Olympische Sommerspiele

Nach Berlin auch Hamburg wieder im Spiel

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Nachdem Hamburg bei der Bewerbung um die Sommerspiele 2012 gescheitert war, soll es nun eine weitere Bewerbung geben.

KÖLN. Neben Berlin ist auch Hamburg offenbar ein ernsthafter deutscher Interessent für die Ausrichtung künftiger Olympischer Sommerspiele. Dies erklärte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Bach meinte auf die Frage, ob ähnlich wie München hinsichtlich einer künftigen Bewerbung um Winterspiele auch Berlin im Falle von Sommerspielen der deutsche Kandidat sei: "Die Frage einer Bewerbung um Sommerspiele muss sich um das Jahr 2015 herum entscheiden. Wir freuen uns über das große Interesse, das der Regierende Bürgermeister von Berlin geäußert hat." Ähnlich machte Olaf Scholz als 1. Bürgermeister von Hamburg deutlich, dass die Hansestadt zu gegebener Zeit auch Mittel für eine Bewerbung um Sommerspiele bereitstellen wolle. Der DOSB wird reagieren, wenn sich für Sommerspiele eine Tür öffnet."

Bach meinte, die Frage sei in naher Zukunft: "Wer tritt international für die Sommerspiele 2020 an? Mit welcher innenpolitischen Unterstützung ist durch Amtsträger und Regierungen zu rechnen? Ist eine breite Zustimmung der Bevölkerung sicher? Und wer trägt die Kosten für Bewerbung und Organisation der Spiele? Klarheit gibt es da wohl erst 2013".

Nachdem Hamburg bei seiner Bewerbung um die Sommerspiele 2012 auf nationaler Ebene bereits an Leipzig gescheitert war, hatte sich die Stadt 2005 für eine erneute Bewerbung um die Spiele 2016 oder 2020 ausgesprochen. Der Senat beschloss damals, das Leistungsportangebot in der Hansestadt zu vergrößern und weitere Sportstätten zu errichten. Auch in künftigen Bewerbungen sollte das Konzept der "zentralen Spiele am Wasser" erhalten bleiben, ebenso der Plan eines Olympischen Dorfes auf Kreuzfahrtschiffen.

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Auch der Hamburger Senator für Inneres und Sport, Michael Neumann, hatte bereits vor Monaten erklärt, Hamburg wolle sich sportpolitisch in den nächsten Jahren so entwickeln, dass es im internationalen Wettbewerb erfolgreich sein könne. Das Fernziel Olympia hatten auch der Hamburger Sportbund durch Präsident Günter Ploß und die Handelskammer genannt, die allerdings erst das Jahr 2028 ins Spiel brachte.

Hamburg bringt sich auch auf andere Weise in Position: Nach dem Vorbild der Münchner Willkommensfeier auf dem Rathausbalkon am Marienplatz im Anschluss an die Winterspiele 2010 in Vancouver plant die Hansestadt mit dem DOSB einen Empfang nach den Sommerspielen 2012 in London. Nach der dortigen Schlussfeier am 12. August sollen die Sportler das Kreuzfahrtschiff «Deutschland» besteigen, um zwei oder drei Tage später in Hamburg mit einem Feuerwerk begrüßt zu werden. In der HafenCity oder am Rathaus könnten dann die Fans ihre Idole feiern. (sid/abendblatt.de)