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Sport

Mischas Tagebuch

Erster Eindruck war unglaublich positiv

Heute ist wirklich ein schöner Tag in Paris. Nicht nur, weil ich mit meinem serbischen Doppelpartner Dusan Vemic die erste Runde der French Open überstanden habe, sondern auch, weil wir bei unserem 6:4, 6:4-Erfolg über die Franzosen Michael Llodra und Fabrice Santoro richtig gut gespielt haben.

Paris. Heute ist wirklich ein schöner Tag in Paris. Nicht nur, weil ich mit meinem serbischen Doppelpartner Dusan Vemic die erste Runde der French Open überstanden habe, sondern auch, weil wir bei unserem 6:4, 6:4-Erfolg über die Franzosen Michael Llodra und Fabrice Santoro richtig gut gespielt haben. Das ist umso überraschender, als wir zum ersten Mal überhaupt zusammen Doppel gespielt haben.

Dusan ist 32 Jahre alt und in der Einzel-Weltrangliste an Position 422 geführt. Wir kennen uns schon lange, weil wir uns bei vielen Turnieren über den Weg gelaufen sind. Trotzdem haben wir nie gegeneinander gespielt und auch nur vereinzelt miteinander trainiert. Beim ATP-Turnier in Barcelona Ende April hat er mich scherzhaft gefragt, wann wir denn endlich mal zusammen Doppel spielen würden. Ich habe nur geantwortet: „In Paris!“ Er konnte gar nicht glauben, dass ich noch keinen Partner hatte. Wir haben uns dann für Paris, s’Hertogenbosch und Wimbledon fest verabredet und wollen danach mal schauen, ob und wie es mit uns weitergeht.

Und der erste Eindruck war unglaublich positiv. Dusan ist ein Doppelspezialist, er serviert sehr schnell und aggressiv, hat dann aber immer wieder total überraschende Schläge im Repertoire, die nicht nur den Mitspieler, sondern vor allem auch die Gegner überrumpeln. Er schlägt Stopps oder Lobs, wenn niemand damit rechnet. Dazu kam, dass ich heute sehr stark returniert habe, so dass wir uns perfekt ergänzten. Llodra und Santoro sind ja nicht irgendwer, sie haben schon einige Grand-Slams gewonnen.

Die Stimmung war im übrigen sensationell. Wir haben auf dem randvoll gefüllten Court 2 gespielt, ungefähr 2500 Zuschauer haben gebrüllt und angefeuert. Grund dafür war, dass es Santoros letzter Auftritt in Roland Garros war. Der 36-Jährige, der am Saisonende seine Karriere beendet, hatte heute morgen sein Erstrundeneinzel gegen den Belgier Christophe Rochus in vier Sätzen verloren. Er soll Tränen in den Augen gehabt haben, als ihn die Fans feierten, und das kann ich verstehen, nachdem ich gesehen habe, was hier heute los war.

Wann und gegen wen Dusan und ich in der zweiten Runde antreten, steht noch nicht fest. Morgen will ich erst einmal zum Arzt gehen, um meinen Bluttest zu machen, damit ich sichergehen kann, dass meine Bauchkrämpfe, die mich am Montag zur Aufgabe meines Erstrundeneinzels gegen den Italiener Potito Starace zwangen, keinen ernsten Hintergrund haben. Und den Abend, der jetzt vor mir liegt, will ich ein wenig genießen. Viele Grüße aus Frankreich, Euer Mischa!

Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 51 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009

 

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