Leichtathletik-WM
Deutsche Leichtathleten mit Bolt unter einem Dach
Deutschlands Leichtathleten wohnen bei der Weltmeisterschaft in Berlin mit Jamaikas Superstar Usain Bolt unter einem Dach.
Berlin. „Bolt schläft hier. Er hat ein ganz normales Zimmer“, sagte Heinrich Clausen, der Geschäftsführer des Berliner Organisationskomitees, bei der Übergabe des Hotels Berlin, Berlin an das BOC am Dienstag. Der dreifache Sprint-Olympiasieger aus Jamaika gehört ebenso wie das 90-köpfige deutsche Team zu den 1200 Sportlern und Offiziellen aus 80 Nationen, die dort während der WM untergebracht sind. Etwa 2000 weitere Personen wohnen im Hotel Estrel. Am Donnerstag reisen die ersten Teilnehmer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) – darunter Geher André Höhne – an.
Während die Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2006 im überaus noblen Schlosshotel Grunewald logierte und für Michael Ballack und Co. extra Lounge-Möbel und Fitnessgeräte angeschafft worden waren, leben die Leichtathleten relativ bescheiden in dem Vier-Sterne-Haus am Lützowplatz. „Normalerweise haben wir bei der WM ein Athletendorf, aber dies war in Berlin nicht möglich, weil kein so großes Projekt zur Verfügung stand“, erklärte Clausen, der schon bei der EM 1996 und WM 1993 in Stuttgart sowie bei der EM 2002 in München für die Unterkünfte verantwortlich war. Cornelia Kausch, General Manager des Hotels Berlin, heizte schon mal den Konkurrenzkampf zwischen den beiden WM-Herbergen an. „Wir wollen das Hotel mit den meisten Medaillen sein“, sagte sie und erklärte auch, dass die alkoholischen Getränke nicht aus den Minibars der 620 gebuchten Zimmern genommen wurden: „Die lassen wir stehen, es gibt ja auch Gewinner.“
110 Service-Mitarbeiter, darunter 700 Zimmermädchen, kümmern sich um alles. In der Küche werden zu Spitzenzeiten bis zu 50 Personen wirbeln. „Es gibt Frühstück, Lunch, Snacktime und Dinner. Wir werden auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nationen Rücksicht nehmen“, sagte Chefkoch André Klode-Purat. Alles ist all inclusive. Das Hotel wurde kürzlich umgebaut und ist im Stil der Sechziger Jahre eingerichtet: Schnurvorhänge, Stoffsessel, weiße Kunststoff-Lampen, buntgefleckte Teppiche. Auch Weltrekordler Bolt wird sich damit begnügen müssen, dass die Zimmer nur 26 Quadratmeter haben und die Betten zwei Meter lang sind. Es gibt einen Gebetsraum, ein kleines Fitnessstudio, eine Disco und einen Akkreditierungsraum. Vor der Tür stehen Bodyguards. Hausdame Marlene Meyer hat ihre Angestellten sicherheitshalber noch einmal zum Brandschutztraining geschickt, falls es gar zu heiß hergehen soll. „Dies ist ein Lebensraum für Athleten, wo sie nicht gestört werden wollen. Sie sollen ganz normal essen können und ganz normal flirten“, sagte Clausen.








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