Mischas Tagebuch
Doppel mit Stich - das sorgt für Aufregung
In ganz Deutschland gab es heute Unwetter-Warnungen, und auch Stuttgart wurde vom Regen nicht verschont. Um kurz nach 20 Uhr hat die Organisationscrew des ATP-Turniers am Weissenhof entschieden, dass die angesetzten Viertelfinalmatches abgesagt und auf morgen verschoben werden müssen.
Stuttgart. Es betraf neben meiner Partie gegen den Franzosen Jeremy Chardy auch noch Nicolas Kiefer und den Polen Lukasz Kubot.
Ich habe den Tag mit viel Warten und ein wenig Training herumgebracht. Natürlich sind solche Tage anstrengend, aber sie kommen immer mal wieder vor, des´halb bringt mich so etwas nicht aus der Ruhe. Morgen sollen wir nun um 10.30 Uhr parallel spielen, damit um 15 Uhr die Sieger aus den beiden Partien das Halbfinale bestreiten können. Das wird körperlich natürlich auch noch mal ein harter Ritt, aber auch damit muss man sich als Profi arrangieren.
Heute Abend steht noch ein Dinner mit den Sponsoren auf dem Programm, allerdings soll es dort erst um 21 Uhr mit einem Viergänge-Menu beginnen. Das ist für mich zu spät, vor allem im Hinblick auf unsere frühe Spielzeit morgen. Deshalb werde ich nur kurz vorbeischauen, mich bei den Sponsoren bedanken und dann zu Bett gehen.
Für Aufregung hat heute die offizielle Verkündung gesorgt, dass ich in der kommenden Woche am Hamburger Rothenbaum im Doppel mit Michael Stich antrete. Wir haben früher oft miteinander in Hamburg trainiert. In den letzten Jahren ist das weniger geworden, weil ich ja sehr viel unterwegs bin. Aber wir haben immer gesagt, dass wir bei passender Gelegenheit mal miteinander spielen wollen. Jetzt ist die Gelegenheit da. Natürlich ist es kurios, dass sich ein Turnierdirektor selbst eine Wildcard gibt, aber wir haben schon eine Menge positives Feedback bekommen. Viele sagen, dass sie sich ein solches Doppel eher anschauen würden als die besten Doppelspezialisten aus einem anderen Land. Deshalb glaube ich, dass es ein großer Spaß werden kann. Für Michael ist es bestimmt auch interessant zu se-hen, ob er noch mithalten kann, und für mich ist es die Erfüllung eines Traums, mit meinem Idol früherer Tage zusammenzuspielen. Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr auf mein Heim-Turnier.
Zunächst gilt jedoch meine Konzentration allein dem Stuttgarter Turnier. Ich hoffe, Ihr drückt mir die Daumen, auch wenn ich dann nicht topfit nach Hamburg kommen würde. Viele Grüße aus Schwaben, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 45 der Weltrangliste geführt, be-richtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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