17.01.13

Doping-Skandal Armstrong muss auch Olympia-Medaille zurückgeben

Lance Armstrong

Foto: dpa

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Nach seinem angeblichen Dopinggeständnis wird nun auch das IOC handeln und den Erfolg von Sydney im Jahre 2000 aberkennen.

Austin. Der des Dopings überführte Ex-Radprofi Lance Armstrong muss seine Olympia-Bronzemedaille von Sydney 2000 zurückgeben. Das bestätigte am Donnerstag Sandrine Tonge, eine Sprecherin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Armstrong hatte bei den Spielen in Sydney im Einzelzeitfahren hinter dem Russen Wjatscheslaw Jekimow und Jan Ullrich Bronze gewonnen. Armstrong verliert auch seinen 13. Platz aus dem Straßenrennen, bei dem Ullrich Gold geholt hatte.

Der siebenmalige Tour-de-France-Sieger ist inzwischen des Dopings überführt, hat alle seine Siege in Frankreich verloren und wurde lebenslang gesperrt. In einem TV-Interview mit der US-Talkerin Oprah Winfrey, das an diesem Donnerstag und Freitag (Ortszeit) ausgestrahlt werden soll, hat Armstrong die Einnahme leistungsfördernder Mittel offenbar gestanden.

"Armstrong soll die Medaille dem Olympischen Komitee der USA übergeben, das sie an uns weiterleitet", teilte Tonge mit. Die Entscheidung sei von der IOC-Exekutive vor Weihnachten getroffen worden. Zuvor hatte der Rad-Weltverband UCI Armstrong bereits seine sieben Tour-Titel aberkannt. Da der 41-Jährige die dreiwöchige Einspruchsfrist gegen diese Entscheidung ungenutzt verstreichen ließ, handelte auch das IOC.

Die Bronzemedaille solle nicht neu vergeben werden, berichtete die Nachrichtenagentur AP. Der Brief mit der Rückforderung des Edelmetalls sei bereits am Mittwoch auch an das Nationale Olympische Komitee der USA gesendet worden.

Während der Olympischen Spiele in London hatte das IOC auch Tyler Hamilton die Goldmedaille von Athen im Zeitfahren wegen nachgewiesenen Dopings aberkannt. Der ehemalige Teamkollege von Armstrong war nach einem Doping-Geständnisse für acht Jahre gesperrt worden. Danach hatte er sich bei den Ermittlungen gegen Armstrong als Kronzeuge zur Verfügung gestellt.