Box-Weltmeister Andreas Kotelnik (Universum) verteidigt am Sonnabend in Manchester seinen WBA-Gürtel gegen den Briten Amir Khan.

Box-Weltmeister Andreas Kotelnik (r.) will Sonnabend seinen Titel verteidigen.
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Abendblatt: Herr Kotelnik, Sie sind seit 2000 Profi beim Universum-Stall in Hamburg, seit 2007 Weltmeister im Halbweltergewicht. Sie boxen am Sonnabend in England gegen den britischen Topstar Amir Khan. Können Sie uns erklären, warum es von so einem Kampf keine Bilder im deutschen Fernsehen gibt?
Kotelnik: Das verstehe ich auch nicht. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass das ZDF als Partner von Universum nichts von dem Kampf senden will.
Abendblatt: Liegt es vielleicht daran, dass Sie in den achteinhalb Jahren nie wirklich heimisch geworden sind in Deutschland? Immerhin sprechen Sie kaum Deutsch.
Kotelnik: Das stimmt so nicht. Die ersten zwei Jahre waren verdammt hart für mich, ich hatte viel Heimweh, aber mittlerweile ist Hamburg für mich eine zweite Heimat. Ich spreche auch die deutsche Sprache ganz ordentlich, verstehen kann ich fast alles. Dennoch kann mir niemand verdenken, dass ich einen Teil meines Lebens in der Ukraine verbringe, wo ich sehr populär bin und mir mein Leben nach der Karriere aufbaue.
Abendblatt: Ihre Gewichtsklasse ist in Deutschland leider völlig uninteressant. Gehen Sie auch deshalb nach England, weil Sie dort mehr Aufmerksamkeit und mehr Geld bekommen?
Kotelnik: Das Geld spielt nicht die wichtigste Rolle. Allerdings gebe ich zu, dass ich mir erhoffe, durch einen Sieg gegen Khan, der in England ein Star ist und in der Welt einen guten Namen hat, endlich meinem Traum von einem Kampf in den USA näher zu kommen. Und dort würde ich sicher auch richtig verdienen.
Abendblatt: Khan ist ein sehr selbstbewusster Herausforderer, er redet sich selbst gern stark. Was halten Sie von ihm?
Kotelnik: Er hat ein sehr gutes Management, sonst hätte er auch sieben Jahre auf eine WM-Chance warten müssen wie ich. Sportlich glaube ich nicht, dass er mir das Wasser reichen kann. Er ist schnell, schlägt gute Serien und hat eine starke Beinarbeit. Aber ich denke, dass ich besser bin. In den Kämpfen, die ich gesehen habe, waren seine Nehmerfähigkeiten nicht besonders gut.
Abendblatt: Auf der Pressekonferenz in England haben Sie gesagt, Sie zählten Khan nicht zu Ihren stärksten Gegnern. War das ernst gemeint oder Show?
Kotelnik: Ich denke tatsächlich, dass er längst nicht so gut ist, wie er selbst glaubt und wie ihn die Medien machen. Er hat noch nicht viele gute Leute geboxt und muss sich erstmal beweisen. Aber ich will vor dem Kampf nicht zu viel reden, sondern im Ring zeigen, dass ich richtig liege. Ich denke allerdings tatsächlich, dass ich der bessere Boxer bin.
Abendblatt: Sie boxen zum vierten Mal auf der Insel, zweimal wurden Sie von den Kampfrichtern betrogen. Haben Sie Bedenken davor, dass das wieder passiert?
Kotelnik: Nein, davor habe ich keine Angst. Ich bin der Weltmeister, und ich muss überall auf der Welt meinen Titel verteidigen, wenn es sein muss. Außerdem habe ich diesen Titel ja 2007 durch den Sieg gegen Gavin Rees in Cardiff auch in Großbritannien gewonnen.
Abendblatt: Sie teilen also nicht die Befürchtung, Sie müssten Khan ausknocken, um zu gewinnen?
Kotelnik: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich bin auf alles vorbereitet, auch auf zwölf harte Runden. Vielleicht haben Khan und sein Team die Punktrichter gekauft. Aber wenn meinem Promoter Universum etwas an mir liegt, dann haben die ebenfalls Vorkehrungen getroffen. Am Ende glaube ich daran, dass der bessere Boxer gewinnt. Und das werde ich sein.



