29.10.12

Basketball

Nowitzki beim NBA-Auftakt weiter nur Zuschauer

Am Dienstag startet die Saison für die Dallas Mavericks gegen die Lakers. Der deutsche Superstar wird noch rund vier Wochen fehlen.

Foto: DAPD
Knie-OP: Nowitzki faellt mindestens sechs Wochen aus
Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki muss den NBA-Saisonstart von der Tribüne aus verfolgen

Dallas. Dirk Nowitzki ist lange dabei. Und eigentlich hat der Star der Dallas Mavericks in der NBA schon so ziemlich alles erlebt. Nowitzki weiß, wie es sich anfühlt, den Titel zu holen. Und der 34-Jährige weiß auch, wie mit Enttäuschungen umzugehen ist. Das Auftaktspiel einer Saison als Zuschauer zu verfolgen, ist aber selbst für den Würzburger neu. Zum ersten Mal nach 14 Jahren in der Basketball-Profiliga kann Nowitzki nicht eingreifen, wenn es um die Standortbestimmung geht.

Dass der deutsche Basketballstar am Dienstag bei den Los Angeles Lakers liebend gerne auf dem Parkett gestanden hätte, versteht sich von selbst. "Es stinkt mir", klagt Nowitzki: "Anders kann man es nicht sagen."

Wegen erneuter Knieprobleme, die während der Vorbereitung auftraten und eine Operation erforderlich machten, fehlt der wichtigste Spieler seiner Mannschaft. Einige Wochen wird das wohl auch noch so bleiben. Nowitzki muss sich in Geduld üben, etwas anderes bleibt ihm nicht übrig. Hart ist der Ausfall auch für die Mavericks, selbst wenn Trainer Rick Carlisle und Teambesitzer Mark Cuban das anders sehen. Zumindest öffentlich.

Dallas hat einen schwierigen Sommer hinter sich. Schon wieder. Wie nach dem Titelgewinn im vergangenen Jahr ist auf dem Transfermarkt erneut einiges schiefgelaufen. Wunschspieler wie Deron Williams oder Steve Nash gaben den Texanern einen Korb, stattdessen kamen eher unbekannte Namen wie O.J. Mayo, Darren Collison und Dahntay Jones.

Wie stark die "neuen Mavs" sind, lässt sich deshalb nur schwer einschätzen. Zu den Titelkandidaten gehört das Team in dieser Saison nicht, so viel ist klar. Vor allem in den ersten Wochen könnte es unangenehm werden. Weil ohne Nowitzki kein Ausnahmespieler mehr im Aufgebot steht.

"Die Jungs müssen einen Weg finden, um Spiele zu gewinnen", sagt Nowitzki. Der deutsche Nationalspieler ahnt, dass es holprig werden könnte und nimmt die Kollegen in die Pflicht: "Auf jeden Fall müssen sie gewinnen und anständigen Basketball spielen, bis ich wieder zurückkehre."

Noch vier Wochen wird der 2,13 m große Power Forward wohl auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Einen genauen Zeitpunkt für die Rückkehr gibt es nicht. "Das Knie muss erst vollständig abheilen, bevor ich wieder ins Training einsteige", so Nowitzki: "Auch dann wird es noch einige Zeit dauern."

Dallas hat das Glück, dass es anfangs nicht gerade gegen die stärksten Teams geht. Zweimal müssen die Mavs sich bis Ende November mit den Lakers messen, ansonsten steht aber kein Duell mit einem echten Spitzenteam an. Durch das machbare Programm ist es natürlich umso wichtiger, Erfolge zu holen.

Kapitän Nowitzki wird seinem Team gespannt zuschauen, Delonte West bekommt er dabei wahrscheinlich nicht zu sehen. Der Guard wurde Ende der Woche wegen "teamschädigenden Verhaltens" zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit suspendiert.

West ist vorerst draußen, dabei macht die Personalsituation auch so schon Probleme. Chris Kaman, ebenfalls neu im Team, steht wegen einer Wadenzerrung für Dienstag auf der Kippe. Auch Brandan Wright und der zuletzt gut aufgelegte Rookie Jae Crowder sind angeschlagen. Immerhin konnte Center Eddy Curry noch kurz vor Saisonbeginn als Ersatz verpflichtet werden.

Gleich zum Auftakt können die Mavericks im Staples Center zeigen, was in ihnen steckt. L.A. hat im Sommer ordentlich aufgerüstet, in Superstar Dwight Howard (Orlando Magic) und Nowitzkis Freund Steve Nash (Phoenix Suns) kamen echte Hochkaräter. Kobe Bryant, Pau Gasol und Metta World Peace sind noch da.

"Die haben jetzt fast eine Allstar-Truppe am Start", sagte Nowitzki am Rande des Gastspiels der Mavericks in Berlin. Für Vorfreude auf das Duell mit dem 16-maligen Champion war keine Zeit, kurz danach machte das Knie nicht mehr mit. Nowitzki dürfte es mächtig schwerfallen, am Dienstag still zu sitzen. Die Zuschauerrolle mag der Superstar nicht: "Diese Situation ist hart. Ich habe es immer gehasst, Spiele zu verpassen."

(sid)
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Dirk Nowitzki

Deutschlands NBA-Star Dirk Nowitzki

Fünf Fakten zur NBA
  • Der NBA-Modus

    Die 30 Klubs sind nach geographischen Aspekten auf zwei Gruppen verteilt, den Conferences; 15 gehören zum Osten, 15 zum Westen. Diese Conferences sind unterteilt in drei Divisions mit je fünf Mannschaften. Im Verlauf der insgesamt 82 Punktspiele treffen zwar alle Teams aufeinander, aber in den Playoffs bleiben sie in ihrer Conference unter sich. Die jeweiligen Conference-Gewinner ermitteln dann am Ende den NBA-Champion. Für die Playoffs qualifizieren sich jeweils die acht besten Teams. Für die K.o.-Runde werden sie anhand ihrer Sieg-/Niederlagen-Bilanz gesetzt. Das Format ist einfach, wie beim Tennis: Die Nummer eins der Rangliste spielt zunächst gegen die Nummer acht, Nummer zwei gegen Nummer sieben, drei gegen sechs und vier gegen fünf.

  • Salary Cap

    Salary Cap ist eine Gehaltsobergrenze, die regelt, wieviel ein NBA-Team für seine Spieler bezahlen darf. Ziel dieser Beschränkung ist es, neben der Kontrolle der Gehaltskosten, einen finanziellen Ausgleich zwischen den NBA-Teams zu erzielen, um einen fairen Wettkampf zwischen finanziell starken und schwachen Mannschaften zu ermöglichen. Die Spielergehälter teilen sich die Liga und die Vereine. Aus den damit verbundenen Vertragsverhandlungen entstehen jedoch immer wieder Tarifstreits, die bei einer Nichteinigung zu sogenannten Lockouts (dt. Aussperrungen) führen können. Die Gehaltsobergrenze eines Teams für die Saison 12/13 darf die Summe von 58.044 Millionen Dollar (rund 44,7 Millionen €) nicht überschreiten.

  • Die größten Stars

    Michael Jordan gilt als bester Basketballer aller Zeiten. Er gewann zwischen 1991 und 1998 sechs NBA-Titel mit den Chicago Bulls. 2009 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.

    Kareem-Abdul Jabbar wurde sechs Mal MVP einer Regular Season.

    Earvin Magic Johnson feierte mit den Los Angeles Lakers in den 80er-Jahren fünf Meistertitel. Er wurde außerdem neun Mal ins All-NBA First Team gewählt.

    Bill Russell gewann mit den Boston Celtics elf Meisterschaften und hält damit bis heute den Rekord.

    John Stockton ist einer der besten Passgeber aller Zeiten. In Seiner Karriere brachte er es in 1.504 Partien auf überragende 15.806 Assists.

    Pistol Pete Maravich war ein herausragender Distanzschütze. Er spielte von 1970-80 für die Atlanta Hawks und wurde 1987 in die Hall of Fame aufgenommen.

    Wilt Chamberlain: Er erzielte in seiner Karriere im Schnitt überragende 30,1 Punkte und wurde zwei Mal Champion.

    George Gervin: Der Iceman war stolze vier Mal Topscorer einer NBA-Saison. Er spielte für die San Antonio Spurs und die Chicago Bulls.

    Jerry West: Seiner Silhouette ist das heutige NBA-Logo nachempfunden. Er wurde nie MVP, trotzdem ist er einer der besten Shooting Guards aller Zeiten.

    Kobe Bryant wurde seit 1998 ununterbrochen in die Auswahl der besten NBA-Spieler der jeweiligen Saison gewählt und gewann 2008 die Wahl zum wertvollsten Spieler.

    Shaquille O’Neal erzielte 28.596 Punkte und gewann vier Meisterschaften. „Shaq-Attack” ist 2,16 Meter groß und wiegt fast 150 Kilo.

  • Die Rekordspieler

    Wilt Chamberlain warf 100 Punkte und erreichte 55 Rebounds in einem Spiel. Er hat als einziger Profi in sieben Spielen hintereinander mehr als 50 Punkte erzielt.

    Nat Hickey ist der älteste aktive NBA-Spieler aller Zeiten. 1948 reaktivierte er sich als Coach der Providence Steamroller im Alter von 46 Jahren selbst für ein Spiel.

    Kareem Abdul-Jabbar erzielte die meisten Punkte insgesamt: Stolze 38.387.

    Mit den Chicago Bulls gelang Michael Jordan der sogenannte Three-Pat, drei aufeinanderfolgende NBA-Meistertitel.

    Gheorghe Muresan & Manute Bol waren mit 2,31 Meter die größten Spieler der NBA-Historie

     

  • Deutsche Legionäre

    Bisher spielten in der NBA fünf deutsche Basketballer: Uwe Blab (1985 bis 1989 für Dallas, Golden State, San Antonio), Detlef Schrempf (1985 bis 2001 für Dallas, Indiana, Seattle, Portland), Christian Welp (1987 bis 1990 für Philadelphia, San Antonio, Golden State), Shawn Bradley (1993 bis 2005 für Philadelphia, New Jersey und Dallas) und aktuell Dirk Nowitzki (seit 1998 für Milwaukee Bucks, aktuell Dallas Mavericks).

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