Skistar packt aus
Höfl-Riesch schreibt über den "Pornozirkus"
In ihrem Buch "Geradeaus. Höhen und Tiefen meines Lebens" gibt die Skirennläuferin Maria Höfl-Riesch Details ihrer Karriere preis.
München. Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch hat nach der vergangenen Weltcup-Saison über ein Karriereende nachgedacht. "Ich war kurz davor, hinzuschmeißen", sagte die 27-Jährige jetzt in einem Interview der Zeitschrift "Bunte". "Aber das entscheidet man nicht auf die Schnelle."
Im Urlaub habe sie mit ihrem Ehemann und Manager Marcus Höfl darüber gesprochen. Sie habe sich überlegt, ob sie sich "das weiter antun soll", führte die Doppel-Olympiasiegerin von 2010 aus. Höfl-Riesch hatte sich im vergangenen Winter wiederholt über Medienberichte geärgert. Diese hätten sie ebenso wie Äußerungen von Verbandsfunktionären "wahnsinnig gekränkt. Es tat weh, was da alles abgelaufen ist."
Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi seien für sie "nicht die Bedingung, um zufrieden aufzuhören", erklärte Höfl-Riesch. Es wäre zwar die Krönung, aber keine Voraussetzung.
Die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) druckt unterdessen Auszüge aus Maria Höfl-Rieschs neuem Buch, das am 1. Oktober erscheint. In "Geradeaus. Höhen und Tiefen meines Lebens" (Malik Verlag) schreibt die Gesamtweltcupsiegerin von 2011 unter anderem über die Belastungen des Leistungssports.
"Wenn ich von heute an ein Jahr zurückrechne, habe ich von 365 Tagen an knapp 300 entweder trainiert oder Rennen bestritten. Und das war in den zehn Jahren davor auch nicht anders", schilderte Höfl-Riesch, die von der Siegerehrung bei Olympia immer noch besonders berührt wird. "Wenn ich mir heute Bilder oder Filme davon anschaue, bekomme ich eine Gänsehaut."
Auch über das Umfeld im alpinen Rennsport packt Höfl-Riesch in ihrem Buch aus - über die Szene schreibt sie unter anderem: "Mir ist nicht bekannt, wer das Wort in Umlauf gebracht hat, aber es kursiert immer mal wieder: Pornozirkus – als Abwandlung von Skizirkus. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass in jedem Hotel, in dem wir absteigen, wilde Orgien zelebriert würden. Aber es ist auch nicht so, dass jeder, der allein eincheckt, dann auch die Nächte allein verbringt."
Höfl-Riesch "ganz gut" an Reglement gewöhnt
Derweil bereiten der Doppel-Olympiasiegerin die veränderten Ski-Richtlinien vor dem WM-Winter 2012/2013 keine großen Sorgen. "Ich habe das Gefühl, ich habe mich ganz gut dran gewöhnt. Vor allem im Riesenslalom komme ich ganz gut zurecht", sagte die Partenkirchnerin bei Servus TV.
Der Ski-Weltverband FIS hat zur neuen Weltcupsaison Modifizierungen an den Skiern vorgeschrieben, die in den Kurven Geschwindigkeit und einwirkende Kräfte reduzieren sollen. Der alpine Weltcup beginnt für die Frauen am 27. Oktober mit einem Riesenslalom in Sölden/Österreich, für die Männer am Tag darauf.
















