10.01.13

Beachvolleyball

Olympiasieger Reckermann muss seine Karriere beenden

Im Sommer triumphierte er gemeinsam mit Julius Brink in London. Nun zwingen gesundheitliche Probleme den 33-Jährigen zur Aufgabe.

Foto: dpa
Premiere
Jonas Reckermann (l) und Julius Brink überraschten mit Gold im Beachvolleyball in London. Nun zerbricht das Duo

Berlin. Fünf Monate nach dem Gold-Coup von London hat Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann seine Karriere wegen gesundheitlicher Probleme beendet. Rückenbeschwerden zwangen den 33-Jährigen, der bei Olympia an der Seite von Julius Brink seinen größten sportlichen Erfolg feiern konnte, zu dem völlig überraschenden Schritt. "Die Entscheidung fällt mir aus diversen Gründen sehr schwer, aber Gesundheit kann man sich nicht kaufen und die geht letzten Endes vor", teilte Reckermann am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel Online".

"Auch ich bedaure das sehr, denn es wäre sicherlich eine interessante Saison geworden. Ich habe aber vollstes Verständnis für diesen Schritt", sagte Brink. "Mit großem Bedauern" vernahm Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, die Rücktrittsnachricht. "Jonas Reckermann und Julius Brink waren in London ein weltweit positiv wahrgenommenes Aushängeschild der deutschen Olympiamannschaft."

Brink will künftig mit seinem bisherigen Trainingskollegen Sebastian Fuchs zusammenspielen. Die beiden werden auch mit dem neuen Trainertrio Markus Dieckmann, Hans Voigt und Stefan Hübner zusammenarbeiten. In Brinks Team soll auch Reckermann weiter eine Rolle spielen. "Welche das sein wird, ist noch offen, das kam schließlich alles sehr plötzlich für uns", sagte Reckermann.

Bereits im Herbst musste sich Reckermann einer Schulteroperation unterziehen. Im Dezember ergab eine MRT-Untersuchung, dass an der Wirbelsäule eine Zyste im Rückenmarkskanal auf einen Nerv der Lendenwirbelsäule drückt. Im Jahr 2006 hatten den Kölner schon einmal Rückenbeschwerden ein ganzes Jahr außer Gefecht gesetzt. Eine Fortsetzung der Karriere nun hätte eine "irreversible Schädigung" zur Folge, sagte Reckermanns Sportarzt Antonius Kass.

Für das Duo Brink/Reckermann geht eine Erfolgsgeschichte mit einem Olympiasieg, einem Weltmeister-, zwei Europameister- und drei deutschen Titeln zu Ende. "Ich bin allen Personen dankbar, die mit dazu beigetragen haben, dass ich eine lange und erfolgreiche Beachvolleyball-Karriere erleben durfte", sagte Reckermann. Der Höhepunkt war zweifelsohne der Sieg im olympischen Finalkrimi gegen die Weltmeister Alison Cerutti und Emanuel Rego aus Brasilien.

"Das war ein sensationelles Jahr, sowohl sportlich als auch privat. Schöner kann's eigentlich nicht sein", hatte Reckermann auf dem Ball bei der Wahl zum "Sportler des Jahres" in Baden-Baden gesagt. Reckermann und Brink freuten sich über Rang zwei hinter dem Deutschland-Achter.

Nach seinem überraschenden Karriereende stimmte Reckermann noch einmal ein überschwängliches Lob auf seinen Erfolgspartner an. "Julius ist ein unglaublicher Kämpfertyp und ein sehr emotionaler Teamplayer. Und mit ihm ist es nie langweilig", sagte Reckermann der Nachrichtenagentur dpa. Dass er 2009 mit dem Abwehrspezialisten ein neues Duo gebildet hatte, bewertete er im Rückblick als "sicherlich glückliche Fügung". Sein Fazit: "Es hat einfach alles gepasst - sportlich und auch charakterlich."

(dpa)
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