Mi, 02.01.13, 13.30

Handball-WM in Spanien Auf Aufbruch getrimmt: DHB-Team macht sich fit

Martin Kloth
Nachdenklich

Foto: dpa

Nachdenklich

Bundestrainer Martin Heuberger hat ein Team aus Routiniers und Neulingen zusammengestellt. Dieses soll mindestens das Achtelfinale erreichen.

Leipzig. Der Außenseiter trimmt sich auf Aufbruch. Mit einem Länderspiel-Debütanten und zahlreichen WM-Neulingen sind die deutschen Handballer neun Tage vor Beginn des Turniers in Spanien in die heiße Vorbereitungsphase gestartet. Am Mittwoch reiste Bundestrainer Martin Heuberger mit seinen 16 Spielern via Kopenhagen zum ersten Härtetest ins südschwedische Växjö. Dort misst sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) an diesem Donnerstag (19.15 Uhr) mit dem gastgebenden Olympia-Zweiten.

Zwei Tage darauf treffen die Dauerrivalen in Hamburg erneut aufeinander. Nach ein paar Trainingstagen folgt am 9. Januar (20.15 Uhr) in Stuttgart gegen Rumänien die Generalprobe für die WM. Einen Tag später fliegt der EM-Siebte dann nach Spanien. In Granollers und Barcelona sind Brasilien, Tunesien, Argentinien, Montenegro sowie Olympiasieger und Titelverteidiger Frankreich die Vorrundenkontrahenten in der Gruppe A. "Jeder weiß, dass eine riesige Aufgabe vor uns liegt", sagte Kapitän Oliver Roggisch.

Martin Heuberger hat für das enorm wichtige Turnier mutig seine Mannschaft umgekrempelt – nach den Absagen und Ausfällen der Leistungsträger Holger Glandorf, Lars Kaufmann und Uwe Gensheimer allerdings nicht ganz freiwillig. So sind gleich sechs Spieler ohne Erfahrung bei einem großen Turnier, Gensheimer-Ersatz Kevin Schmidt aus Wetzlar wird sogar erst gegen Schweden seine Auswahl-Premiere feiern. Grundgerüst des Teams sind die Weltmeister von 2007, Oliver Roggisch, Dominik Klein, Michael Haaß und Carsten Lichtlein.

Ungewollt zügig hat Heuberger nun die unter seiner Ägide einst erfolgreichen Junioren ins A-Team gehievt und seinen angekündigten Umbruch fortgesetzt. "Aufgrund des Verzichts auf Stammkräfte wie Holger Glandorf und Lars Kaufmann hat dieser Prozess jedoch mehr Dynamik bekommen. Ich freue mich auf die sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Wir stellen einen Kader mit Perspektive", erläuterte der Bundestrainer und fügte an: "Ich weiß um die Stärken dieser jungen Garde."

Nach Meinung seines Vorgängers Heiner Brand ist die deutsche Mannschaft bei der WM nur Außenseiter. "Sie zählt in Spanien sicher nicht zu den Favoriten", urteilte der DHB-Sportmanager. Optimistisch stimme ihn, dass das Team unbelastet auftreten könne. So erteilte der Bundestrainer seinen Akteuren denn auch eine klare Vorgabe: "Minimalziel muss das Achtelfinale sein für uns. Das heißt, wir müssen mindestens Platz vier in der Vorrunde belegen."

Darauf hatte Heuberger seine Auswahl bereits beim Lehrgang unmittelbar vor der Jahreswende in Steinbach eingeschworen. Dort absolvierte auch Sven-Sören Christophersen wieder Trainingseinheiten mit der Mannschaft. Der Rückraumspieler von den Füchsen Berlin hatte zuletzt wegen einer Knieverletzung keine Bundesliga-Spiele mehr bestritten. Zudem hatte sich Heuberger auf den Lemgoer Lichtlein und Silvio Heinevetter aus Berlin als Torhüter-Gespann für die WM festgelegt.