Mischas Tagebuch
Mein Wimbledon-Ausflug ist beendet
Nun ist auch das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres für mich beendet. In Runde zwei bin ich heute in Wimbledon nach 3:36 Stunden und fünf Sätzen gegen meinen Landsmann Philipp Petzschner aus Bayreuth ausgeschieden. 4:6, 7:6 (15:13), 3:6, 7:6 (7:5), 6:0, so lautete das Endergebnis aus seiner Sicht.
London. Das 0:6 im fünften Satz sieht sicherlich komisch aus, aber ich muss gestehen, dass mir nach dem verlorenen Tiebreak im vierten Satz die Motivation komplett verloren gegangen ist. Ich war einfach sauer darüber, dass ich eine 5:2-Führung im Tiebreak und damit den Sieg verschenkt habe. Schon im zweiten Satz hatte ich im Tiebreak Satzbälle, die ich vergeben habe. Insgesamt war es ein Spiel der verpassten Chancen, und schon Mitte des dritten Satzes habe ich gemerkt, dass ich müde wurde. Umso wichtiger wäre es gewesen, dann im vierten Satz den Sack zuzumachen. Als das misslang, war ich frustriert und mental ausgelaugt. Dass man das so deutlich gesehen hat, tut mir Leid, aber ich hatte keine Kraft und auch keine Motivation mehr, alles zu geben.
Geärgert habe ich mich auch über eine Szene im zweiten Satz, als ich Breakball hatte und Petzsche diesen mit einem Ass abgewehrt hat, aber nur, weil er schon aufschlug, als ich noch nicht bereit war. Ich hatte dies per Handzeichen angezeigt und dann in Richtung Boden geschaut, und als ich wieder hochblickte, hatte er schon aufgeschlagen. Das war sicherlich nicht ganz fair von ihm, und die anschließende Diskussion mit dem Stuhlschiedsrichter war auch nicht förderlich für die Konzentration. Aber ich will das nicht als Entschuldigung für meine Leistung verstanden wissen, denn ich bin selbst dafür verantwortlich, dass ich nun nur noch Zuschauer in London bin. Wie lange, das weiß ich noch nicht. Vielleicht fliege ich schon morgen nach Hamburg zurück. Jetzt lasse ich mich aber erstmal vom Physiotherapeuten behandeln, um wenigstens körperlich wieder frisch zu werden. Viele Grüße aus England, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 45 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009.







Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook
100. Geburtstag
Axel Springer







