Der erste Tag in Paris
Der erste Tag in Paris war relativ unspektakulär. Wir waren um ein Uhr nachts in unserem Apartment angekommen. Ich habe ein Zwei-Schlafzimmer-Apartment gemeinsam mit meiner Mutter und unserer Bekannten, das mein Manager Dirk Hordorff gebucht hat. Hier wohnen mehrere Spieler, und es ist eine ganz entspannte Atmosphäre, eben nicht der typische Hotel-Alltag. Wir haben auch eine kleine Küche, sodass wir nicht immer essen gehen müssen, sondern uns auch selbst versorgen können.
Ich habe bis zehn Uhr geschlafen, gefrühstückt, ein bisschen Fitnesstraining gemacht und dann von 15 bis 16 Uhr mit dem Russen Dimitri Tursunow trainiert. Ich fühle mich nach der tollen Woche beim World Team Cup in Düsseldorf körperlich gut und bereit für die French Open, die morgen um 11 Uhr für mich mit dem Erstrundenmatch gegen den Italiener Potito Starace (27), die Nummer 105 der Weltrangliste, beginnen. Ich spüre aber auch, dass ich mental ziemlich ausgelaugt bin nach den Erfahrungen von Düsseldorf, und deshalb habe ich entschieden, die von 18 bis 19 Uhr geplante Trainingseinheit mit Nicolas Kiefer abzusagen und mich stattdessen im Apartment auszuruhen. Heute Abend gehe ich vielleicht noch ein Eis essen, darauf habe ich Appetit.
Die Umstellung von Düsseldorf auf Paris dürfte mir eigentlich nicht schwer fallen. Zwar sind die Plätze hier sehr schnell und hart, die Bälle springen hoch ab. Aber es ist ja immer auch eine Kopfsache, sich auf neue Begebenheiten einzustellen. Und da ich derzeit einfach großen Spaß am Tennis verspüre, mache ich mir darüber keine Gedanken. Und wenn ich mir keine Gedanken mache, spiele ich meistens mein bestes Tennis. Mal sehen, ob das morgen auch gilt. Ich wünsche Euch und mir einen perfekten Start in die Woche. Euer Mischa!
Der Hamburger Profi Mischa Zverev (21), derzeit an Position 55 der Weltrangliste geführt, berichtet exklusiv für abendblatt.de von seinen Erlebnissen im Tennisjahr 2009







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