern war ich zu frustriert, um ein paar Sätze für mein Tagebuch zu schreiben.

Meine Serie von Erstrunden-Niederlagen, die im Juli in Hamburg begonnen hat, hat sich auch hier beim Hartplatzturnier in New Haven fortgesetzt. Ich bin gegen den Italiener Potito Starace (28), die Nummer 92 der Weltrangliste, mit 3:6, 6:2 und 3:6 ausgeschieden. Es war die fünfte Auftaktpleite in Folge, und langsam nervt es.

Im ersten Satz habe ich zu unsicher gespielt, mir bei 2:2 und eigenem Aufschlag trotz Spielball noch ein Break eingefangen. Im zweiten Satz lief es super, ich habe schnell 3:0 geführt und bei 5:2 das entscheidende Break gemacht. Warum es dann im dritten Durchgang wieder einen Einbruch gab, kann ich mir nicht erklären. Ich habe auf einmal angefangen nachzudenken, und prompt wieder ein Break kassiert, von dem ich mich nicht erholen konnte. Ich war planlos.

Noch mache ich mir keine Gedanken darüber, ob aus dieser Phase ein dauerhaftes Problem werden könnte. Ich habe solche Phasen immer wieder im Verlauf einer Saison. Aber ich weiß auch, dass ich stabiler werden muss. Ich bin selbst unsicher, wie ich auf solche Schwächephasen reagieren soll. Beim nächsten Match muss ich wieder etwas Neues ausprobieren und hoffen, dass ich den Bann brechen kann. Ich sage mir allerdings immer: So lange ich ordentlich spiele und der Kopf das Problem ist, mache ich mir noch keine ernsten Sorgen.

Gestern Abend habe ich mit dem Russen Teimuraz Gabaschwili trainiert, auch heute werde ich noch einmal mit ihm üben. Eine zweite Einheit mache ich mit meinem serbischen Doppelpartner Dusan Vemic, mit dem ich bei den US Open in New York antrete, die am Montag beginnen. Ich werde schon morgen per Shuttlebus die eineinhalb Stunden nach New York reisen und mich dort auf der Anlage vorbereiten. Wäre doch gut, wenn ich bei einem der vier wichtigsten Turniere des Jahres nicht in Runde eins ausscheide. Viele Grüße aus Amerika, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (22), derzeit an Position 53 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009.

 

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