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Sport

Handball: HSV vor Vizemeisterschaft

HSV Hamburg: Von Melsungen nach Mallorca

Mehr als eine nette Geste: HSV-Präsident Rudolph empfing die Mannschaft trotz des 29:29 beim Tabellenzehnten MT Melsungen und einer durchwachsenen Saison auf Mallorca.

Wurden von Präsident Andreas Rudolph trotz titelloser Saison nach Mallorca eingeladen: die Profis des HSV Hamburg.
Foto: Witters Sport-Presse-Fotos

Melsungen/Hamburg. Die Handballer des HSV machen sich bis zum Mittwoch ein paar schöne Tage auf Mallorca. Präsident Andreas Rudolph hatte wieder mal eingeladen. Das sei der Mannschaft nach einer anstrengenden Serie gegönnt. Am Sonnabend (15 Uhr, Color-Line-Arena) wird sie diese Saison mit dem zweiten Platz abschließen. Alles andere als ein klarer Sieg über Aufsteiger Stralsund käme der Quadratur des Handballfeldes gleich. Insofern war das 29:29 (15:15) beim MT Melsungen der entscheidende Wurf zum letzten verbliebenen sportlichen Ziel. Die Urteile über das Unentschieden hätten indes nicht unterschiedlicher ausfallen können.

HSV-Trainer Martin Schwalb, der schon vor der Begegnung den Tabellenzehnten überraschend als die "gefährlichste Mannschaft der Liga" bezeichnet hatte, sprach hinterher von "dem erwartet schweren und umkämpften Spiel". Eine abermals selbsterfüllende Prophezeiung. Rückraumass Blazenko Lackovic ordnete den Punktgewinn, der dem HSV wahrscheinlich die direkte Qualifikation für die Champions League beschert, kritischer ein: "Ein Remis in Melsungen ist für ein Team mit dem Selbstverständnis des HSV kein gutes Ergebnis. Diese Saison sollten wir trotz der Vizemeisterschaft schnell vergessen. Wir haben letztlich nicht das geleistet, was wir aufgrund unseres Potenzials hätten leisten können."

29:26 hatten die Hamburger acht Minuten vor dem Abpfiff in Melsungen geführt - und danach nicht mehr getroffen. Johannes Bitter musste in seinem 50. Saisonspiel 40 Sekunden vor Schluss gegen Vladica Stojanovic sogar eine Niederlage verhindern. Er tat es mit dem Können des Nationaltorhüters. "Insgesamt haben wir uns gut verkauft, aber Melsungen hat natürlich auch ein überragendes Spiel gemacht", meinte Bitter.

Wichtiger aber als die Einschätzungen von Trainer und Spielern blieb das wohlwollende Urteil Rudolphs. Der wollte die Mallorca-Reise ursprünglich nur spendieren, würden die letzten vier Saisonspiele gewonnen. Jetzt lösten Mannschaft und Trainer auch mit einem Punkt weniger das Ticket gen Süden. Harmonie geht dem Präsidenten oftmals über Konsequenz. Auch das könnte ein Problem der HSV-Handballer sein. Ein anderes greift tiefer. Der jetzige Kader dürfte den weiter hohen Ansprüchen Rudolphs in Bundesliga und Champions League nicht genügen. Sportchef Christian Fitzek ist im In- und Ausland auf der Suche nach Verstärkungen. Gefunden werden müssen perspektivisch ein zweiter Kreisläufer, Spielmacher und Linksaußen.

Statistik: Tore: Melsungen: Valo 7, Karipidis 7 (7 Siebenmeter), Stojanovic 6, Klitgaard 5, Sanikis 2, Tellander 1, Danner 1; Hamburg: K. Lijewski 7, Hens 6, Jansen 5, Lindberg 5 (2), M. Lijewski 3, Lackovic 1, B. Gille 1, G. Gille 1. Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). Zuschauer: 3713. Zeitstrafen: 4; 5. Rote Karte: Jansen (HSV), dritte Zeitstrafe (56.). Siebenmeter: 8 (7 verwandelt); 2 (2).

Zwangsabsteiger: TuSEM Essen und die HSG Nordhorn-Lingen steigen wegen laufender Insolvenzverfahren ab. Der HSV, VfL Gummersbach, SC Magdeburg und Stralsunder HV haben die Lizenz für die nächste Saison bisher nur unter Auflagen erhalten.

Europapokal: Der VfL Gummersbach hat den EHF-Pokal gewonnen. Nach dem 29:28-Hinspielsieg gewannen die Gummersbacher auch das Rückspiel in der KölnArena gegen PK Gorenje Velenje mit 26:22. Nordhorn dagegen verlor das Rückspiel des Europacups der Pokalsieger in Valladolid 23:24 (Hinspiel: 31:30) und verpasste wegen der weniger erzielten Auswärtstore den Cupgewinn. HA

 

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