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Sport

Mischas Tagebuch

Ich spüre eine mentale Erschöpfung

Im kroatischen Umag bin ich trotz einer 4:1-Führung im dritten Satz gescheitert, nun freue ich mich auf eine Woche Ruhe in Monaco. Ich werde an der dortigen ATP-Base trainieren.

Umag. Das Positive zuerst: Ich habe jetzt eine Woche lang Pause und kann mich in Ruhe auf die Hartplatzsaison vorbereiten. Das Negative daran: Ich habe gestern in Runde eins des ATP-Turniers in Umag (Kroatien) gegen den Italiener Fabio Fognini (22), Nummer 71 der Weltrangliste, 6:2, 3:6, 4:6 verloren. Im ersten Satz lief es sehr gut für mich, im zweiten habe ich dann bei 3:4 ein extrem langes Aufschlagspiel verloren und den Satz abgegeben. Im dritten Durchgang habe ich schon 4:1 geführt, doch dann hat er auf einmal alles getroffen, viele Winner geschlagen und mich damit überrascht.

Dennoch möchte ich ganz klar sagen, dass ich mich nicht in der Krise fühle, obwohl ich nun schon zum zweiten Mal hintereinander in Runde eins ausgeschieden bin. Ich war körperlich gestern einigermaßen gut drauf, mangelnde Frische war nicht der Grund für die Niederlage. Vielmehr spüre ich nach den harten letzten Wochen mit dem Daviscup in Spanien und dem Turnier am Hamburger Rothenbaum eine mentale Erschöpfung, und ich denke, dass mir die jetzt bevorstehende Pause vor allem auch in dieser Hinsicht guttun dürfte. Deshalb bin ich auch erleichtert, dass die Sandplatz-Saison nun beendet ist.

Meine Eltern und mein Bruder bleiben noch ein paar Tage in Kroatien und fahren dann mit dem Auto zurück nach Deutschland, wo Sascha noch ein Turnier spielt. Ich fliege schon heute nach Nizza zu meiner Freundin. Die kommenden Tage nutze ich, um in Monaco zu trainieren. An der dortigen ATP-Base gibt es nicht nur ausreichend Hartplätze, sondern vor allem auch viele hochklassige Trainingspartner, weil viele Spieler, die in dieser Woche bei Turnieren ausscheiden, dorthin fliegen. Bis kommenden Mittwoch werde ich dort bleiben, dann geht es über New York nach Montreal, wo am 10. August das erste Hartplatz-Turnier startet. Nun freue ich mich aber erst einmal auf die Woche Ruhe. Viele Grüße aus Kroatien, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 46 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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