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Sport

Mischas Tagebuch

Vom Balljungen irritiert

Mein Vorhaben hat sich leider nicht umsetzen lassen. Ich wollte hier beim Masters in Cincinnati nicht schon in Runde eins ausscheiden wie beim Masters in der Vorwoche in Montreal.

Cincinatti. Daraus ist leider nichts geworden. Gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu (27), die Nummer 27 der Weltrangliste, habe ich mit 7:6 (7:4), 5:7 und 3:6 verloren. Ich habe ordentlich gespielt, aber in den entscheidenden Szenen zu viele einfache Fehler gemacht. Deshalb bin ich sehr enttäuscht und wütend.

Im ersten Satz habe ich gut gespielt, vor allem im Tiebreak sehr konzentriert und zielstrebig. Im zweiten Satz habe ich 5:4 geführt, als etwas Kurioses passierte. Hinter mir brach ein Balljunge mit Kreislaufproblemen zusammen. Er konnte wohl die Mittagshitze von mehr als 30 Grad nicht verkraften. Mehrere Minuten wurde er behandelt, und als er sich wieder stabilisiert hatte, hätte ich Hilfe benötigt, denn ich habe in Serie fünf Punkte verloren und dann das Break zum 5:6 kassiert, das mich den Satz gekostet hat. Im dritten Durchgang bin ich nach 0:4 noch auf 3:4 herangekommen, aber letztlich hat es leider nicht gereicht.

Da ich hier im Doppel nicht gemeldet habe, werde ich nun einige Tage nur zum Trainieren hierbleiben und dann gegen Ende der Woche nach New Haven weiterreisen, wo kommende Woche das nächste Turnier startet. Die Tage bis dahin werde ich nutzen, um zu versuchen, mich mental wieder in die Spur zu bringen, denn dass ich derzeit nichts gewinne, ist wohl auch ein kleines Kopfproblem. Wie ich das umsetze, weiß ich allerdings noch nicht. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf eine Massage und darauf, mich auszuruhen, denn es war schon hart heute wegen der Hitze. Ich musste sogar einmal die Socken wechseln, weil mir das Wasser in den Schuhen stand. Aber das sollen alles keine Entschuldigungen sein. Ich bin selbst schuld an der Niederlage, die nicht notwendig war. Enttäuschte Grüße aus Amerika, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 46 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009.

 

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