Mischas Tagebuch
Immer wieder macht der Körper Zicken
Ich habe alles versucht, aber leider ging nicht viel: Wegen einer Zerrung im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels musste ich heute mein Erstrunden-Einzel beim Rasenturnier in s’Hertogenbosch aufgeben.
Hamburg. Ich habe alles versucht, aber leider ging nicht viel: Wegen einer Zerrung im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels musste ich heute mein Erstrunden-Einzel beim Rasenturnier in s’Hertogenbosch aufgeben. Beim Stand von 4:1 für meinen französischen Gegner Michael Llodra (29), Nummer 144 der Weltrangliste, musste ich einsehen, dass es heute keinen Sinn machte. Ich konnte nicht tief stehen, ich konnte mich nicht zur Seite bewegen und war deshalb beim Returnieren chancenlos. Ich hatte den Oberschenkel, der mir ja schon in der vergangenen Woche in Halle (Westfalen) Probleme bereitet hatte, bandagiert, ich hatte Wärmesalbe aufgetragen und mich zehnmal warm gemacht. Aber es nützte nichts, die Schmerzen waren zu groß.
Gerade im Hinblick auf das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon, das in der kommenden Woche beginnt, wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen, zumal ich morgen im Doppel noch einmal einen Versuch starten will. Ich wollte meinen serbischen Partner Dusan Vemic nicht im Stich lassen, und da der keinen Ersatz gefunden hat, habe ich ihm versprochen, es wenigstens zu versuchen. Wir spielen mittags gegen Johan Brunström (Schweden) und Jean-Julien Rojer (Curacao). Wenn ich allerdings auch da spüre, dass ich Gefahr laufe, Wimbledon zu riskieren, werde ich auch morgen zurückziehen.
Natürlich ärgert es mich sehr, dass ich wieder aufgeben musste. Immer wenn ich eine Woche gut gespielt habe, macht der Körper in der Woche danach irgendwelche Zicken. Ich muss dringend lernen, besser zu regenerieren. Die Ergebnisse des großen Bluttests, den ich nach meiner Aufgabe bei den French Open in Paris gemacht habe, sind bislang noch nicht da. Vielleicht bringen auch sie Aufschluss, ob meine Verletzungsanfälligkeit körperliche Ursachen hat, die ich schnell beheben kann. Zunächst muss ich aber versuchen, schnell wieder fit zu werden. Viele Grüße aus den Niederlanden, Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 45 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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