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Sport

Mischas Tagebuch

Ich bin genervt!

Es passiert ja nicht allzu häufig, dass ich mich richtig aufrege und tierisch genervt von meinem Job bin, aber heute ist so ein Tag. Grund dafür ist das Doppel, das ich eben gerade verloren habe. Im Bundesligaspiel mit dem Rochusclub Düsseldorf gegen GW Mannheim habe ich an der Seite des Franzosen Fabrice Santoro mit 4:6 und 3:6 gegen Marc Lopez (Spanien) und Björn Phau (Weilerswist) verloren, und wir haben uns wirklich zu dumm angestellt. Es gab in jedem Spiel zwei bis drei lange Ballwechsel, und wir haben jeden verloren. Unglaublich! Dass ich zuvor mein Einzel gegen den Polen Juan Pablo Brzezicki, die Nummer 156 der Welt, mit 6:3, 1:6 und 10:5 gewonnen hatte, interessiert mich jetzt gar nicht. Mich nervt, dass wir durch unsere Niederlage auch den Gesamtsieg verschenkt und letztlich 2:4 verloren haben.

Den gestrigen Sonnabend habe ich genutzt, um mal ein wenig Kraft zu tanken. Ich habe lange geschlafen, war in Düsseldorf bummeln und habe ansonsten gar nichts getan. Das tat nach den Strapazen der vergangenen Wochen richtig gut. Körperlich habe ich mich heute dementsprechend zwar immer noch müde, aber schon viel besser als noch am Freitag gefühlt.

Morgen um 10.40 Uhr fliege ich von hier nach Venedig. Dort werde ich vom Fahrdienst abgeholt und zweieinhalb Stunden ins kroatische Umag gefahren, wo morgen das nächste ATP-Turnier beginnt. Ich spiele zum Glück erst am Dienstag. Mein Gegner ist der Italiener Fabio Fognini (22), die Nummer 72 der Welt. Gegen ihn habe ich in der Jugend dreimal gewonnen, bei den Profis ist es unser erstes Treffen. Dann wollen wir mal hoffen, dass ich nicht schon am Mittwoch wieder im Flieger sitze. Viele Grüße aus Düsseldorf, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 47 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009.

 

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