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Sport

Mischas Tagebuch

Sechs Stunden in der Sauna – das hält kein Mensch aus

Wenn heute unsere Teambank mal leer sein sollte, wundert euch nicht. Wir wollen schließlich keinen Hitzeschlag riskieren.

Die Auslosung ist durch, die Vorfreude groß, heute startet hier in Marbella endlich mein Debüt im Daviscup für Deutschland. Allerdings ist meine Rolle heute zunächst aufs Anfeuern beschränkt, da mich unser Teamchef Patrik Kühnen erst für das Doppel am Sonnabend nominiert hat. Ich spiele gemeinsam mit Nicolas Kiefer gegen die Spanier Fernando Verdasco und Feliciano Lopez.

Nun aber zu den heutigen Partien. Andy Beck, der als zweiter Debütant dabei ist, darf um 13 Uhr gegen Spaniens Nummer eins Verdasco das Viertelfinale eröffnen. Er hätte sich sicherlich gewünscht, nicht gleich als Erster ran zu müssen, aber ich glaube trotzdem, dass er eine gute Chance hat. Er hat stark trainiert, ist in guter Form. Wenn es ihm gelingt, Verdasco mit seiner schnellen Vorhand zu überraschen und unter Druck zu setzen, dann kann er siegen. Als Geheimwaffe haben wir gestern viele Stopps trainiert, die er immer mal wieder einstreuen soll. Ich bin gespannt, wie das klappt.

Im zweiten Match tritt dann unsere Nummer eins Philipp Kohlschreiber gegen Tommy Robredo an. Kohli hat gegen Robredo eine 0:4-Bilanz, was aber nichts heißen muss. Manchmal kann so eine Bilanz auch denjenigen hemmen, der glaubt, er habe das Match schon gewonnen. Und da Kohli dank seiner Fähigkeiten an einem guten Tag jeden schlagen kann, hat er auch gegen Robredo eine gute Chance. Es wäre zwar eine Überraschung, wenn Kiwi und ich morgen mit einer 2:0-Führung im Rücken im Doppel alles klar machen könnten, aber ausschließen will ich das nicht.

Gespannt bin ich auf die Atmosphäre in der Stierkampfarena, in der gespielt wird. Bis zu 13.000 Fans werden erwartet, dazu ist es mehr als 30 Grad im Schatten heiß. Für uns Ersatzspieler heißt das, dass wir nicht die ganze Zeit von der Bank aus zuschauen werden, weil wir sonst einen Hitzeschlag bekommen. Deshalb: Sollte die Bank mal leer sein, glaubt nicht, dass das mangelnder Teamgeist ist. Es ist einfach nicht möglich, sechs Stunden in der Sauna zu sitzen. Außerdem wollen Kiwi und ich auch noch ein wenig trainieren und uns selbst bewegen. Die entscheidenden Ballwechsel werden wir jedoch live miterleben. Darauf freue ich mich schon. Jetzt bitte ich Euch: Drückt uns die Daumen, damit es mit dem Halbfinaleinzug klappt. Vielen Dank und viele Grüße aus Spanien, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 47 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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