14.11.12

Länderspiel

Niederlande gegen Deutschland - hier im Liveticker!

Bundestrainer Löw verzichtet nach Kloses Ausfall auf einen echten Stürmer. Die Hoffnungen im Länderspiel in Amsterdam gegen die Niederlande ruhen auf Marco Reus.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
Marco Reus
Marco Reus soll für Deutschland in der Niederlande die Akzente setzen - hier im Liveticker

Amsterdam. Ohne acht Stammkräfte bestreitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft heute (20.30 Uhr hier im Liveticker) das letzte Länderspiel des Jahres. In Amsterdam fehlen Joachim Löw im Prestigeduell gegen die Niederlande unter anderen Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Sami Khedira. Im Angriff plant der Bundestrainer mit dem Dortmunder Marco Reus oder Lukas Podolski als Klose-Ersatz. "Wir wollen uns mit einem Erfolgserlebnis von unseren Fans verabschieden", sagte Löw.

+++ Niederlande gegen Deutschland hier im Liveticker +++

Gegen das Oranje-Team hatte Deutschland zuletzt zweimal gewonnen. Im Team von Bondscoach Louis van Gaal stehen mehrere Bundesliga-Profis, darunter der Hamburger Rafael van der Vaart, Arjen Robben vom FC Bayern und Schalke-Stürmer Klaas Jan Huntelaar.

Die deutsche Mannschaft macht es heute Spanien nach und schafft den Angriff ab. Zwei Torhüter, sechs Abwehrspieler und elf Akteure für das Mittelfeld weist die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte Aufgebotsliste der Fußball-Nationalmannschaft für den Klassiker gegen die Niederlande auf. Aber ein Stürmer? Erstmals Fehlanzeige.

Nach der Absage von Miroslav Klose gibt es an vorderster Front eine bedenkliche Lücke - und das in einem Land, das für seine Torjäger wie Gerd Müller, Uwe Seeler, Klaus Fischer, Rudi Völler, Karl-Heinz Rummenigge oder Jürgen Klinsmann immer bewundert wurde. Er sei "hoffnungsfroh, dass Hansi Flick mich noch anruft", witzelte Teammanager Oliver Bierhoff, einst auch treffsicherer Stürmer in der DFB-Auswahl, angesichts des anhaltenden Sturm-Tiefs. "Ich habe zwei, drei Varianten die ich mir durch den Kopf gehen lasse", sagte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Prestigeduell. Erste Wahl als Aushilfe dürfte aber der Dortmunder Reus sein, der besser ins Anforderungsprofil von Löw passt.

Stefan Kießling von Bayer Leverkusen, im Jahr 2012 bisher mit 19 Treffern immerhin erfolgreichster deutscher Angreifer, erfüllt diese Kriterien nicht. Trotz der Absagenflut verzichtete der Bundestrainer erneut auf den 28-Jährigen. "Ich registriere seine gute Leistungen absolut. Er ist nicht in Vergessenheit geraten. Ich will aber vorne einen anderen Spielertypen testen", betonte Löw. Einen, "der aufgrund seiner Spielweise besser zur Geltung kommt". Einen wie Reus eben.

Ein Versuch mit dem 23 Jahre alten Dortmunder schwebt Löw schon lange vor - analog zu Vorbild Spanien, das mit einer "falschen 9" agierte und weitgehend ohne Stürmer Europameister wurde. Bei der EURO hieß der "Reus" oft Cesc Fabregas. Auch Klose hatte diese Variante zuletzt schon ins Gespräch gebracht: "Im Notfall machen wir es eben so wie Spanien und spielen ohne Stürmer. Wir haben ohnehin ein Überangebot an Mittelfeldspielern." Aber eben nicht an Angreifern. In den bisherigen Spielen seit der EM hatte der 34 Jahre alte Klose deshalb den Alleinunterhalter spielen müssen, da Mario Gomez seit Monaten ausfällt. Der Münchner Stürmer sollte erst am Dienstagabend in einem Testspiel des FC Bayern gegen einen Sechsligisten sein Comeback feiern und steht Löw erst im kommenden Jahr wieder zur Verfügung.

Aber was kommt nach Klose und Gomez? Dieses Problem sei "nicht von heute auf morgen" zu lösen, sagte Löw unlängst. Der neue DFB-Sportdirektor Robin Dutt sei bereits angehalten, im Jugendbereich verstärkt diesen Spieler-Typus zu sichten und zu fördern. Löw hofft so wenigstens "langfristig" auf Besserung. Kurzfristig, das belegt ein Blick auf die Alternativen, ist kaum Unterstützung in Sicht. Schon vor Wochen hatte Löws Assistent Hansi Flick in der Bundesliga einen Mangel "an typischen Zentrumsstürmern", die auch für die DFB-Auswahl infrage kämen, festgestellt. So bleibt Löw derzeit nur die Hoffnung, dass Klose, den derzeit eine Erkältung matt setzt, und Gomez bald wieder zurückkommen. Ansonsten bleibt im Notfall aber immer noch das "spanische System".

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen

Niederlande: Krul/Newcastle United (24 Jahre/4 Länderspiele) - van Rhijn/Ajax Amsterdam (21/4), Heitinga/FC Everton (28/84), Vlaar/Aston Villa (27/13), Martins Indi/Feyenoord Rotterdam (20/5) - de Jong/AC Mailand (27/66), Emanuelson/AC Mailand (26/16) - van der Vaart/Hamburger SV (29/102) - Afellay/Schalke 04 (26/43), Huntelaar/Schalke 04 (29/59), Robben/Bayern München (28/62). - Trainer: van Gaal

Deutschland: Neuer/Bayern München (26/35) - Höwedes/Schalke 04 (24/9), Mertesacker/FC Arsenal (28/84), Hummels/Borussia Dortmund (23/22), Lahm/Bayern München (29/94) - Lars Bender/Bayer Leverkusen (23/10), Gündogan/Borussia Dortmund (22/3) - Müller/Bayern München (23/37), Götze/Borussia Dortmund (20/19), Podolski/FC Arsenal (27/105) - Reus/Borussia Dortmund (23/13). - Trainer: Löw

Schiedsrichter: Pedro Proenca (Portugal)

Brisante Duelle zwischen Deutschland und Oranje

14. Juni 1980 in Neapel (EM-Gruppe, 3:2): Klaus Allofs erzielt einen Hattrick und schießt die deutsche Mannschaft auf den Weg Richtung EM-Finale. Erst in der Schlussphase kommt Holland nochmal auf. Der blutjunge Lothar Matthäus verschuldet bei seinem Länderspieldebüt einen Elfmeter.

21. Juni 1988 in Hamburg (EM-Halbfinale, 1:2): Ronald Koeman und Marco van Basten drehen die deutsche Führung durch Matthäus und ebnen Oranje den Weg ins Finale. Nach dem Abpfiff gibt es unschöne Szenen. Koeman wischt sich mit Olaf Thons Trikot über das Gesäß. Der Sieg scheint für Holland mehr nationale Mission denn sportliche Revanche zu sein.

24. Juni 1990 in Mailand (WM-Achtelfinale, 2:1): Wieder ein Duell voller Emotionen. Frank Rijkaard bespuckt und provoziert Rudi Völler, beide sehen Rot. Deutschland gibt in einem packenden Spiel eine sportliche Antwort. Andy Brehme und Dauerläufer Jürgen Klinsmann schießen die Tore zum Einzug ins WM-Viertelfinale.

18. Juni 1992 in Göteborg (EM-Gruppe, 1:3): Deutschland ist diesmal chancenlos. Der Treffer von Klinsmann kann die Niederlage nicht abwenden. Aber letztlich hat das Spiel keine Bedeutung. Die Favoriten finden beide ihren Meister in den dänischen Spaßfußballern. Holland scheitert im Halbfinale, Deutschland im Endspiel.

20. November 2002 in Gelsenkirchen (Testspiel, 1:3): Die deutschen Vize-Weltmeister können bei der letzten Niederlage gegen Holland nicht mithalten. Fredi Bobic erzielt den Ausgleich, doch im zweiten Durchgang macht Oranje den Auswärtssieg klar. Drei Tore hatte Holland in Deutschland zuvor 1912 letztmals geschossen.

15. Juni 2004 in Porto (EM-Gruppe, 1:1): Gleich zum EM-Auftakt kommt es zum Kracher gegen Holland. Rudi Völlers Auswahl hält sich wacker. Torsten Frings schießt Deutschland mit einem Freistoß in Front. Holland schlägt durch Ruud van Nistelrooy zurück. Eine Woche später folgt für Deutschland das bittere Turnieraus. Holland schafft es bis ins Halbfinale.

15. November 2011 in Hamburg (Testspiel, 3:0): Was für eine Fußball-Gala. Oranje wird mit totalem Offensivfußball an die Wand gespielt. Thomas Müller, Miroslav Klose und Mesut Özil versetzen Deutschland in große EM-Euphorie. Die Niederländer staunen anerkennend über die Fußball-Kunst des Nachbarn.

13. Juni 2012 in Charkow (EM-Gruppe, 2:1): Fußball-Deutschland pflegt seinen Titeltraum. Nach dem Doppelpack von Mario Gomez gegen Oranje scheint der EM-Coup mehr denn je möglich. Der Rivale muss kurz darauf sieglos die Heimreise antreten. Aber auch für Deutschland ist im Halbfinale gegen Italien (1:2) Schluss.

Quelle: dpa

dpa/sid
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