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Sport

Leichtathletik-WM: Dietzschs letzter Auftritt

Grande Dame sagt als WM-Rekordteilnehmerin adieu

Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch beendet nach der WM ihre Karriere. Doch vorher will noch einmal Höchstleistungen bringen.

Sie feierte zahlreiche Erfolge in ihrer Karriere. In Berlin möchte Franka Dietzsch noch einmal triuphieren.
Foto: dpa/DPA

Berlin.
Die Grande Dame der deutschen Leichtathletik tritt bei ihrer zehnten WM als Rekordteilnehmerin ab. Doch vorher will die 41 Jahre alte Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch es in Berlin noch einmal allen Kritikern zeigen. „Ich will ins Finale, was mir einige nicht mehr zutrauen. Ich möchte beweisen, dass auch Frauen über 40 Jahren noch zu Weltklasseleistungen fähig sind“, sagt die Titelverteidigerin vor der Qualifikation am Mittwoch (10.10 Uhr).

Es gibt allerdings nicht wenige, die ein unwürdiges Ende der so ruhmreichen Karriere befürchten: einen Abschied von der Leichtathletik-Bühne mit dem Aus in der Qualifikation.

Das Erreichen des Endkampfs wäre für den blonden Lockenkopf angesichts einer Saison mit fehlender Gesundheit und Form schon ein Erfolg. Die Medaillenränge scheinen bei einer Saisonbestweite von 62,50 m außer Reichweite, die Titelverteidigung gar utopisch.

Nicht nur wegen des Rekordes von zehn WM-Starts entschied sie sich nach reiflicher Überlegung dafür, die Wildcard des Weltverbandes IAAF anzunehmen. „Ich wollte die WM unbedingt noch einmal mitnehmen, um ein letztes Mal diese spezielle Stimmung aufzusaugen“, sagt die Frau von der Insel Usedom, der ihr Abschied vom Leistungssport sichtlich schwerfällt: „Diskuswerfen ist das, was ich in meinem Leben am besten kann.“

Große Meisterschaften ohne die „Mutter der Kompanie“ - das ist für viele Athleten im deutschen Team gar nicht vorstellbar. „Wir verstehen uns gut, sie gibt mir oft Tipps. Meine Mutter ist ja sogar jünger als sie“, sagt Kugelstoßer David Storl, mit 19 Jahren jüngster deutscher WM-Teilnehmer - ein Junge, den Dietzsch „am liebsten adoptieren“ würde.

Die US-amerikanische Olympiasiegerin Stephanie Brown-Trafton, sieht in Dietzsch „eine Legende“ und freut sich auf ein letztes Kräftemessen mit der dreimaligen Weltmeisterin: „Das ist eine große Ehre für mich. Für Franka ist alles möglich.“

Die Duelle mit jüngeren Sportlerinnen haben Dietzsch fitgehalten, auch wenn die vielen Jahre im Leistungssport nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sind. Schwielen an den Händen zeugen von zahllosen Würfen mit dem Diskus, kleinere Wehwehchen vom jahrelangen Krafttraining: „Wenn ich morgens aufwache, dann fühle ich mich nicht mehr so fluffig wie mit 20 Jahren.“

Nach der WM darf sich ihr Körper erholen. Aus ihrer zweiten Karriere macht Dietzsch derweil ein großes Geheimnis: „Ich weiß, was ich machen möchte und was nicht. Aber beides verrate ich noch nicht.“

Welche Pläne auch immer die Mecklenburgerin in Zukunft verfolgt, eine Sache wird sich nie ändern. „Ich werde meinen Trainer Dieter Kollark auch noch die nächsten 20 Jahr siezen“, sagt Dietzsch: „Es wäre albern, wenn ich nach all der Zeit jetzt 'Du' sagen würde.“

(sid)

 

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