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Sport

Mischas Tagebuch

Endlich komme ich wieder mal zum Lesen

Heute habe ich endlich mal wieder Zeit, um zu lesen. Ich liege in meinem Zimmer im Hotel Mercure in Düsseldorf auf dem Bett und warte darauf, dass das Mannschaftsessen mit unserem Bundesligateam vom Rochusclub Düsseldorf beginnt. Die Wartezeit vertreibe ich mir mit der Lektüre des Buches „Hector und die Geheimnisse der Liebe".

Düsseldorf. Es ist eine schöne Geschichte, ich kenne aus der „Hector“-Reihe von Francois Lelord schon zwei weitere Bücher.

Ich lese diese Art von psychologisch-hintergründigen Geschichten gern, aber nicht, weil ich sie als Ratgeber benutze, sondern weil mich einfach der menschliche Charakter interessiert. Warum sind wir so, wie wir sind? Das finde ich spannend. Liebesromane hingegen könnte ich nach 20 Seiten gegen die Wand werfen, weil es mich oftmals befremdet, wie oberflächlich und blöd die Charaktere dort sind. Da denke ich oft: Wenn die so blöd sind, haben sie es auch nicht verdient, dass sie geliebt werden. Ich habe mir auch den Bestseller „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“ gekauft, aber bin noch nicht dazu gekommen, ihn zu lesen. Jetzt geht erst einmal Hector vor.

Sportlich war heute ein eher ruhiger Tag. Von 12 bis 13.30 Uhr hatten wir eine Pressekonferenz anlässlich der Bundesligasaison, die morgen mit einem Heimspiel gegen Etuf Essen für uns startet. Danach habe ich mit meinem Teamkollegen Guillermo Garcia-Lopez aus Spanien trainiert, 90 Minuten lang sehr intensiv. Hat Spaß gemacht!

Gegen wen ich morgen spielen muss, weiß ich immer noch nicht. Essen hat sein Aufgebot noch nicht bekannt gegeben, muss das auch erst bis 30 Minuten vor Spielbeginn tun. Ich weiß nur, dass ich in unserem Team an Position drei gesetzt bin und Einzel sowie Doppel spielen werde. Vier Einzel und zwei Doppel umfasst eine Partie. An Nummer eins spielt für uns der Spanier Albert Montanes, an zwei der Franzose Fabrice Santoro und an vier Garcia-Lopez.

Um ehrlich zu sein, ist es mir auch relativ egal, gegen wen ich spiele. Hauptsache ist, dass ich Matchpraxis habe und mich gut vorbereiten kann, um am kommenden Wochenende beim Daviscup-Viertelfinale in Spanien eine Topleistung zeigen zu können. Ich wünsche Euch allen ein sonniges Wochenende. Viele Grüße aus dem Rheinland, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 45 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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