Tennisturnier am Hamburger Rothenbaum
Stadt und verbotener Sponsor zahlen fürs Turnier
Tennis-Traditionsturnier gerettet: Sowohl die Hansestadt Hamburg als auch der Hauptsponsor werden ihre finanziellen Zusagen erfüllen.
Die German Open am Hamburger Rothenbaum gelten als traditionsreiches Tennisturnier.
Foto: DPA
Hamburg. Das war ein guter Tag für Michael Stich (40), den Direktor des Tennisturniers am Rothenbaum (20.-26. Juli). Erst bewilligte der Hamburger Senat einen Zuschuss von 200 000 Euro für die Veranstaltung, dann gab der österreichische Online-Wettanbieter Bet-at-home.com bekannt, dass er voll zu seinen finanziellen Vereinbarungen steht, obwohl ihm das Hamburger Verwaltungsgericht den Auftritt als Titelsponsor und jegliche Werbung vor Ort und im Internet untersagt hatte.
"Wir zahlen deutlich mehr als die bisher kolportierten 250 000 Euro, weil
wir am Fortbestand dieses Traditionsturniers auch aus geschäftlichen
Überlegungen interessiert sind", sagte Unternehmenssprecher Claus
Retschitzegger. Insider gehen jetzt von einer Summe von rund 400 000 Euro
aus. Die veröffentlichte Diskussion um das Engagement der Internetfirma
hatte offenbar den erhofften Werbeeffekt ausgelöst, und Bet-at-home will
trotz der komplizierten Rechtslage dem Rothenbaum auch künftig die Treue
halten. Retschitzegger: "Wir möchten 2010 in Hamburg nicht nur im
Hintergrund, sondern offiziell als Titelsponsor auftreten." Dazu bedarf
es eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), der das staatliche
Glücksspielmonopol in Deutschland für unzulässig erklärt. Zwei
Vorlageentscheidungen deutscher Gerichte warten in Luxemburg auf einen
Termin. Der EuGH hat für 2010 Beschlüsse angekündigt.
Mit dem Geld der Stadt und des virtuellen Sponsors hofft Stich den Turnieretat von rund 3,2 Millionen Euro decken zu können. Etwa 55 000 Zuschauer sind nun noch für die von ihm angestrebte "schwarze Null" notwendig. Bei einem erneutem Verlust droht die Diskussion um den Verkauf des Turniers wieder zu entflammen. Stich: "Wir haben einen Dreijahresvertrag mit dem Deutschen Tennisbund geschlossen, und den wollen wir auch erfüllen."
Sportlich bietet der Rothenbaum trotz der Herabstufung in die zweite Kategorie weiter ein attraktives Feld mit 48 Spielern, darunter zehn deutschen: Philipp Kohlschreiber, Andreas Beck, Mischa Zverev, Benjamin Becker, Björn Phau, Simon Greul und Rainer Schüttler. Wildcards erhalten Florian Mayer, Daniel Brands und Talent Dominik Schulz.










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