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Sport

Mischas Tagebuch

Aufstellung ist noch unklar

Mein erster Tag als Daviscupspieler für Deutschland ist fast beendet, und so richtig spektakulär war er nicht.

Das Härteste war, dass ich um vier Uhr aufstehen musste, weil der Flieger so früh ging. Um neun Uhr waren wir in Marbella, wo von Freitag bis Sonntag unsere Viertelfinalpartie gegen Spanien ansteht. Wir haben uns erst einmal auf unsere Einzelzimmer zurückgezogen und Mittagsschlaf gehalten.

Wir, das sind die Spieler Philipp Kohlschreiber, Nicolas Kiefer, Andreas Beck und ich, dazu unser Teamchef Patrik Kühnen, zwei Physiotherapeuten, zwei Masseure, ein Bespanner und ein weiterer Trainer. Das ist schon eine amtliche Mannschaft, wie ich finde. Für mich, der nur ganz selten mit eigenem Stab unterwegs ist, ist das mal eine nette Abwechslung.

Wir haben dann nach dem gemeinsamen Mittagessen von 16 bis 18.30 Uhr trainiert, ich habe mit Kohlschreiber geübt. In welcher Aufstellung wir spielen werden, weiß ich noch nicht. Patrik hat bis Donnerstag Zeit, das zu entscheiden. Aber am wahrscheinlichsten ist, dass Kohli und Kiwi Einzel spielen und Kiwi und ich Doppel. Vielleicht bekommt aber auch Andy im Einzel seine Chance. Oder ich? Warten wir es ab. Sicher ist, dass den Spaniern neben dem am Knie verletzten Topstar Rafael Nadal auch ihre Nummer zwei David Ferrer fehlen wird. Ob das unsere Chancen erhöht, weiß ich jedoch nicht, denn die Spanier haben ja zehn Weltklasse-Sandplatzspieler. Für Ferrer haben sie mal eben den früheren Weltranglistenersten Juan Carlos Ferrero nachnominiert. Ein Nicolas Almagro trainiert nur mit dem Team, zum Einsatz kommen wird er nicht. Also, ich glaube, wenn ich tippe, dass wir nicht 5:0 gewinnen werden, liege ich nicht allzu falsch.

Das Wetter hier ist wunderbar, etwas mehr als 30 Grad, aber trocken und nicht so schwül wie in Deutschland die letzten Tage. Für mich ein wunderbares Klima. Wenn es schwül ist, schwitze ich immer so viel, dass es fast unangenehm ist.

Morgen trainieren wir von 10 bis 12 Uhr, anschließend ist Pressekonferenz, danach wohl noch mal Training. Den heutigen Abend werde ich nutzen, um mein Buch weiterzulesen. Ich bin total müde vom frühen Aufstehen, deshalb werde ich wohl nicht so viele Seiten schaffen. Ich wünsche Euch eine gute Nacht. Viele Grüße aus Spanien, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 47 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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