21.02.13

Europa League

Borussia-Invasion in Rom: 10.000 Gladbacher für den Sieg

Trotz eines 3:3 im Hinspiel rechnet sich Mönchengladbach bei Lazio Rom Chancen auf die nächste Runde aus - auch dank der Fans.

Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
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10.000 Gladbacher unterstützen ihre Mannschaft heute in Rom

Rom. Die größte grün-weiß-schwarze Fan-Invasion der Vereinsgeschichte soll Borussia Mönchengladbach den nötigen Schub für den Verbleib in der Europa League geben. Fast 10.000 Anhänger sind in Italiens Metropole, wo der Bundesliga-Zehnte heute Abend bei Lazio Rom (19.00 Uhr/Sky und im Liveticker auf abendblatt.de) um den ersten Achtelfinaleinzug im Europapokal seit 18 Jahren kämpft. Die Mannschaft, die wie die ersten Fangruppen am Mittwoch in der "Ewigen Stadt" landete, war begeistert von dem riesigen Interesse. "Wenn man ins Stadion einläuft und so viele Fans sind da – das pusht uns noch mal ungemein", sagte Linksverteidiger Oscar Wendt.

"Wir haben bewiesen, dass wir uns in Europa zeigen können, nicht nur die Mannschaft, sondern auch die Fans, die uns unglaublich unterstützen", befand Sportdirektor Max Eberl. Die insgesamt 6500 Tickets für die Borussen-Anhänger waren binnen weniger Minuten verkauft, viele haben sich auf anderem Wege Karten beschafft. "So etwas habe ich meiner Karriere noch nicht erlebt", meinte Abwehrchef Martin Stranzl, der schon im proppevollen Flieger einen Vorgeschmack auf die Unterstützung bekam.

Die Chancen für die Gladbacher stehen nach dem spektakulären 3:3 im Hinspiel vor einer Woche nicht schlecht. "Das ist eine schwere Aufgabe. Aber wir haben nichts zu verlieren", sagte Trainer Lucien Favre. "Ein 1:0 oder 2:1 ist möglich", meinte der Coach. "Wir müssen Geduld haben und uns auf alle Fälle vorbereiten", sagte Favre.

Dabei hat der Bundesliga-Zehnte an das Olympiastadion, wo die deutsche Nationalmannschaft vor 23 Jahren den letzten WM-Titel gewann, keine guten Erinnerungen. Vor 35 Jahren unterlag die legendäre "Fohlen-Elf" im Europapokal-Finale der Landesmeister dem FC Liverpool mit 1:3. "Um ganz ehrlich zu sein, habe ich das Spiel gar nicht so gut in Erinnerung. Am Ende haben uns die Liverpooler niedergespielt", erinnert sich Vizepräsident Rainer Bonhof, der damals an dem wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte teilnahm.

Diesmal wollen es die Erben der damaligen Erfolgself besser machen. "Unsere Chancen stehen 50:50. Wir wissen, dass wir auswärts gegen Top-Gegner bestehen können", meinte Stranzl. Auch Havard Nordtveit zeigte sich optimistisch. "Wir haben es in der eigenen Hand und 90 Minuten Zeit. Ein Tor kann reichen", sagte der Borussen-Profi.

Es wird auf die körperliche Verfassung ankommen. Nur 40 Stunden nach dem Hinspiel stand die Bundesligapartie beim Hamburger SV auf dem Programm. Trotz Rotation sind einige Spieler extrem belastet. "Wir werden gegen Lazio sicher wieder mit einer anderen Mannschaft spielen", verriet Favre. Luuk de Jong und Nordtveit kehren sicher ins Team zurück, Tolga Cigerci und Wendt wohl auch.

Gegner Lazio hat in der Serie A am Montagabend einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Die Mannschaft des verletzten Mittelstürmers Miroslav Klose unterlag beim Tabellenletzten AC Siena mit 0:3. "Dafür gibt es keine Erklärung", befand Trainer Vladimir Petkovic, der gegen Gladbach auch auf den gesperrten Innenverteidiger Andre Dias verzichten muss. Die Tageszeitung "La Repubblica" titelte nach der Pleite in Siena: "Wenn Klose nicht da ist, tanzen die anderen."

(dpa)
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