Mischas Tagebuch
Die anstrengendsten Tage des Jahres
Langsam spüre ich, dass die vier Tage in Hamburg die anstrengendsten des bisherigen Jahres waren. Ich habe heute im Bundesligaspiel für den Rochusclub Düsseldorf gegen Espelkamp-Mittwald mein Einzel gegen den Brasilianer Thiago Alves (27), Nummer 88 der Weltrangliste, mit 5:7 und 3:6 verloren.
Hamburg. Jetzt sitze ich in der Umkleidekabine, und mein ganzer Körper tut mir weh. Ich freue mich auf eine Massage, ein gutes Essen und mein Bett – und hoffe, dass ich nachher nicht noch im Doppel antreten muss. Wenn es 2:2 steht, werden sie mich brauchen, wenn wir dann schon 3:1 führen, muss ich wohl nicht mehr ran.
Das Turnier am Rothenbaum war deshalb so anstrengend für mich, weil ich eine Menge Termine außerhalb des Platzes hatte. Der Rummel war schon gehörig, und darauf war ich vielleicht nicht so gut eingestellt. Dass mir jetzt einige aufgrund meiner unnötigen Niederlage gegen Simon Greul wieder ein Kopfproblem anhängen wollen, lässt mich eigentlich kalt. Ich kenne das ja schon: Wenn ich verliere, wollen mir alle helfen. Dass ich am Anfang des Jahres Spiele aber genau auf die Art gewonnen habe, wie ich sie jetzt verliere, ist schon wieder vergessen. Ich kann nur sagen: Ich weiß, wo meine Probleme sind, und ich habe ein Team um mich herum, auf das ich vertraue. Trotzdem werde ich das Angebot von Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen, mir bei der Analyse des Greul-Matches zu helfen, gerne annehmen und ihn beizeiten mal anrufen.
Morgen werde ich einen Tag lang gar nichts machen, sondern in Düsseldorf relaxen. Am Sonntag geht es in der Liga gegen Mannheim weiter, und danach reise ich ins kroatische Umag, wo das nächste Turnier ansteht. Danach habe ich dann zum Glück eine Woche Turnierpause, ehe es am 10. August in Montreal weitergeht. Und so, wie ich mich jetzt fühle, brauche ich diese Pause auch dringend. Erschöpfte Grüße aus Düsseldorf, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 47 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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